Derby-Schlammschlacht ohne Sieger

Fair Play: Vor dem Spiel reichten sich die Derby-Kontrahenten die Hände. Auch danach ging es hart aber fair zu.
Fair Play: Vor dem Spiel reichten sich die Derby-Kontrahenten die Hände. Auch danach ging es hart aber fair zu.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Homberg und MSV II trennen sich 1:1. VfB-Keeper Hauffe sieht in der 19. Minute die Rote Karte für eine Notbremse.

Am Rheindeich herrschte andächtige Stille. Mit einer Gedenkminute gedachten die Aktiven und die rund 400 Zuschauer vor dem Oberligaderby zwischen dem VfB Homberg und dem MSV Duisburg II der Opfer der Germanwings-Katastrophe. Die Gäste aus Meiderich trugen zudem Trauerflor. Die anschließenden 90 Minuten glichen weniger einem Fußballspiel als einer Schlammschlacht. Dauerregen und tiefer, rutschiger Rasen sorgten für ein fahriges Spiel mit vielen Fehlpässen und Ballverlusten. „Richtiger Fußball war da kaum möglich“, war auch MSV-Kapitän Maik Goralski froh, nach der Rutschpartie endlich unter die warme Dusche zu dürfen. Doch beide Seiten nahmen die Bedingungen bestmöglich an und lieferten sich einen harten Kampf, der mit einem leistungsgerechten 1:1 (1:1) endete.

Eine Punkteteilung, mit der die Zebras rein Tabellarisch gesehen sicher besser leben können als Schlusslicht Homberg, dem das vierte Remis in Folge im Abstiegskampf nicht sonderlich weiterhilft.

Aber auch den einen Zähler nahm Günter Abel gern mit. Zumal sein Team nach einer Notbremse von Keeper Martin Hauffe gegen MSV-Stürmer Georgios Mantatzidis 71 Minuten in Unterzahl agierte. „Auf die Tabelle schaue ich gar nicht mehr“, so der VfB-Coach, „mir ist wichtig, ein Team gesehen zu haben, das bis zur letzten Patrone Vollgas gegeben und sich den Punkt erkämpft hat. Das gezeigt hat, dass es lebt. Wir haben sehr geordnet und aggressiv gespielt und es wäre sogar noch mehr drin gewesen. Schade nur, dass wir uns durch einen unnötigen Fehlpass wieder selbst um den Lohn bringen.“

Zweimal Pfosten in fünf Sekunden

In der elften Minute ließen Almir Sogolj und Jonas Rölver die Großchance zur Führung mit zwei Pfostenschüssen binnen fünf Sekunden liegen. Dazwischen hatte Goralski noch auf der Linie gerettet. Rölver musste nach Hauffes Platzverweis für Ersatzkeeper Fabian Groß weichen. Doch Sogolj reichte als einzige Sturmspitze, um einen Konter per Kopf zum 1:0 abzuschließen (33.). „Das darf uns nach einer eigenen Ecke und dazu noch in Überzahl niemals passieren. Da waren wir ganz schlecht gestaffelt“, wurmte die Entstehung des Rückstands Manfred Wölpper gewaltig.

Die rote Karte, die Abel – „es stand noch ein Mann daneben“ – anzweifelte, habe seinem Team auch nicht wirklich in die Karten gespielt, meinte der MSV-Coach. „Mir wäre es lieber gewesen, Hauffe hätte George nicht getroffen und wir hätten das 1:0 gemacht. So kam wieder das Phänomen auf, dass jeder in Überzahl plötzlich etwas weniger gibt.“ Dennoch reichte es nach dem von Abel angesprochenen Querpass der Homberger noch zum 1:1. Die Zebras eroberten den Ball, und Ismail Öztürk nahm am langen Pfosten die Flanke von Arne Kleinpaß zum Ausgleich ab (40.). Nach der Pause hatten beide Seiten keine zwingenden Chancen mehr, was Abel im Abstiegskampf weiter hoffen lässt: „Wir haben in Unterzahl gegen ein spielstarkes Team bei schweren Bedingungen nichts zugelassen.“