Duisburgs Arno Troost ist Teil des Bundestrainer-Duos

ASCD-Trainer Arno Troost steht nun erst einmal auch als Wasserball-Bundestrainer in der Verantwortung. Den Job teilt er sich mit Milan Sagat.
ASCD-Trainer Arno Troost steht nun erst einmal auch als Wasserball-Bundestrainer in der Verantwortung. Den Job teilt er sich mit Milan Sagat.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Arno Troost, Trainer des Wasserball-Bundesligisten ASC Duisburg, tritt gemeinsam mit Milan Sagat die Nachfolge von Nebojsa Novoselac an.

Duisburg..  Turbulenter hätte das nationale Wasserballjahr gar nicht beginnen können. Schon nach wenigen Tagen stand die Nationalmannschaft ohne Trainer da: Geschlossen hatte sich die DSV-Auswahl gegen Nebojsa Novoselac ausgesprochen. Der ehemalige Spandauer wurde daraufhin vom Verband beurlaubt. Die Liste der Kandidaten für einen möglichen Nachfolger war kurz. Der Weg ohnehin schon steinige nach Rio nun geradezu felsig. So weit die Vorgeschichte bis hier hin.

Vor dem heutigen Weltligaspiel gegen Spanien konnte der Deutsche Schwimm-Verband nun eine Lösung präsentieren – und die ist aus Duisburger Sicht besonders interessant. Neben dem bisherigen Co-Trainer Milan Sagat (Hannover) wird nämlich auch ASCD-Coach Arno Troost in einem Bundestrainer-Duo vorläufig die Geschicke des Wasserball-Teams Deutschland leiten. „Der Zug ist leicht entgleist und soll nun wieder auf die Schiene gehoben werden, die ihn nach Rio führen soll“, fasst Troost die Situation zusammen.

Sehr gute Gespräche

Dass der neue Coach gleichzeitig bei einem der Topteams der Liga in der Verantwortung steht, dürfte Kenner der Szene zunächst einmal verwundern. Die Entscheidung, eine Lösung für die verfahrene Situation aus den betroffenen Vereinen – also jene, die Nationalspieler abstellen – heraus zu organisieren, wurde gemeinsam in allseitigem Einvernehmen im Sinne des Sports gefällt. „Es sind sehr gute Gespräche mit den Ligakonkurrenten geführt worden“, berichtet Troost, der die neue Entwicklung positiv bewertet: „Wenn die Aktion der Nationalspieler eine Sache bewirkt hat, dann ist es, dass wieder auf einer sachlichen Ebene kommuniziert wird. Das ist sicher ein positiver Nebeneffekt.“

Familie und Verein haben Troost grünes Licht gegeben. Das Engagement ist zunächst auf drei Maßnahmen begrenzt. Am Beckenrand wird das Duo die anstehenden beiden Weltligaspiele und das EM-Qualifikationsturnier in Istanbul (6. bis 8. Februar) betreuen. „Dann sollte das auch mit Blick auf die Familie wieder erledigt sein. Das zu organisieren, ist natürlich nicht so einfach“, so Troost, der keine Interessenkonflikte sieht. „Meine Jungs kennen mich gut genug, um zu wissen, dass es nichts persönliches ist, wenn ich mich für oder gegen jemanden entscheide. Außerdem sind da auch noch die Leute von Waspo und Spandau im Hintergrund. Wir entscheiden gemeinsam über die Nominierungen.“

ASCD-Kapitän Julian Real freut sich, dass es nun wieder vorwärts geht: „Arno hat genug Erfahrung, die er beisteuern kann. Unser Ziel bleibt Rio. Das ist zwar nicht unbedingt leichter geworden, aber wir halten daran fest.“