Drei Punkte mehr, ein Jugendleiter weniger
15.11.2009 | 21:22 Uhr 2009-11-15T21:22:00+0100DSV 1900 feiert 1:0-Sieg gegen Spitzenreiter SV Sonsbeck. Klubchef Kurt Oellig weist Wilfried Pollert von der Anlage.
Der Besuch von Wilfried Pollert auf der Platzanlage an der Düsseldorfer Straße fiel am Sonntag recht kurz aus. Knapp zwei Minuten waren im Fußball-Landesligaspiel des Duisburger SV 1900 gegen Spitzenreiter SV Sonsbeck vorbei, als der Jugendleiter des DSV sich von Klubchef Kurt Oellig anhören musste: „Herr Pollert, Sie haben hier Platzverbot. Verlassen Sie bitte die Anlage.” Pollert verabschiedete sich noch vom verdutzten Ehrenspielführer Erwin Roßmüller und kam der Aufforderung nach. So erlebte er den unerwarteten 1:0 (1:0)-Sieg seines Vereins nicht mit.
Was vorgefallen war? Kurt Oellig hielt sich bedeckt: „Das ist ein schwebendes Verfahren, deshalb kann ich nicht mehr dazu sagen. Aber klar ist, dass wir das nicht ohne Grund tun. Es gab Vorkommnisse, nach denen wir als Vorstand reagieren mussten, weshalb einstimmig der Beschluss gefasst wurde, ihn als Jugendleiter abzusetzen.” Auf der Gegenseite ließ Wilfried Pollert verlauten, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen und werde gegen die Entscheidung vorgehen. Am Mittwoch steigt der Jugendtag des DSV – ob mit oder ohne Pollert, ist noch offen.
Angesichts der merkwürdigen Ereignisse trat das sportliche Geschehen fast ein wenig in den Hintergrund – zu Unrecht, denn die Elf von Franz Passek bewies einmal mehr ihre vor dem Hintergrund der Null-Punkte-Auswärtsbilanz fast nicht nachvollziehbare Heimstärke gegen einen enttäuschenden Tabellenführer. Dies war umso bemerkenswerter, da der Coach praktisch keine Auswechselspieler zur Verfügung hatte. „Innerhalb von zehn Minuten habe ich heute Vormittag vier SMS mit Absagen bekommen”, hatte Passek den entsprechend dicken Hals.
Die Notelf schlug sich jedoch prächtig und erzielte auch das einzige Tor des Tages durch Marcel Schmidt (21.). Der Sonsbecker Druck nach dem Wechsel hielt sich in Grenzen; fast wäre dem DSV sogar noch das 2:0 gelungen, doch der eingewechselte Kai Weber, aus der zweiten Mannschaft aufgerückt, ließ die 100-Prozent-Chance aus. Franz Passek nahm es gelassen: „Ist für ihn auch besser so, sonst hätte er zehn Euro in die Mannschaftskasse zahlen müssen.”
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