DJK Wanheimerort sorgt für Eklat beim Duisburger Stadtpokal

Plakate statt Fußball. Die DJK Wanheimerort trat nicht an.
Plakate statt Fußball. Die DJK Wanheimerort trat nicht an.
Foto: Lars Fröhlich
Was wir bereits wissen
DJK Wanheimerort trat aus Protest beim Hallenfußball-Stadtpokal nicht an. Genc Osman, Rheinland Hamborn, DSV 1900, FSV Duisburg und Meiderich 06/95 sind weiter.

Duisburg.. Der 29. Duisburger Hallenfußball-Stadtpokal hatte kaum begonnen, da war der Skandal bereits perfekt. Als die Veranstalter, sprich die Fußballfachschaft Duisburg, die Aufstellung der DJK Wanheimerort entgegennehmen wollten, bekamen sie einfach nur eine Absage.

Der A-Kreisligist hatte zunächst noch das Spielfeld betreten, sich aber entschlossen, nicht anzutreten – aus Protest gegen die Verbannung von der Sportanlage an der Düsseldorfer Straße. Stattdessen hängten die DJK-Verantwortlichen Plakate auf, auf denen zu lesen war: „Sportstadt Duisburg? Hahaha“ und „95 Jahre Vereinsleben ausgelöscht. Danke DSV und Stadt Duisburg“. Ein weiteres Plakat, das sich persönlich gegen SSB-Chef Franz Hering und Fachschaftsleiter Peter Thomas gerichtet hat, wurde abgehängt. Thomas dazu: „Diese Vorwürfe stimmen nicht. Ich bin nicht gegen die DJK.“

So bitter die nur allzu bekannte Entwicklung auch war, so viel Unverständnis kassierte die DJK für diese Aktion. „Ich verstehe das nicht. Andere Vereine hätten gerne an diesem Turnier teilgenommen. Da hätte eine Mannschaft nachrücken können“, sagte nicht nur Wilfried Conrad, Mitglied des Fachschaftsvorstandes, sondern später beinahe mit den gleichen Worten auch Uwe Busch, der Geschäftsführer des Stadtsportbundes Duisburg. Und Conrad ergänzte: „Damit hat sich die DJK ein Eigentor geschossen.“

Ein auffälliges Zeichen

Freilich dürfte es seitens der DJK beabsichtigt gewesen sein, dass die Spiele ausfallen, um ein auffälliges Zeichen zu setzen. Wir fair das gegenüber den anderen Fußballvereinen der Stadt ist – den Teilnehmern am Donnerstag und einem möglichen Nachrücker – das steht auf einem anderen Blatt. Ralf Gemmer, Trainer von Meiderich 06/95 und damit vermeintlicher Gruppengegner der DJK, sagte: „Das ist alles ausdiskutiert worden. Das hat hier nichts verloren.“

Patrick Opdenhövel, Geschäftsführer von Ex-Platznachbar DSV 1900, sagte dazu: „Für uns ist dieses Verhalten symptomatisch.“ Was das Turnier angeht, fielen die Spiele der DJK in der Gruppe B aus und wurden jeweils mit 2:0 für den Gegner gewertet. Zudem kommt auf die DJK seitens des Fußball-Verbandes Niederrhein ein Ordnungsgeld in dreistelliger Höhe zu.

SV Genc Osman sorgt für Furore

Sportlich sorgte allerdings der SV Genc Osman Duisburg in der Gruppe A für Furore. Der Bezirksligist lag zwar gegen TuSpo Huckingen mit 0:1 hinten, setzte sich aber mit 2:1 durch, ehe die Mannschaft von Trainer Ilyas Basol einen 4:0-Kantersieg gegen TuRa 88 Duisburg landete.

Nach dem 3:2-Erfolg gegen den VfvB Ruhrort/Laar war das Erreichen der Endrunde am Samstag schon so gut wie sicher. Letztlich folgte gar noch ein 2:1-Sieg gegen den Landesligisten DSV 1900. Trotz der deutlichen Niederlage gegen Genc bliebt TuRa lange im Rennen – und das mit ungewöhnlicher Aufstellung.

Etatmäßiger Torwart spielt als Stürmer

Denn Torhüter Stefanos Papachristos, der ohnehin nicht nur gerne Bälle fängt, sondern auch gut kickt, spielte diesmal als Stürmer und war zweimal erfolgreich. Allerdings vergeigte TuRa das fast schon sichere Weiterkommen durch ein abschließendes 1:4 gegen den VfvB. So kam der DSV doch noch weiter. Die optisch auffällige, weil gelb-schwarz gewandete Gruppe von TuSpo-Anhängern konnte dagegen kaum jubeln. Nur gegen Ruhrort/Laar gab es beim 1:1 einen Teilerfolg.

Noch spannender war es der in der kleineren Gruppe B. Rheinland Hamborn, der FSV Duisburg und Meiderich 06/95 lieferten sich hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die zwei sicheren Endrundenplätze, wobei Rheinland durch das 2:0 gegen Landesligist FSV gleich ein Ausrufezeichen setzte und so der wie immer großen Delegation des Stadtpokalsiegers von 2012 einen Stimmungsdämpfer verpasste.

FSV siegt kurz vor Schluss

Dennoch kam der FSV weiter – weil Osman Ardic im entscheidenden Gruppenspiel gegen Meiderich 20 Sekunden vor Schluss das 2:1 gelang. Gruppensieger wurde Rheinland, das wie Genc alle Spiele gewann, wenn es auch eines weniger war. Als bester Gruppendritter des Spieltags erreichte zudem Meiderich 06/95 die Endrunde.

Die Tabellen

Gruppe A:

TuSpo Huckingen – VfvB Ruhrort/Laar 1:1
Duisburger SV 1900 – TuRa 88 Duisburg 0:1
SV Genc Osman – TuSpo Huckingen 2:1
VfvB Ruhrort/Laar – Duisburger SV 1900 2:3
SV Genc Osman – TuRa 88 Duisburg 4:0
TuSpo Huckingen – Duisburger SV 1900 0:1
VfvB Ruhrort/Laar – SV Genc Osman 2:3
TuRa 88 Duisburg – TuSpo Huckingen 3:0
Duisburger SV 1900 – SV Genc Osman 1:2
TuRa 88 Duisburg – VfvB Ruhrort/Laar 1:4

1. SV Genc Osman Duisburg 11:4 / 12
2. Duisburger SV 1900 5:5 / 6
3. TuRa 88 Duisburg 5:8 / 6
4. VfvB Ruhrort/Laar 9:8 / 4
5. TuSpo Huckingen 2:7 / 1

Gruppe B:

DJK Wanheimerort – SV Walsum 0:2 (W)
FSV Duisburg – Rheinland Hamborn 1:3
Meiderich 06/95 – DJK Wanheimerort 2:0 (W)
SV Walsum – FSV Duisburg 0:2
Meiderich 06/95 – Rheinland Hamborn 0:2
DJK Wanheimerort – FSV Duisburg 0:2 (W)
SV Walsum – Meiderich 06/95 1:3
Rheinland Hamborn – DJK Wanheimerort 2:0 (W)
FSV Duisburg – Meiderich 06/95 2:1
Rheinland Hamborn – SV Walsum 5:0

1. Rheinland Hamborn 12:1 / 12
2. FSV Duisburg 7:4 / 9
3. Meiderich 06/95 6:5 / 6
4. SV Walsum 3:10 / 3
5. DJK Wanheimerort 0:8 / 0