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Der lautlose Rückkehrer

13.08.2009 | 18:54 Uhr

Disziplin bleibt für Hasan Yildirim nach dem Wiederaufstieg des TSV 20 Bruckhausen oberstes Gebot,

Das Team von Aufsteiger TSV: (hinten von links) Betreuer Nuri Coban, Tahsin Engin, Senol Ibisi, Efe Cetin, Musa Erdogan, Co-Trainer Murat Sipahi; (Mitte von links) Betreuer Mustafa Akmese, Nazim Yanik, Osman Yüksel, Danijel Colic, Adil Kahraman, Turan Tekin, 2. Vorsitzender Turgay Mert, Förderer Ali Ergün; (vorn von links) Betreuer Basri Keser, Muhammed Aydin, Enes Kilinc, Muhammet Serdar, Andreas Suhl, Ömer Alikilic, Nail Göksal, Ilyas Caliskan, Adem Gümüs. (Foto: Friedhelm Geinowski)

So sieht ein zufriedenes Gesicht aus: Ein Stück weit zehrt die gute Laune bei Hasan Yildirim noch von seinem 49. Geburtstag, den er tags zuvor gefeiert hat. Doch mit Blick auf den Fußballplatz am Beeckbach ist es die Vorfreude, die für das breite Lächeln des Trainers verantwortlich ist. Die Vorfreude auf die anstehende Bezirksliga-Saison – mit dem TSV 20 Bruckhausen.

„Merkst du das”, fragt der ehemalige Profi des MSV Duisburg. „Du hörst keinen Mucks.” Dabei genießt Yildirim nicht etwa besinnliche Stille. Doch die Trainingseinheit seiner Kicker läuft reibungslos ab. Jeder weiß, was er zu tun hat. Keine Beschwerden. Und das ohne Anweisungen der Trainer. Denn Yildirim und sein Assistent Murat Sipahi haben sich Zeit genommen, um über eben dieses Team zu reden, dass vor zwei Jahren – nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Platzverweise – in die Kreisliga abgestiegen war.

„Wir waren am Boden”, erinnert sich der Coach, der das Team übernommen hatte, als es zu spät war. „Doch dann haben wir nach monatelanger Arbeit gute Jungs gefunden, die gewillt waren, uns in die Bezirksliga zurück zu bringen.” Vier Spieltage vor dem Saisonende machte der TSV den direkten Wiederaufstieg klar. Mit dem gefährlichsten Angriff, der sichersten Abwehr. Ohne jegliche rote Karte.

Die alten Hasen Adem Gümüs und Aydin Erdal sowie Kapitän Muhammed Aydin sind die einzigen Überbleibsel des Abstiegsteams – zugleich Galionsfiguren für die jungen Aufsteiger. Gümüs und Aydin leiten gerade das reibungslose Training.

Messlatte hängt nicht auf Anfängerniveau

Disziplin genießt bei Yildirim oberste Priorität. Davon sind auch Hoffnungsträger wie Torwart Ömer Alikilic und sein Bruder Musa nicht verschont, der als Mittelfeldspieler 40 Tore zum Aufstieg beitrug. Oder Stürmer Osman Yüksel mit 38 Treffern in 23 Spielen. Kreisliga-Statistiken, aber Yildirim ist sich sicher, dass seine Kicker den Unterschied zur Bezirksliga kennen. Die Messlatte hat der Coach mit einem einstelligen Tabellenplatz nicht auf Anfängerniveau gehängt.

Zur Zielerreichung des Aufsteigers sollen die 13 Neuzugänge beitragen. Dass sie den Weg zum Beeckbach gefunden haben, ist Murat Sipahi zu verdanken, der nicht nur Co-Trainer, sondern auch Sportlicher Leiter ist. Aber auch der Name Yildirim ist ein Zugpferd. „Es war der Trainer”, nennt Neuzugang Danijel Colic den Grund für seinen Wechsel vom ehemaligen Westfalenligisten Germania Gladbeck, der nun allerdings aus Finanznot einen Neustart in der Kreisliga antreten muss.

Yahya Yanilmaz (Viktoria Buchholz, private Gründe) und Murat Sener (1. FC Mülheim, jetzt Hamborn 90) haben ihre Zusagen indes zurückgezogen; dafür hat Sipahi kurzfristig noch Stürmer Musa Erdogan (Hamborn 07 A-Jugend) verpflichtet.

Der TSV ist der Frühaufsteher der Liga, befindet sich seit dem 21. Juni in der Vorbereitung. Alle zehn Testspiele fanden auswärts statt – als Vorbereitung auf die Saison. Durch die anstehende Beecker Kirmes ist der Aschenplatz des TSV für fünf Wochen gesperrt. Das Trainergespann hofft, dass die Stadt „endlich ihre oft getätigten Zusagen erfüllt” und in Form einer neuen Platzanlage Abhilfe schafft.

So stehen wegen getauschten Heimrechts fünf Auswärtsspiele in Folge an. Wie im Auftaktspiel, wenn der TSV im türkischen Derby direkt auf den FSV Duisburg trifft – Yildirims Aufstiegsfavoriten.

Sven Kowalski

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