Der VfB Homberg ist Duisburgs zweite Handball-Kraft

Trainer Rüdiger Winter will nicht nur aufsteigen, er will in Homberg etwas Nachhaltiges schaffen.
Trainer Rüdiger Winter will nicht nur aufsteigen, er will in Homberg etwas Nachhaltiges schaffen.
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
Der VfB Homberg führt die Handball-Verbandsliga an und will in die Oberliga aufsteigen. Da könnte es zum Duell mit den OSC Löwen kommen.

Duisburg..  In der Sporthalle der Erich-Kästner-Gesamtschule in Hochheide gibt es eine Kletterwand. Direkt neben dem Handball-Tor, bei Spielen ist sie hochgeklappt. Doch für die Verbandsliga-Handballer des VfB Homberg ist diese Wand Programm. Sie wollen klettern. In die Oberliga. Derzeit stimmt die Richtung, das Team ist Spitzenreiter.

Es gab schon bessere Handball-Zeiten in Homberg. Helmut „Pat“ Boermann hat sie als aktiver Spieler in der Regionalliga selbst erlebt. Das ist lange her. Boermann ist mittlerweile 75 und bastelt zusammen mit Manager Deniz Aksen als sportlicher Leiter am größten Erfolg in der jüngeren Vergangenheit. „Wir könnten die Oberliga stemmen“, sagt Boermann.

Der VfB kommt mittlerweile von „ziemlich weit unten“. Zwischenzeitlich waren die Homberger bis in die Bezirksklasse abgestürzt. Es folgten Aufstiege. Vor zwei Jahren stieg der VfB in die Verbandsliga auf, es folgten zwei zweite Plätze. In der letzten Saison fehlte gerade einmal ein Punkt zum Aufstieg.

Wer zweimal Zweiter wird, möchte gerne Erster werden. Als Trainer Rüdiger Winter im Sommer seinen Job beim VfB antrat, machte er den Verantwortlichen erst einmal klar, dass es diesen Automatismus in seinen Augen nicht gibt. „Natürlich möchte ich auch aufsteigen. Aber in der letzten Saison hatte das Team 18 Minuspunkte. Es gibt Spieljahre, da stehst du damit im Mittelfeld.“

Derzeit stehen nur fünf Minuspunkte zu Buche – und vier der Miesen handelte sich der VfB nach dem Jahreswechsel bei Niederlagen gegen die HSG Mülheim und den TV Oppum ein. Diese beiden Mannschaften sieht Winter auch als ärgste Konkurrenten im Aufstiegskampf an.

Avancen der SG abgelehnt

In der Oberliga müsste sich der VfB strecken. „Wir werden unseren kleinen Etat nicht erheblich vergrößern können“, betrachtet Pat Boermann die Situation nüchtern. Immerhin ist der VfB ist mittlerweile die Nummer zwei im Duisburger Handball und könnte in der kommenden Saison sogar an der Nummer eins kratzen. Wenn der VfB aufsteigt und die OSC Löwen Duisburg aus der 3.Liga absteigen. Das wäre für viele eine brisante Geschichte – auch für VfB-Torwart Sebastian Brysch, der schon für den OSC Rheinhausen und die OSC Löwen spielte. „Ich wünsche den OSC Löwen, dass sie nicht absteigen. Aber sollte es in der nächsten Saison zu diesem Derby kommen, wäre das eine große Sache“, so Bryscch, der aus seiner Sehnsucht nach dem Aufstieg keinen Hehl macht: „Wenn du zur Hälfte der Saison Erster bist, möchtest du auch am Ende an der Spitze stehen.“

Das möchte auch Pat Boermann, der stolz darauf ist, dass der VfB seinen Erfolgsweg bislang alleine beschritten hat. Natürlich hat es sie gegeben, die Avancen der OSC Löwen, der SG beizutreten. „Unzählige Male“, wie Boermann sagt. Aber für die VfB-Verantwortlichen war das kein Thema. „Das würde nicht passen. Man muss doch nur schauen, was aus Hamborn 07 wurde“, so Boermann.

Zwei Neuzugänge stehen fest

Der Kader für die kommende Saison steht weitgehend. Trainer Rüdiger Winter hat bereits seinen Vertrag verlängert. Tim Leigraf will kürzer treten und wechselt nach Königshof. Dafür stehen mit Jan Roschig von SV Neukirchen und Marco Hofmeister (früher OSC) zwei Neuzugänge fest.

Sollte es mit dem Aufstieg klappen, ist sich Winter sicher, „dass wir nicht sofort wieder absteigen. Wir wollen in Homberg etwas Nachhaltiges aufbauen.“ Und wenn es im Frühjahr doch nicht mit dem Aufstieg klappt? Winter: „Dann geht die Welt für uns nicht unter. Dann greifen wir in der nächsten Saison eben noch einmal an.“