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Ein Derby ohne Bestbesetzung

03.08.2012 | 19:03 Uhr
Ein Derby ohne Bestbesetzung
Dennis Terwiel (li.) und Kevin Bongers (re.) haben beim VfB Homberg ihre Tickets für die Startelf gelöst, (Foto: Gerd Hermann)

Duisburg.   Hombergs Trainer Günter Abel freut sich auf das Treffen mit den Löwen am Sonntag und verteilt Komplimente. Sein Gegenüber Thomas Geist wäre über einen Punkt zum Auftakt sehr glücklich.

Thomas Bungart, Präsident des VfB Homberg, denkt zweifellos noch gern an den 9. September 1990 zurück; für seinen Amtskollegen Ernst Schneider von Hamborn 07 gilt das weniger. Als Stürmer ihrer Mannschaften standen sich beide damals gegenüber – bei der Premiere des Duisburger Derbys in der alten, noch drittklassigen Oberliga Nordrhein. Am Ende stand ein 6:3-Sieg des Aufsteigers von der linken Rheinseite im Holtkamp; der Platzhirsch war düpiert. Am Sonntag um 15 Uhr kommt es nun wieder zu einer Premiere: Im PCC-Stadion erfolgt der Startschuss zur neuen Oberliga Niederrhein – mit dem Stadtduell zwischen dem VfB und den Löwen.

Die Vorzeichen haben sich gegenüber dem Spiel vor knapp 22 Jahren geändert. Der VfB kommt „von oben“, aus der NRW-Liga, und will in neuer Umgebung möglichst in der Spitzengruppe mitmischen. Der morgige Gast darf sich nach zehn Jahren und zwischenzeitlichem Absturz bis in die Bezirksliga erstmals wieder Oberligist nennen – was nach einer durchwachsenen Niederrheinliga-Saison nur mit viel Glück klappte.

Günter Abel: „Ich freue mich, dass es die Hamborner geschafft haben und mit uns in der gleichen Liga antreten. Hamborn ist mir als Verein, der lebt, der Laune macht, in Erinnerung geblieben. Als Spieler bin ich immer gerne gegen 07 aufgelaufen. Das war immer irgendetwas Besonderes. Ich freue mich auf das Auftaktderby.“

„Wären froh über einen Punkt“

Löwen-Coach Thomas Geist war selbst zwölf Jahre lang im Jugendbereich des VfB tätig, geht aber ohne große Emotionen in das morgige Spiel: „Hier stehe nicht ich im Mittelpunkt, sondern Hamborn 07. Wir haben ein schweres Auftaktprogramm und wären froh, mit ein bisschen Glück einen Punkt mitnehmen zu können.“ Die Startelf, die sich nach der Vorbereitung herauskristallisiert hat, steht in Geists Kopf, aber verkünden mag er sie noch nicht, zumal noch unklar ist, wer von den Neuzugängen rechtzeitig seine Spielberechtigung erhält. Gerade beim noch nachverpflichteten „Ost-Quartett“ dauert dies aufgrund der Kontaktaufnahme mit den ausländischen Verbänden länger. „Am ehesten könnte es bei Goran Barisic klappen. Letztlich werden wir aber nicht mit stärkster Besetzung spielen können“, lässt Thomas Geist durchblicken, dass die vier Nachverpflichtungen sich mit ansprechenden Leistungen angeboten haben.

Trotz aller Komplimente für die Hamborner will Abel natürlich zum Auftakt am Sonntag den ersten Dreier. „Der Start ist immer eine Wundertüte, ich sehe hier keinen klaren Favoriten. Klar streben wir einen Heimsieg an. Wir haben aus der letzten Saison, als es sportlich nicht besonders gut gelaufen ist, einiges gut zu machen“, gibt der Coach seiner Truppe die passenden Worte auf den Weg.

Nach jetzigem Stand wird der VfB Homberg sechs Neuzugänge aufbieten. Tim Weichelt hat sich die „Nummer eins“ gesichtert, Dennis Terwiel, Kevin Bongers und Mirko Urban haben sich ihre Positionen im Mittelfeld erarbeitet. Oguzhan Cuhaci wird als Angreifer auflaufen. Sollte sich Abel für Talent Hikmet Yildirim auf der linken Abwehrseite entscheiden, wäre auch dieser Posten neu besetzt. „Hikmet ist definitiv Gewinner der Vorbereitung. Er kam aus der eigenen Jugend und hat sich richtig gut präsentiert. Zuletzt ging die Kurve bei ihm etwas nach unten, aber das ist bei einem jungen Spieler ganz normal“, so der Trainer.

Der von Türkiyemspor verpflichtete Flügelflitzer Demircan Dikmen (24) muss wahrscheinlich noch im Startblock verharren. Abel: „Bis zum Freitagnachmittag lag die Freigabe für Demircan noch nicht vor. Der Junge ist richtig gut, aber wir müssen eben noch warten, bis die Spielerlaubnis da ist. Auf lange Sicht wird er uns helfen.“ Bei Sturmkandidat Chamdin Said (zuletzt RW Ahlen) hängt der VfB in der Warteschleife. Abel: „Wir wollen im Angriff noch etwas tun, verfallen aber nicht in Panik.“

Thomas Tartemann und Thomas Kristaniak

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