Ein seltsames Schlupfloch

Selbst für Lothar Arndt, Staffelleiter der C-Jugend-Niederrheinliga, war der Sachverhalt neu. Die Fußballer von Rhenania Bottrop sagten ihr Punktspiel bei Hamborn 07 kurz vor Anpfiff ab. Das Spiel wird mit 2:0 für Hamborn gewertet. Die Bottroper kommen um ein Ordnungsgeld herum, weil sie eben eine Reaktion gezeigt haben. Zwar nicht auf dem Platz, aber am Telefon.

Die Bottroper Liga-Konkurrenten schäumen. Hamborn ist stocksauer, weil das Team gegen Rhenania etwas für das Trefferkonto tun wollte. Titelkonkurrent Rot-Weiß Oberhausen ist um 23 Treffer besser aufgestellt. Die Löwen, zuhause seit eineinhalb Jahren unbezwungen, hätten mit einem klaren Sieg über Rhenania etwas aufholen können. Wie man trotz personeller Probleme sportlich fair bleibt, zeigte der Duisburger FV 08. Nur zehn Kicker standen beim Duell in Oberhausen zur Verfügung. Der DFV stellte sich – und bekam 19 Stück eingeschenkt. Trainer Lukas Schmidt will heute zu Tinte und Feder greifen, um sich beim Fußball-Verband über Rhenania zu beschweren. Der Begriff Wettbewerbsverzerrung wird formuliert. Um sein Torverhältnis nicht noch weiter zu ramponieren, könnte auch der DFV Spiele gegen Favoriten absagen. Zweimal sogar ungestraft. Erst beim dritten Nicht-Antreten wird ein Klub ausgeschlossen. Ein Schlupfloch, das es so nicht geben dürfte.