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Die Ex-Rivalen

28.09.2007 | 16:14 Uhr

WASSERBALL. Sebastian Hoffmann und Till Rohe kamen vom ASCD-Konkurrenten Bayer Uerdingen zu den Amateuren. Nun wollen sie mit den Duisburgern Spandau Berlin angreifen.

Bei manchen Vereinen gleicht die Rivalität einem Glaubenskrieg. Im Fußball zum Beispiel. Da hat es Luis Figo mal gewagt, den FC Barcelona zu verlassen und sich dem Erzrivalen Real Madrid anzuschließen. Für die Basken glich dies dem Hochverrat, der Portugiese wurde immer wieder mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangen, wenn er mit Real zu Barca kam. Von solch einer Feindschaft im Wasserball zu sprechen, wäre sicher übertrieben, aber in der jüngsten Vergangenheit waren die Duelle zwischen dem ASC Duisburg und Bayer Uerdingen auch immer sehr hitzige Duelle. Von daher ist es großes Wagnis, von einem Verein zum anderen zu wechseln - so wie Sebastian Hoffmann und Till Rohe, bis vor wenigen Wochen noch Uerdinger und jetzt Amateure.

Erleichtert verließen die beiden vorgestern Abend das Piscine Jean Bouin, das erste Pflichtspiel im schmucken Bad von Olympic Nizza war absolviert. Auch wenn der ASCD gegen Jadran Herceg Novi unterlag, machte sich doch ein wenig Erleichterung bei den beiden Neuzugängen breit. "Anfangs gab's natürlich schon viel Kritik", berichtet Till Rohe von seinem Abschied aus Uerdingen. Kein Wunder, in Meisterschaft und Pokal schalteten die Amateure den Rivalen von der anderen Rheinseite aus. "Ich habe lange herumgedruckst", erklärt Sebastian Hoffmann, "aber die Jungs kommen damit klar."

Gemeinsam wollen sie mit dem ASCD in der Anfang November beginnenden Bundesligasaison Spandau Berlin angreifen. "Zu einem schlechteren Verein wäre ich wohl nicht gewechselt", betont Sebastian Hoffmann, der ganz vorne im Center, wo's weh tut, Timo Purschke entlasten soll. Till Rohe beschäftigt sich vorwiegend mit der Verteidigung gegen diese schweren Brocken, was dem ASCD ein Luxusproblem beschert: Mit Rohe, Julian Real und Andreas Jürgens haben sie dann drei hochbegabte Centerverteidiger. "Wir werden rotieren", sagt ASCD-Trainer Arno Troost, "wichtig ist es für sie, zu wissen, dass sie auch was anderes spielen können."

Julian Real gehört dem Alter nach noch der A-Jugend an, und aus der rutschen weitere Talente hoch in den Bundesligakader der Gelb-Schwarzen. Dirk van Kaathoven zum Beispiel, der mit der Fahrt nach Nizza eine erste Belohnung für seinen Fleiß bekommt. "Das ist Zückerchen", sagt Troost, "denn die Jungs sind alle gallig und quälen sich." Alle, das sind außer Real und van Kaathoven noch Michael Werner und Daniel Grohs - alle spielen im Jugendnationalteam. "Ich will erstmal voll mittrainieren und mich über Kurzeinsätze anbieten", sagt van Kaathoven.

Die Einbindung ins Team hat gut funktioniert. "Klar kannten wir alle schon vorher", sagt Daniel Grohs, "aber wir sind freundschaftlich aufgenommen worden." Das gilt natürlich auch für Torhüter Thomas Hertes, der an der Kruppstraße wechselte und vom Nachbarn DSV 98 kam. Sie alle werden noch später vom eigenen Publikum an der Kruppstraße oder im Schwimmstadion herzlich begrüßt.

Ob das bei Sebastian Hoffmann und Till Rohe in Uerdingen noch so ist, darf bezweifelt werden . . .

ANDREAS BERTEN berichtet aus Nizza

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