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Mountainbike

Der Staub als Markenzeichen

09.08.2009 | 19:52 Uhr

Michael Grobe gewinnt die „24 Stunden von Duisburg”.

Abwärts durch die Industrieschluchten des Duisburger Nordens. (Foto: Udo Milbret)

Woran ist ein Einzelfahrer bei den „24 Stunden von Duisburg” zu erkennen? Okay. An der blauen Startnummer. Aber das ist ja langweilig. Ganz einfach. Am Dreck. Wenn Fußballtrainer vom „Grasfressen” sprechen, wenn ihre Spieler sich bewegen sollen, machen sie sich keine Gedanken darüber, wieviel Staub ein Mountainbiker „frisst”, wenn er beinahe unterbrochen einen Tag lang auf dem Rad sitzt. Der beste Einzelfahrer des beliebten Rennens im Landschaftspark heißt Michael Grobe, der es in 24 Stunden auf 77 Runden und damit 531,3 Kilometer brachte.

Auch über den 20. Platz kann man sich freuen: „Ich wollte unbedingt unter die ersten 20”, freute sich ein abgekämpfter Michael Dieckermann – mit vom Staub geröteten Augen. Der Staub bedeckte auch das Rad des Duisburgers, der 23 Stunden und 30 Minuten lang strampelte und sich lediglich eine halbe Stunde lang massieren ließ. Wielange es dauert, sein Bike wieder flott zu kriegen? „Tage”, augenzwinkerte er, „aber frag' lieber, wie lange es dauert, mich wieder flott zu kriegen.

Diesmal verteidigten Wilde & Co. Rang drei

Info
Michael Grobe ist bester Einzelfahrer

Die Sieger der 24 Stunden von Duisburg:

Einzel, Männer: Michael Grobe (77 Runden, 531,3 km);

Frauen: Sabine Hempel (Watzup Duisburg, 62 Runden, 427,8 km);

Zweier, männlich: Lars Ahlersmeyer, Andreas Kuntz (A-Team Aachen, 84 Runden, 579,6 km);

mixed: Julia Hanebuth, Mark Ostendarp (Große Scheibe Lette, 82 Runden, 565,8 km);

weiblich: Meike Kleinschmidt, Andrea Schulte (Sauerland Express, 46 Runden, 317,4 km);

Vierer, männlich: Ralph Berner, Daniel Eiermann, Finn Heitmann, Mirko Volk (Votec Racing Team, 96 Runden, 662,4 km);

mixed: Kai Hundermarck, Franziska Linné, Udo Vollmer, Frederik Zierke (Herzlichst Zypern, 90 Runden, 621 km);

weiblich: Christina Baganz, Nelia Fuchs, Annette Kolf, Monika Rüther (Burn Baby, 79 Runden, 545,1 km);

Achter, männlich: Thomas Böing, Karsten Ernst, Rüdiger Ernst, Christian Große-Kreul, Sascha Hubbert, Thomas Ink, Markus Pieper, Andre´ Reitz (Wüster Radladen, 94 Runden, 648,6 km);

mixed: Antje Gahl, Harald Gahl, Nadine Lohmann, Florian Melchers, Guillaume Savelli, Jürgen Schmidt, Christiane Schmück, Thomas Voss (7-hills, 80 Runden, 552 km);

weiblich: Julia Behrendt, Martina Jandt, Miriam Marquardt, Christiane Nattkamp, Rebecca Nienhaus, Kerstin Phoa, Sylvia Rydsy, Nicole Teitzel (Die Mädels, 66 Runden, 455,4 km).

Derweil waren auch andere Duisburger bester Laune. „Im letzten Jahr haben wir den dritten Platz noch in der letzten Runde abgegeben”, freute sich Christoph Wilde diesmal über eben jenen Podestplatz mit dem Haniel.de-Team in der Firmenwertung. Wilde & Co. gingen als Achter-Team an den Start – obwohl sie nur zu siebt waren. „Und dann ist noch einer unserer Fahrer ausgefallen”, so Wilde, sodass der dritte Rang umso wertvoller wurde. Doch auch in einem (dezimierten) Achterteam ist an Schlaf nicht zu denken. „Wir haben uns ab und zu mal hingelegt”, berichtet Wilde, der als Schlussfahrer nach der Zielankunft erst einmal kräftig durchschnaufen musste. „Stattdessen waren wir ständig mit einem Blackberry im Netz, um zu sehen, wo wir stehen.” Mitten in der Nacht war es kurz nur der vierte Platz. Wann sie ihre Kontrahenten überholt haben? Ein Grinsen. Ein Achselzucken. Egal.

Für das Duisburger Team Hüttenzauber, das in der Viererwertung Elfter wurde, war selbst an Hinlegen kaum zu denken. Zwei von ihnen, Michael Funcke und Robin Marc Negele hatten dabei sogar das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring in der Vorwoche in den Knochen – übrigens mit Sabine Hempel vom Duisburger Watzup-Team, die in der eigenen Stadt die Einzelwertung der Frauen gewann. Begeistert war vor allem der einzig „Ortsfremde” im Hüttenzauber-Team: Jürgen Tieker, Arbeitskollege von Negele, kommt aus Karlsruhe. „Die Fahrt durch das Industriegelände ist wirklich toll. Und die Strecke ist anspruchsvoll.” Eine Atmosphäre, die sich auch in der Stimmung niederschlug. „Selbst um 2 oder 3 Uhr in der Nacht feuerten uns hier Zuschauer an”, so Tieker.

Auch das Deutsche Rote Kreuz musste bei einem sehr schweren Sturz wieder eingreifen. Einem Teilnehmer brach der Lenker – ausgerechnet als er die Treppe hinunterfuhr. Dabei stürzte er unter das Geländer. Die Folge: Multiple Knochenbrüche. Aber selbst dieser schwere Unfall wird die Teilnehmer nicht davon abhalten, sich erneut anzumelden. Davon kündete das Augenfunkeln, als sich die Sportler ihr Finisher-Shirt überstreiften . . .

Friedhelm Thelen

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Kommentare
10.08.2009
11:54
Der Staub als Markenzeichen
von Detlev Brandenburg | #2

Hallo das 8-er Firmenteam dass zwischenzeitlich den dritten Platz inne hatte war das Stadtwerke Team 3. Nächstes Jahr sammer wieder dabei und greifen den dritten Platz an.
Alles in allem eine klasse Veranstalltung, super Engagement aller Helfer und des Promo-Teams, Verflegung in der Wechselzone auch top. Weiter so hat super spaß gemacht.

10.08.2009
08:13
Der Staub als Markenzeichen
von Andreas Klein | #1

Das Duisburger Watzup-Team hätte disqualifiziert werden müssen, denn noch Stunden nach der Veröffentlichung der entsprechenden Spielregel ließen sich die Fahrer in der Wechselzone von einer dritten Person beim Wechsel helfen (Fahrrad halten, Staffelband weiterreichen).

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