Der MSV Duisburg ist wieder am Ball

Auch der Spaß kam beim Trainingsauftakt des Fußball-Drittligisten nicht zu kurz: Die Zebras beim Aufgalopp mit Marcel Stenzel (vorne).
Auch der Spaß kam beim Trainingsauftakt des Fußball-Drittligisten nicht zu kurz: Die Zebras beim Aufgalopp mit Marcel Stenzel (vorne).
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Fußball-Drittligist MSV Duisburg hat die Vorbereitung aufgenommen. Trainer Gino Lettieri hofft, dass sein Team aggressiver wird.

Duisburg..  Die Zebras sind wieder am Ball. Seit Samstag bereiten sich die Drittliga-Fußballer des MSV Duisburg auf die restlichen 16 Spiele der Rückrunde vor. Schon vor der ersten Trainingseinheit nach der Winterpause waren die Meidericher in der Öffentlichkeit präsent. Der Wechsel des Hotels im Trainingslager in der Türkei wegen eines Schönheitswettbewerbes mit 400 russischen Models schlug sogar international Wellen.

„Wo ist das Problem?“, fragt der in England erscheinende Daily Mirror. Europaweit griffen die Blätter das Thema auf – über die Niederlande, Belgien bis hin nach Tschechien. Die MSV-Profis verfolgten das Thema natürlich im Netz und machen ihrerseits Späße. Traurig wegen des Umzuges? Innenverteidiger Thomas Meißner kommentierte das am Samstag mit einem breiten Grinsen: „Das ist schon bitter.“

„Die Geschichte hat einen schönen Nebeneffekt. Wir standen europaweit in den Zeitungen“, kann auch MSV-Sportdirektor Ivica Grlic schmunzeln, verweist aber auf den ernsten Hintergrund der Geschichte. Und da geht es nicht um die Frage, ob die 400 Schönheiten den Zebras im Trainingslager den Kopf verdrehen können. Grlic: „Eine optimale Vorbereitung ist wichtig. Und deshalb ist der Umzug die richtige Entscheidung.“ Teammanager Michael Meier ergänzt: „Es bestand die Gefahr, dass wir uns im organisatorischen Bereich hätten einschränken müssen. Zum Beispiel hätten uns nicht alle Räumlichkeiten im geplanten Umfang zur Verfügung gestanden.“ Im nur 700 Meter entfernt neuen Hotel in Antalya-Lara werden die Zebras wie geplant vom 8. bis zum 16. Januar arbeiten können.

Testspieler aus Florida

Auf jeden Fall werden die Witterungsbedingungen in Asien freundlicher sein als beim Trainingsauftakt am Samstag in Meiderich. Noch nicht mit von der Partie waren im Mannschaftskreis die verletzten Michael Gardawski und Dennis Grote. Dafür war Pierre De Wit am Start, und der Mittelfeldspieler, der verletzungsbedingt seit August auf Eis lag, hofft, dass es für ihn von nun an nur noch aufwärts gehen wird. Dies hofft auch Trainer Gino Lettieri, der aber darauf verweist, „dass Pierre über vier Monate aus dem Geschäft war. Er benötigt Zeit.“

Wird de Wit hundertprozentig fit, wäre er für Lettieri ein gefühlter Neuzugang. Zudem wird der MSV die Vorbereitungszeit nutzen, um einige Kandidaten zu testen. Zwei Gastspieler waren am Samstag dabei, wobei sich einer der Herren verletzte und die Heimreise antrat. Noch dabei ist der Engländer Mark Anderson (25) von den Fort Lauderdale Strikers aus der North American Soccer League. Der Mittelfeldspieler erzielte in der abgelaufenen Saison in 27 Spielen sechs Tore.

Gino Lettieri will in der Vorbereitungsphase, die am 31. Januar mit dem Punktspiel beim Halleschen FC endet, „zwei, drei Schwerpunkte setzen.“ Einen Schwerpunkt verriet er bereits: die Aggressivität. Lettieri: „Da muss künftig mehr kommen. Wir sind zu Hause zwar ungeschlagen, aber sechs Unentschieden sind einfach zu viel, zumal wir in diesen Partien in Führung lagen.“

Der Coach freute sich, dass er nach dem Gewichtstest vor der ersten Einheit keine Rüffel austeilen musste. „Alle Spieler haben sich in der Weihnachtspause an die Vorgaben gehalten. Einige schnitten sogar besser ab, als ich es erwartet hatte.“

Lettieri hofft, dass die verletzten Spieler möglichst schnell zurückkehren, bleibt dabei aber realistisch: „Natürlich ändert sich eine Situation nicht, nur weil ein neues Jahr beginnt. Zwischen dem 31. Dezember und dem 1. Januar liegt nur ein Tag. Die Probleme bleiben die alten.“

Offene Gespräche

Trotzdem: Manager Ivo Grlic hofft, dass die Personalprobleme 2015 weniger werden: „Ziel ist es, dass wir in der Rückrunde in der Lage sein werden, mehrere Spiele hintereinander mit der gleichen Aufstellung spielen können.“ Bis zum Ende der Transferfrist am 31. Januar will Grlic den Spielermarkt beobachten, um im Rahmen der Möglichkeiten vielleicht noch einen Deal landen zu können.

Denkbar ist auch, dass der MSV den Kader reduzieren wird und ein oder zwei Spieler schon nicht mehr mit ins Trainingslager mitfliegen werden. Grlic: „Wir werden mit den Jungs offen darüber reden und ihnen sagen, dass sie in den Planungen keine Rolle mehr spielen. Für Tanju Öztürk gilt das schon seit Saisonbeginn. Auch in der aktuellen Transferphase ist der Mittelfeldspieler auf dem Markt. Grlic: „Es liegt derzeit keine Anfrage für ihn vor.