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Fußball-Bezirksliga

Die Sache mit den hohen Trauben

17.08.2012 | 09:00 Uhr
Die Sache mit den hohen Trauben
Mit diesem Team geht Meiderich 06/95 in die neue Saison: (hinten von links) Daniel Kirstein, Tim Henseler, Stefan Schlieter, Sven Kaldenhoff, Dennis Dautzenberg, Lars Gronemann, Daniel Schäfer, Michael Winkler, Ceyhun Binici; (Mitte von links): Trainer Michael Kirstein, Trainer Thomas Flügge, Christian Friedland, Michael Modlich, Timm Schüffeln, Samir Hanna, Fußball-Obmann Harald Schüffeln, Torwarttrainer Christian Furchert, Betreuer Roland Lange; (vorn von links): Tim Kaiser, Kevin Syperrek, Riccardo Nitto, Andre Meier, Christian Merks, Julian Meyer, Niko Adorf, Sadam Zoioui, Christian Hoffmann. (Foto: Strauch)

Duisburg.   06/95 war in der Vorsaison bestes Duisburger Team. Doch die Trainer Thomas Flügge und Michael Kirstein halten den Ball flach und wollen lediglich einen einstelligen Tabellenplatz.

Gestiegen sind die Erwartungen an der Honigstraße schon etwas. Immerhin geht der dort beheimatete Fußballklub Meiderich 06/95 mit dem inoffiziellen Titel des besten Duisburger Bezirksliga-Teams in die neue Spielzeit. Dass die Meidericher in ihrem zweiten Jahr nach dem Aufstieg in der letzten Saison auf Platz fünf landen würden, hätte das Trainergespann Thomas Flügge und Michael Kirstein selbst nicht erwartet. Und rückblickend sagen beide: „Es ist gut, dass es nicht noch mehr geworden ist. Denn dann würden die Trauben hier doch sehr hoch hängen.“ So sind sie sich auch bei der Zielsetzung für die neue Saison einig: „Wenn wir einen einstelligen Tabellenplatz holen, haben wir alles richtig gemacht.“

Titelanwärter sind für die Trainer andere. Flügge sieht den Vorjahresvierten Rhenania Bottrop ganz oben, Kirstein setzt auf Aufsteiger Genc Osman und ergänzt: „Für unser junges Team, wäre eine solche Zielsetzung noch verfrüht.“

„Der Philipp Lahm der Bezirksliga“

Die Meidericher setzen weiter auf ihren Nachwuchs. Flügge weiß, „dass sich andere Vereine die Finger nach solch einem Unterbau lecken würden.“ Diesmal sind es fünf A-Jugendliche aus der Leistungsklasse, die den 23-Mann-Kader verstärken. War es im letzten Jahr vor allem Stürmer Riccardo Nitto, der mit 13 Treffern in seinem ersten Seniorenjahr auftrumpfte, so halten Flügge und Kirstein diesmal große Stücke auf Außenverteidiger Lars Gronemann: „Er bringt viel Sicherheit und auch Offensivdrang mit. Für uns ist er der Philipp Lahm der Bezirksliga“, zieht Flügge mit einem Grinsen den Vergleich zum Nationalspieler.

Die Abwehr bleibt die Baustelle der sehr offensivstarken 06er. Mit 62 Gegentoren erwies sich die neu eingeführte Vierer-Kette zuletzt noch als brüchig. „Es ist die Umschaltbewegung des ganzen Teams, die wir hinbekommen müssen“, sagt Flügge, „wenn wir das auch konditionell gewährleisten können, sind wir sehr gut aufgestellt.“

Denn um den Angriff müssen sie sich wahrlich nicht den Kopf zerbrechen. 72 Treffer sind er drittbeste Wert der Vorsaison. Womöglich wären es noch mehr geworden, hätte nicht Tim Kaiser in den letzten vier Monaten gefehlt.

Meiers Herz schlägt für 06

Der Stürmer laboriert noch immer an Entzündungen in beiden Knien. „Er wird jetzt bestrahlt und muss dann zum Muskelaufbau“, rechnet Flügge erst in etwa acht Wochen mit dem Angreifer. Mit Marc Bandurski (Alte Herren) ist ein weiterer EX-Knipser nicht mehr dabei. Aber neben Nitto sprang noch ein anderer in die Bresche. Mit 20 Treffern war Flügelspieler Andre Meier der beste Torschütze der Meidericher. Der Wechsel zum Duisburger SV 1900 schien schon perfekt, doch dann ruderte der 21-Jährige zurück. „Er hat sicher das Zeug für die Landesliga“, weiß Kirstein, „aber sein Herz schlägt für 06.“ Und dass dies so ist, war nicht zuletzt der Treue der Trainer zum eigenen Unterbau zu verdanken. Die Vereinsidentifikation gab den Ausschlag, da sind sich beide einig. „Und ohne unser Mannschaftsgefüge wären wir zuletzt auch nicht so erfolgreich gewesen“, sagt Flügge.

Wer weiß? Wenn es so bleibt, könnten die Erwartungen an die Truppe um den frisch gewählten Kapitän Christian Hoffmann vielleicht doch noch etwas höher werden . . .

Sven Kowalski



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