Der Traum von der Nationalmannschaft

Im Kreise der Kollegen: Belmin Betevija im Holtkamp mit den B-Junioren von Hamborn 07. Der junge Bosnier hofft auf weitere Berufungen zur U-17-Nationalmannschaft.
Im Kreise der Kollegen: Belmin Betevija im Holtkamp mit den B-Junioren von Hamborn 07. Der junge Bosnier hofft auf weitere Berufungen zur U-17-Nationalmannschaft.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Belmin Betevija von Hamborn 07 nahm an einem Lehrgang der bosnischen U-17-Auswahl teil und hofft auf weitere Berufungen.

Duisburg..  Für Belmin Betevija geht ein Traum in Erfüllung. Der fußballbegeisterte Mittelfeldspieler vom Niederrheinligisten Hamborn 07 nahm an einem dreitägigen Sichtungslehrgang der bosnischen U-17-Nationalmannschaft in Zenica teil und darf nun hoffen, bald Nationalspieler seines Heimatlandes zu sein.

„Am Anfang war ich aufgeregt“ gibt Belmin zu. „Aber ich werde in Zukunft öfters zur Nationalmannschaft fliegen, um dort an meiner Kondition, Schnelligkeit und Technik zu arbeiten.“ Sein Traum ist es, wie sein Idol Zlatan Ibrahimovic für einen großen Klub auf Torejagd zu gehen und auch für seine Nation eine große Rolle zu spielen. Auch die Schule unterstützt den 16-Jährigen dabei und stellt ihn für Lehrgänge frei.

Theoretisch auch für den DFB

Der Hamborner Löwe trainierte in Bosnien gemeinsam mit Spielern aus namhaften Klubs – darunter der FC Bayern München, für den auch privat sein Herz schlägt, oder Sparta Prag. Mit den anderen Junioren-Nationalspielern verständigte sich der Hamborner auf Bosnisch, jedoch beherrscht er die deutsche Sprache deutlich besser. Da Belmin Betevija in Deutschland geboren ist, hätte er auch die theoretische Möglichkeit für den DFB zu spielen. Aus diesem Grund bangen viele Verbände, dass sie ihre Talente an ein anderes Land verlieren. Daher geht auch der bosnische Verband auf Talentsuche und versucht, seine Talente davon zu überzeugen, für Bosnien-Herzegowina aufzulaufen. Belmins Vater überlässt seinem Jungen die Entscheidung: „Wir sind integriert und leben nach deutscher Kultur.“

Der Hamborner B-Jugend-Trainer Armin Dimmel, der den womöglich baldigen Nationalspieler vor zwei Jahren vom VfB Speldorf geholt hat, ist von ihm angetan: „Der Ehrgeiz und die Einstellung im Training sind top.“ Er adelt ihn: „Der ehrgeizigste Spieler, den ich je hatte.“ Jedoch müsse er auch im Spiel seine Klasse zeigen. Das sieht auch Belmin so: Er nickt seinem Trainer bescheiden zu und fügt hinzu, dass er in den Meisterschaftsspielen aufgeregt sei und so nicht seine volle Klasse zeigen könne.

Seinen jetzigen Tagesablauf will der 16-jährige erstmal beibehalten. „Aufstehen, zur Schule gehen, Hausaufgaben und dann zum Training“, beschreibt Belmin seinen Alltag. „Auch wenn es lukrative Angebote gibt, bleibt er vorerst ein Löwe“, stellt sein Vater fest.

Am liebsten sieht sich der talentierte Kicker als defensiven Mittelfeldspieler oder als Flügelflitzer auf links außen. Seine Ambitionen in Hamborn sind es, die Klasse zu halten und die Konstanz in den Spielen herzustellen.