Die Heimkehr des Justin Krueger

Die deutsche Nationalmannschaft trainierte in Duisburg – und ließ sich gemeinsam mit dem U-8-Team der Jungfüchse fotografieren, dass nach den „großen Jungs“ an der Reihe war.
Die deutsche Nationalmannschaft trainierte in Duisburg – und ließ sich gemeinsam mit dem U-8-Team der Jungfüchse fotografieren, dass nach den „großen Jungs“ an der Reihe war.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nationalspieler Justin Krueger hat noch nie für einen deutschen Verein gespielt – mit einer Ausnahme. Als Bambini ging er für den damaligen Duisburger SV 87 aufs Eis. Aktuell hat er seinen Vertrag beim SC Bern bis 2018 verlängert.

Duisburg..  Ob wieder ein kleiner Justin dabei ist? Fast schon ein wenig gedankenverloren lehnt sich Justin Krueger an die Bande, schaut immer mal wieder runter zu den U-8-Spielern des EV Duisburg, die direkt nach der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft in der Scania-Arena mit dem Training an der Reihe waren – ein ganz besonderes sogar, denn gekrönt wurde es von einem Spiel gegen die eigenen Eltern. „Es ist richtig schön, nach Duisburg zurückzukommen“, sagt der Nationalspieler, der für den SC Bern in der Schweiz spielt. „Hierher, wo alles angefangen hat. Da schließt sich ein Kreis“, sagt der 28-Jährige.

Der Sohn von Ralph Krueger, einst Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, hat noch nie für einen deutschen Verein Eishockey gespielt. Mit einer Ausnahme. „Mein Vater hat ja zwischen 1989 und 1991 für Duisburg gespielt. Daher habe ich als Bambini meine ersten Schritte hier auf diesem Eis gemacht. Hier hat es angefangen. Unglaublich, dass ich nach so vielen Jahren mit der Nationalmannschaft zurückkomme.“ Tatsächlich hat er erstmals seit seiner Bambini-Zeit am Samstag beim Training mit dem DEB-Team wieder Duisburger Eis betreten. Die Banden sind neu, die Kabinen auch, das Licht ist heller. „Aber sonst hat sich nicht viel geändert“, freut sich Krueger, dass er ein Stück Heimat wiederentdeckt.

Und die ist Duisburg tatsächlich für ihn. Heimat. 2011, ein Jahr nach seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft bei der Heim-WM 2010 in Köln, kam er schon einmal nach Duisburg zurück. „Ich wollte meiner Freundin zeigen, woher ich komme.“ So ging es auch zur Eissporthalle. „Das war im Sommer, da war die Halle leider zu.“ Also weiter, zu dem Haus, wo die Kruegers damals wohnten. „Die Nachbarn sind noch die gleichen“, freut sich Justin Krueger. Denn die Erinnerungen sind schön. „Von der Nachbarin habe ich damals immer Süßigkeiten bekommen“, lacht er. Und sie wiederum freute sich damals, den inzwischen gar nicht mehr so kleinen Justin wiederzusehen. „Auch mein Vater, der ja beim damaligen DSV Spielertrainer war, hat nur gute Erinnerungen an Duisburg.“

Nach seiner Bambini-Zeit an der Wedau ist er dann aber tatsächlich nicht mehr für einen deutschen Verein angetreten. Er spielte – nach Ralph Kruegers Wechsel dorthin – für den Nachwuchs von Feldkirch (Österreich), später dann für Davos (Schweiz). In Nordamerika lief er für die Penticton Vees in einer Juniorenliga in British Columbia auf, später ging es zum Team der Cornell University nach Ithaca, New York. Abgesehen von einem Engagement bei der Charlotte Checkers (American Hockey League) blieb er dem SC Bern treu. Seinen Vertrag hat er gerade erst bis 2018 verlängert. Also kein Interesse an der DEL? „Oh, doch. Ich schaue sie mir im Fernsehen an. Die Liga und die deutschen Fans machen eine Menge Spaß. Aber ich fühle mich derzeit wohl, außerdem kommt meine Freundin aus Bern. Ich freue mich aber immer, für die Nationalmannschaft zu spielen und viele Stadien zu erleben.“

Kurz bevor die Nationalmannschaft in Duisburg trainierte, gingen die heimischen Füchse aufs Eis. „Von außen kann ich nur sagen, dass das eine schnelle und spritzige Mannschaft ist, in der es auch menschlich zu stimmen scheint. Ich hoffe, dass die Jungs den Aufstieg schaffen.“