Duisburgs Handballer halten zusammen

Schulterschluss: Alle Spieler demonstrierten vor der Partie den Zusammenhalt im Duisburger Handball. Die OSC Löwen wurden von Geschäftsführer Manfred Loepke-Gilles (am Mikrofon) vertreten.
Schulterschluss: Alle Spieler demonstrierten vor der Partie den Zusammenhalt im Duisburger Handball. Die OSC Löwen wurden von Geschäftsführer Manfred Loepke-Gilles (am Mikrofon) vertreten.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Rund 500 Zuschauer kamen zur Partie zwischen dem VfL Rheinhausen und den OSC Löwen. Drittligist setzte sich mit 30:12 durch.

Duisburg..  Als kurz vor Weihnachten der Torwart der zweiten Mannschaft des VfL Rheinhausen, Oliver Gregorius, während des Bezirksligaspiels beim ETuS Wedau mit einem Herzinfarkt zusammenbrach und vier Tage später im Krankenhaus starb, rückte die Handballszene in Duisburg ganz eng zusammen und der sportliche Wettkampf geriet für einen Moment in den Hintergrund. Am Dienstagabend trafen sich nun die Drittliga-Akteure der SG OSC Löwen und die erste Mannschaft des VfL, sonst in der Landesliga zu Hause, in der Halle an der Krefelder Straße zu einem Benefizspiel, das die SG am Ende zwar deutlich, aber auch standesgemäß und verdient mit 30:12 (12:7) gewann. Die Einnahmen des Abends sollten der Familie des Verstorbenen zu Gute kommen, sodass auch das Schiedsrichtergespann und die anwesenden Sanitäter auf ihre Auslagen verzichteten. Das Geld wurde ebenso in den Spendentopf gelegt wie die Eintrittsgelder der rund 500 Zuschauer.

Bereits vor dem Spiel wurde der besondere Charakter dieser nicht alltäglichen, aber durchweg fairen Begegnung deutlich: Beide Mannschaften betraten gemeinsam die Halle und zeigten dann für einen Moment mit einem symbolischen Schulterschluss beider sonst rivalisierender Vereine, dass die Handballszene in schweren Zeiten zusammenhält.

„Für uns war es selbstverständlich“

Darauf verwies auch SG-Spielertrainer Jörg Förderer nach der Partie: „Für uns war es selbstverständlich, dieses Benefizspiel auszutragen. Ich habe selber schon in jungen Jahren Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Das ist vor allem deswegen bitter, weil man sonst ja Sport zur Erhaltung der Gesundheit macht.“ Das Ergebnis war für den Übungsleiter zweitrangig. „Neben dem karikativen Zweck war es uns wichtig, der neuen Formation eine Gelegenheit zum Einspielen zu geben“, musste Förderer feststellen, dass es nach dem langfristigen Ausfall von Kevin-Christopher Brüren und dem Abgang von Felix Handschke noch an einigen Stellen klemmt.

Doch auch während des Spiels trat das Ergebnis immer wieder in den Hintergrund. Nahezu jeder Treffer – egal auf welcher Seite – wurde von den Zuschauern mit Applaus belohnt. Genau wie die von den Torhütern abgewehrten Versuche. Eben jene Torhüter – drei auf Seiten des VfL, zwei bei der SG – zeigten ihre Solidarität mit dem Verstorbenen während der gesamten Partie stellvertretend für alle Anwesenden: Jeder der fünf trug ein Trikot mit der Rückennummer 71, das Geburtsjahr und die ständige Trikotnummer von Oliver Gregorius. Vorne zierte der Aufdruck „Mono“ die Leibchen, in Erinnerung an den Spitznamen des Verstorbenen.

Trotz der deutlichen Niederlage war Sven Petersen, sonst Spieler des VfL, derzeit aber als Trainerersatz für den erkrankten Martin Gräfen an der Seitenlinie im Einsatz, mit dem Spiel zufrieden – wobei für ihn das Ergebnis nicht die Hauptrolle spielte: „Wer hätte gedacht, dass wir nach der ersten Hälfte nur mit 7:12 gegen einen Drittligisten zurückliegen? Uns hat es ein wenig an Durchschlagskraft gemangelt, aber insgesamt haben wir uns den Zuschauern doch über 60 Minuten als attraktiver Gegner präsentiert.“ Am Ende wurde deutlich, dass dem Landesligisten die Kräfte ausgingen – vor allem, weil in den letzten 20 Minuten kein eigenes Tor mehr gelang.