„Deswegen habe ich Kopfkino“

Ohne Siegerlächeln ging Duisburgs Torjäger Kingsley Onuegbu nach dem Erfolg über Cottbus in die Kabine. Und ziemlich geknickt kam er nach dem Duschen wieder heraus. „Für mich fühlt sich das 3:2 nicht wie ein Sieg an. Es ist fast wie eine Niederlage“, meinte der Stürmer, dem gegen die Lausitzer sein elftes Saisontor gelungen war.

Was Onuegbu so sehr wurmte: „Das 3:2 geht ganz klar auf meine Kappe. Ich darf Möhrle in der Situation nie und nimmer laufen lassen. Wir haben eine klare Zuordnung bei Standards. Wenn ich mit Möhrle mitlaufe, dann macht er das Tor zum nicht.“ Der einstige Fürther ließ sich auch von zahlreichen Schulterklopfern nicht aufmuntern.

„Jeder sagt: Toll gespielt, King. Super die Bälle verteilt und so weiter. Aber das 2:3 ärgert mich maßlos. Die Mannschaft macht und tut. Und durch meinen Fehler fangen wir uns wieder ein Gegentor. Das kostet richtig Kraft. Vielleicht ist es morgen wieder besser, aber direkt nach dem Spiel hatte ich echt Kopfkino deswegen.“

Seine Hauptaufgabe, vor dem gegnerischen Kasten für Unruhe zu sorgen, erledigte der 29-Jährige mit großem Einsatz. Gegenspieler Cedric Mimbala sah in vielen Szenen nur die Hacken vom „King“, der allerdings im Abschluss nicht immer die richtige Wahl traf. „Wir hätten höher gewinnen müssen, weil ich allein schon zwei hundertprozentige Chancen ausgelassen habe. Aber das ist nicht so schlimm, wie das, was mir beim Gegentor passiert ist. Wir müssen immer zittern“, spukte Onuegbu weiterhin die Szene kurz vor Spielende im Kopf herum.

Was er sich für den spannenden Endspurt in der 3. Liga wünscht? Onuegbu: „Wir müssen auch mal einfach eine Führung über die Runden bringen. So wie Kiel es in den vergangenen Wochen oft genug macht. Wenn die 1:0 führen, hauen sie die Bälle nur noch weg und gewinnen.“ Zumindest in Halle klappte das nicht: Dort holten die Störche gestern nach 0:2-Rückstand aber noch ein 2:2. Der MSV-Brecher rechnet durch: „Es sind noch fünf Spiele und wir sind knapp hinter Kiel Dritter. Die Chancen zum Aufstieg sind da. Wir werden bis zum Ende Vollgas geben und dürfen uns keinen Ausrutscher mehr erlauben.“