Ein Fan auf dem Chefsessel des MSV Duisburg

Der neue Vorstand des MSV Duisburg mit (von links)  Bernard Dietz, Uwe Weidemann, Vereinschef Andreas Rüttgers, Robert Philipps und Sebastian Runde.
Der neue Vorstand des MSV Duisburg mit (von links) Bernard Dietz, Uwe Weidemann, Vereinschef Andreas Rüttgers, Robert Philipps und Sebastian Runde.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.. Andreas Rüttgers sitzt im Presseraum der Schauinsland-Reisen-Arena auf dem Podium und richtet das Mikrofon nach oben. Ein symbolischer Akt. „Damit ich aufrecht sitzen kann. Das soll die Marschroute für die Zukunft sein“, sagt der neue Vorstandsvorsitzende des MSV Duisburg. Rüttgers ist seit Donnerstag im Amt und will das schaffen, was seinem Vorgänger Dieter Steffen verwehrt blieb: Er will beim MSV Duisburg eine neue Ära einläuten.

Mit Rüttgers, dessen sportliche Heimat die DJK Vierlinden ist, sitzt erstmals ein eingefleischter MSV-Fan auf der Kommandobrücke des Vereins. Von klein auf ist er Anhänger der Zebras. Er hatte vor gut einem Jahr die Idee, die MSV-Legenden zu küren und auf Fantribüne optisch zu verewigen. Seit Einstieg seines Arbeitgebers Schauinsland-Reisen ist er auch im Fan-Forum MSV-Portal unterwegs – dies will er in Amt und Würden übrigens fortsetzen.

Begeisterung und Liebe zum MSV

Rüttgers spricht an diesem ansonsten tristen Januar-Tag viel von Begeisterung und Liebe zum MSV. So kam auch Sebastian Runde, Spiel-Show-Sieger, zu seinem zweiten Vorstandsposten. Der 26-Jährige, Vorsitzender der Großenbaumer Pfadfinder, beeindruckte Rüttgers bei Show „Der klügste Deutsche 2011“, indem er „bundesweit ohne Not seine Sympathie zum MSV bekundete.“

Runde ist neu im Geschäft, Robert Philipps ist als langjähriges Aufsichtsratsmitglied hingegen ein „alter Hase“. Zum Amtsantritt als Vorstand verliest der 62-Jährige eine dreiseitige Erklärung. Auch er ist mit Herzblut dabei: „Fußball ist unser Leben.“ Er will sich unter anderem um die neue Satzung des Vereins kümmern.

Mit Uwe Weidemann sicherte sich Rüttgers nicht nur ein Vorstandsmitglied. Der Ex-Profi, der von 1993 bis 1995 für den MSV am Ball war und damals den Verein auch – vergeblich – vor dem Bundesarbeitsgericht in Kassel auf Zahlung von Urlaubsgeld verklagt hatte, ist nun auch Chef-Scout für den Nachwuchsbereich. „In der Jugend steckt sehr viel Potenzial. Andre Hoffmann darf kein Einzelfall bleiben“, unterstreicht Weidemann, der mit den MSV-Oldies erst am Samstag das Masters-Turnier in Mülheim gewonnen hatte. Auch Urgestein Bernard Dietz ist im neuen Team dabei – als Spitze eines Beirates, den er künftig mit zwei noch zu benennenden MSV-Legenden bilden wird.

Zuversicht für Lizenz

Auf dem Weg in eine bessere Zukunft muss das neue Vorstandsteam Gelder generieren. Rüttgers will den Verein zudem von der Last des Hellmich-Marketing-Vertrages befreien: „Es wird demnächst Gespräche geben.“ Eine gute Nachricht hat der neue Chef indes bereits parat, auch wenn er einräumt, dass das noch vorrangig auf das Konto seiner Vorgänger geht. Die Auflagen für die Nachlizenzierung wird der MSV laut Rüttgers erfüllen können. „Das bekommen wir hin“, nickt Geschäftsführer Roland Kentsch.