Die Eltern hüten die Pokale
03.08.2010 | 21:06 Uhr 2010-08-03T21:06:00+0200
Duisburg.Alexandra Popp ist die Sportlerin des Monats Juli 2010 – und des 1. August.
Ein Schmunzeln umspielte ihre Mundwinkel. „Nein“, sagt Alexandra Popp. So recht wisse sie noch nicht, wo sie ihre allerneusten Pokal hinstellt. „Noch stehen sie bei meinen Eltern.“ Und die hüten einen besonderen Schatz. Wann wird man schon gleichzeitig als beste Spielerin und als Torschützenkönigin einer Fußball-Weltmeisterschaft ausgezeichnet?
So ist die Duisburger Sportlerin des Monats Juli auch die Sportlerin des 1. August. Den Grundstein für ihre starke Leistung legte Alexandra Popp schließlich bereits ab dem 13. Juli. Die Fußballerin des FCR 2001 Duisburg erzielte bei der U-20-WM im eigenen Land zehn der 20 Tore der deutschen Nationalmannschaft, war also maßgeblich am Gewinn der Weltmeisterschaft beteiligt – und das als Spielerin, die in der Bundesliga links hinten in der Viererkette spielt.
Wo feiert man
in Bielefeld?
Dass die Party des Deutschen Fußball-Bundes groß ausfiel, ist klar. Aber wo in des Fußballgotts Namen feiert man bloß in Bielefeld, wo ja die deutschen Juniorinnen mit 2:0 – wieder mit einem Tor von „Poppi“ – den Titel gewonnen haben? „Wir hatten eine Bar gemietet. Da gab es auch einen DJ. Das war schon ganz gut“, erzählt die Silschederin in Diensten der Löwinnen.
Während des Turniers zwackte es es zwar hie’ und da, aber ihre Sehnenreizung hält die 19-Jährige nicht davon ab, bereits wieder mit dem FCR zu trainieren und in aller Herrgottsfrühe am heutigen Mittwoch nach Nordirland aufzubrechen, wo das Erstrunden-Turnier in der Champions League ansteht.
Eine zu große Belastung? „Ach was. Ich freue mich schon wieder darauf, mit den Mädels hier zusammen zu sein“, sagt Popp. Für den Star der U-20-WM ist es aber nicht nur die Rückkehr zum Verein, sondern auch die Rückkehr in die Viererkette. Ob sie das stört? „Ich spiele da, wo die Trainerin mich aufstellt“, fällt ihre Aussage ganz professionell, aber ebenso glaubhaft aus. „Ich meine, das kriege ich ja auch ganz gut hin.“ Und wieder fliegt ein Lächeln um ihre Lippen. Dann sagt sie: „Ich spielen links hinten. Umso größer ist die Freude, wenn ich dann doch mal vorne spielen kann.“ Das Gespräch mit ihrer Trainerin Martina Voss-Tecklenburg hat es längst gegeben. Und schließlich hat die Oberlöwin auch schon längst gesagt, ihr eine Chance im Angriff geben zu wollen, wenn das Spiel und die Situation es zulassen.
Gestern wurde „Poppi“ noch geschont. Ein leichtes Lauftraining stand auf ihrem Plan. Schließlich ist die Verletztenliste des FCR wahrlich schon lang genug. Was sie zu den Gegnern der Europapokal-Turniers sagen kann? „Ehrlich gesagt, noch nicht so viel.“ Schließlich hatte sie in den letzten Tagen andere Sorgen, als die international eher schwachen Slowaken von Slovan Bratislava oder die britischen Teams der Newtonabbey Strikers oder von Glasgow City. Ihr Ziel ist dennoch klar: „Wir wollen Gruppensieger werden.“
Dann geht es weiter. Richtung Bundesliga, Pokal und Champions League – und auch in den A-Kader zur Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland? Noch hat ihr Silvia Neid „nur“ gratuliert. Vielleicht bekommt „Poppi“ aber bald wieder Gratulationen. Dann nämlich, wenn die Nominierung der Bundestrainerin ins Haus flattern sollte . . .
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