Edelmetall in Hülle und Fülle

Der Heim-Weltcup in Duisburg war ein riesiger Erfolg für die Deutschlands Kanuten – und auch für den Duisburger Kanu-Regatta-Verein. 650 Athletinnen und Athleten aus 53 Nationen in 206 Rennen sorgten dafür, dass der zweite Weltcup der Saison die anderen „Durchgänge“ in Portugal vor einer Woche und in Kopenhagen am kommenden Wochenende deutlich übertrifft.

Sportlich sorgten die Deutschen für sechsmal Gold, achtmal Silber und viermal Bronze. Den eröffnete am Samstag der C1-Weltmeister und Gesamtweltcup-Sieger des Vorjahres, Sebastian Brendel (Potsdam). Auf seiner Spezialstrecke über 1000 Meter holte er sich nach dem EM-Sieg vor drei Wochen Gold vor dem lange Zeit führenden Brasilianer Isaquias Queiroz dos Santos. „Ich wusste, dass es für den Brasilianer bei dem Gegenwind am Schluss schwer werden würde und habe daher hinten raus meine Chance gesehen. Es war ein gelungener Weltcup-Start. Bislang läuft die Saison nach Plan“. Das Duell der beiden über 500 Meter am Folgetag entschied dann der Weltmeister auf dieser Distanz aus Brasilien vor Brendel für sich.

Im mit Spannung erwarteten C2-Finale über 1000 Meter fuhren beide im Finale vertretenen deutschen Boote in die Medaillenränge. Peter Kretschmer (Leipzig) und Michael Müller (Magdeburg) holten Gold vor den Polen Kuleta/Grzybowski und den EM-Bronzemedaillengewinnern Yul Oeltze (Magdeburg) und Ronald Verch (Potsdam).

Hoff auf dem richtigen Weg

So entschied das erst vor vier Wochen zusammengefundene Duo zugleich die interne WM-Qualifikation für sich. Auch wenn es die entglittene WM-Qualifikation nicht aufwog, so konnte Yul Oeltze seiner persönlichen Weltcup-Bilanz in den abschließenden Langstreckenrennen noch Gold im C1 über 5000 Meter. Im C4 über 200 Meter schrammten Stefan Kiraj, Sebastian Brendel, Michael Müller und Stefan Holtz um die Winzigkeit von 11 Tausendstelsekunden an Bronze vorbei.

Im Kajak der Herren knüpften Max Hoff (Essen) im K1 sowie Max Rendschmidt (Essen) und Marcus Groß (Berlin) im K2 über 1000 Meter nahtlos an ihre Titelerfolge von Racice an. Hoff: „Es gibt mir wieder Selbstvertrauen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Es ist gut zu wissen, dass es funktioniert. Bei der WM wird jedoch ein Rennen wie hier in Duisburg noch nicht reichen“, sagte der Kölner mit Blick auf die noch enger zusammenrückende Spitze im K1 der Herren. Silber erkämpfte der Gesamtweltcupsieger von 2014 im 5000-Meter-Rennen.

Im K2 der Herren über 200 Meter unterlagen die Europameister Ronald Rauhe (Potsdam) und Tom Liebscher (Dresden) im Duell der dominierenden Top-Boote den Weltmeistern aus Serbien Grujic/Novakovic um acht Hundertstelsekunden. Im K4-Finale der Herren über 1000 Meter verpassten Martin Schubert (Friedrichshafen), Kostja Stroinski (Berlin), Lukas Reuschenbach (Oberhausen) und Kai Spenner (Essen) um 15 Hundertstelsekunden Bronze.

Der K4 der Damen mit Franziska Weber, Conny Waßmuth (beide Potsdam), Melanie Gebhardt (Leipzig) und Verena Hantl (Karlsruhe) paddelte auf den Bronzerang. Ebenfalls Dritter wurde der neuformierte K2 auf der olympischen 500-Meter-Distanz mit Sabrina Hering (Hannover) und Tina Dietze (Leipzig). In den nichtolympischen Disziplinen konnten die DKV-Damen über 200 Meter durch Sabine Volz (Karlsruhe) und Conny Waßmuth im K2 und beide zusammen mit Sabrina Hering und Tina Dietze auch im K4 jeweils Silber erkämpfen.

Die Parakanuten holten durch Vizeeuropameister Tom Kierey (Berlin) Gold in der Klasse KL3 der Herren über 200 Meter. Nach EM-Silber in Racice paddelte auch Edina Müller (Hamburg) im KL1 der Damen erneut auf den Silberrang. In den Outrigger-Booten konnte Ivo Kilian (Halle) Silber in der Klasse VL 2 feiern, sein Mannschaftskollege Ali Kardooni (Magdeburg) kam auf den Bronzerang. In der Klasse VL3 der Damen belegte Brit Gottschalk (Schierstein) Rang zwei.