Der Mini-Vergleich geht an Duisburg

Spaß und Freundschaft – das stand auch beim 36. Sportaustausch zwischen Duisburg und Calais im Vordergrund. Der Freundschaftspokal ging mit 7:3 Punkten an Duisburg.
Spaß und Freundschaft – das stand auch beim 36. Sportaustausch zwischen Duisburg und Calais im Vordergrund. Der Freundschaftspokal ging mit 7:3 Punkten an Duisburg.
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Was wir bereits wissen
Bei der 36. Auflage maßen sich die Gastgeber mit Calais nur in fünf Sportarten. Fußball und Segeln fielen kurzfristig aus. Der Freundschaftspokal ging mit 7:3 Punkten an Duisburg.

Duisburg..  Es ist kaum zu glauben, aber der „Mini“ als Bekleidungsstück ist eine englische Erfindung. Mary Quant heißt die Modeschöpferin aus den Sechzigern, die den kurzen Rock salonfähig machte. Frankreich dagegen hat nun immerhin den „Mini-Städtevergleich“ erfunden. Sichtlich sauer mussten die Vertreter des „Office Municipal des Sports et des Loisirs“, sozusagen das Gegenstück zum Stadtsportbund Duisburg, verkünden, dass die Sportarten Fußball und Segeln beim 36. Sportaustausch zwischen Duisburg und seiner Partnerstadt Calais ausfallen müssen. Am Ende gewann Duisburg den auf fünf Sportarten reduzierten Vergleich mit 7:3 Punkten.

Während es bei den Seglern ein Problem mit den Betreuern gab, sodass eine Anreise schwierig wurde, was zudem schon früh kommuniziert wurde, sorgten die Fußballer für saure Gesichter bei den französischen Funktionären. Die Geste, die Francis Devin, Sportdezernent in Calais, vollführte, als er auf die Kicker angesprochen wurde, lässt einige harsche Sanktionen erwarten. Einen Tag vor der Abreise kam die Absage für die Mädchenmannschaft, die gegen den Nachwuchs des MSV hätte spielen sollen. „Ein Trainer ist gegangen und hat einige Spielerinnen mitgenommen“, berichtet Uwe Busch, Geschäftsführer des SSB. Bemerkenswert: Es war kein kleiner Verein, der sich diese Blöße gab, sondern der in Calais so beliebte CRUFC, der 2000 völlig überraschend das französische Pokalfinale erreicht hatte – was die damalige Aufmerksamkeit der Sportler aus Calais während des Austauschs in der französischen Hafenstadt merklich band.

„Das Ganze war unseren französischen Freunden sehr unangenehm, aber wir haben betont, dass das unseren exzellenten Beziehungen auf gar keinen Fall schadet“, sagte SSB-Präsident Franz Hering. Denn schließlich lebt dieser Austausch von den Begegnungen der Sportler – jungen wie älteren.

Schützen hoffen auf neue Heimat

Los ging es am Samstag schon früh um 10 Uhr mit dem Aufeinandertreffen der Schützen des PSV Duisburg 1920 mit dem Cercle de Tir de Calais. Allerdings wurde nicht in Duisburg um die Wette geschossen, da der Polizeisportverein seit seiner Verbannung vom Polizei-Schießstand vor einigen Jahren immer noch „umherzieht“. Geschossen wurde daher im Schießsportzentrum Berka in Rheinberg-Millingen, einer privaten Anlage. Im regulären Sportbetrieb sind die PSV-Schützen unter anderem beim Duisburger SSV in Duissern, teilweise aber auch beim ETuS Wedau und in Ratingen zu Gast. „Wir hoffen darauf, bald wieder in Duisburg unseren Sport ausüben zu können“, sagt der 2. Vorsitzende Udo Herrmann. Der 1. Vorsitzende Guido Thielscher ergänzt: „Es sind zwei Varianten auf dem Vereinsgelände an der Futterstraße im Gespräch.“ Ein Vereinsheim sowie Anlagen für 25-Meter-Kurzwaffen sowie ein Luftdruckschießstand für den Nachwuchs sind angedacht. Das Duell beim Vergleich, den die Schützen für langer Zeit mit begründet hatten, endete unentschieden.

Derweil hatte das Duisburger Schwimmteam einmal mehr die Nase ganz klar vorn. Ohnehin ging es bei den Kindern auch ums Miteinander. „Wir haben beispielsweise das ,Tiger & Turtle’ besucht. Die Kinder haben schon E-Mail-Adressen ausgetauscht“, freut sich Uwe Scholten vom DST, der den Schwimmwettbewerb mit jeweils 16 Kindern auf beiden Seiten zusammen mit Silke Scholten und Britta Olschowka organisiert.

Beim Tischtennis trat eine Auswahl aus den Vereinen Meiderich 06/95, TTV Hamborn 2010, Rheinland Hamborn und VfL Rheinhausen gegen den OCTT Calais an – und revanchierte sich für die Niederlage im Vorjahr. Hier stand ein gemeinsamer Abend im Innenhafen der – allerdings auch erwachsenen-- Sportler neben dem Vergleich im Mittelpunkt. „Man kennt sich schon lange. Das macht es ja gerade so schön“, so Stephan Kölle, stellvertretender Fachschaftsleiter. Auch beim Volleyball ist das so. „Sportlerinnen, die schon zu alt sind, wollen trotzdem mitmachen und helfen bei der Organisation“, freut sich Heike Sorgatz, frühere Trainerin beim Rumelner TV, die seit vielen Jahren mit ihrem französischen Gegenüber Marie Hélène Hibertot für den reibungslosen Ablauf sorgt. Ganz neu waren die Flag-Footballer – eine Nachwuchsvariante des Footballs, bei der nicht getackelt wird, sondern Fähnchen abgerissen werden. „Die Spieler bleiben dann sofort stehen. Sogar eher zu früh als zu spät“, berichtet „Peewee“ Krause von den Dockers. „Das erzieht zur Fairness – und zwar erfolgreich.“ Und das passt doch ganz gut zum Städtevergleich. Übrigens: Die Pokale für Fußballer und Segler übergaben die Franzosen dennoch als freundschaftliche Geste an die Duisburger Vereine.

Sportaustausch, Endstand: Duisburg – Calais 7:3

Flag-Football: Stein Fire (Schulteam Steinbart-Gymnasium) – Calais Seagulls 44:6
Schützen: PSV Duisburg 1920 – Cercle de Tir de Calais 1:1 (Pistole: 1311:1063; Gewehr: 928:949)
Schwimmen: Duisburger Schwimmteam – Union Nautique de Calais 215:94
Tischtennis: Duisburger Auswahl – OCTT Calais 21:7 (erste Mannschaften 9:5, zweite Mannschaften 12:2)
Volleyball: Duisburger Auswahl – Stella Calais 1:3 (17:25, 15:25, 25:17, 8:25)

Die Sportarten Fußball und Segeln sind ausgefallen.