Der Jubelschrei der Trainerin

Die Sekunde der Entscheidung: Die Nachricht ist da, der Club Raffelberg ist Zweitligist. Der Jubel der Spielerinnen bricht los – und am höchsten springt Andrea Rousselle.
Die Sekunde der Entscheidung: Die Nachricht ist da, der Club Raffelberg ist Zweitligist. Der Jubel der Spielerinnen bricht los – und am höchsten springt Andrea Rousselle.
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Was wir bereits wissen
Die Raffelberger Damen haben es geschafft: Zweitliga-Aufstieg mit hauchzartem Vorsprung

Duisburg..  Plötzlich stieß Susi Wollschläger einen spitzen Jubelschrei aus und riss die Arme nach oben. Die Minuten der Ungewissheit waren vorbei. Jubelnd und kreischend fielen sich die Hockey-Spielerinnen des Club Raffelberg in die Arme. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist geschafft. Punktgleich mit dem RTHC Bayer Leverkusen. Tordifferenzgleich mit dem RTHC Bayer Leverkusen – die Entscheidung zu Gunsten der Duisburger fiel aufgrund der mehr geschossenen Tore. Enger kann eine Aufstiegsfrage kaum entschieden waren.

„Ein Traum ist wahr geworden“, strahlte Andrea Rousselle und rief: „Ich muss mal kurz weg.“ Und schon spurtete sie los, um mit der Mannschaft und den Fans zu feiern – so wie es sein muss. Kurz darauf kam Rousselle, die erfahrenste Spielerin im Duisburger Kader, zurück. „Das war spannender, als es nötig war.“ Denn das abschließende Spiel hatte der CR gegen Rot-Weiß Köln II mit 3:2 (1:1) gewonnen. In den Spieltag ging Raffelberg punktgleich mit Leverkusen und einem um zwei Treffer besseren Torverhältnis. Das Duisburger Team wirkte nervös. „Wir haben einfache Fehler um Aufbau gemacht“, sagte Rousselle. Zweimal brachte Laura Figura (11., 38.) Raffelberg in Führung. Zweimal glich Köln aus (26., 39.). Eine kurze Ecke in der 53. Minute brachte schließlich die Entscheidung: Laura Helmrich traf zum 3:2-Siegtreffer.

Ein weiterer Treffer für die Gastgeberinnen wurde neun Minuten vor dem Ende nicht gegeben. Warum? „Das kann ich mir nicht erklären“, sagt CR-Trainerin Susi Wollschläger, die kurz vor dem Ende mit dem sicheren Aufstieg gerechnet hatte. „Vor dem Abpfiff habe ich auf mein Handy geschaut. Da stand es in Essen 2:1 für Leverkusen. Nach dem Abpfiff lese ich plötzlich: 4:1.“ Leverkusen hatte nach Toren aufgeschlossen. Raffelberg hatte die Nase nur noch hauchzart vorne. Die mehr geschossenen Tore gaben den Ausschlag. „Arnd Liebenehm, der Vater von Berit Liebenehm war vor Ort“, so Wollschläger. Als das Spiel in Duisburg beendet war, lief die Partie in Essen noch rund zwei, drei Minuten. Die grün-schwarzen Spielerinnen standen beieinander, warteten auf eine Nachricht. Wollschläger hatte das Handy am Ohr. „Arnd hat mir die letzten Minuten live beschrieben.“ Und dann Ende. Aufstieg Raffelberg.

„Diese Minuten waren schrecklich. Das hat sich wie eine halbe Stunde angefühlt“, sagte Laura Helmrich, die Schützin des Siegtores. So fiel der Druck von den jungen Spielerinnen ab. Judith Bock und „Pimpfie“ Sophia Frach lagen sich weinend in den Armen. Immer mehr Tränen der Freude und Erleichterung flossen. „Jetzt hört doch mal auf zu weinen“, strahlte Rousselle in die Runde.

Derweil hatte Laura Helmrich längst ihr Strahlen wiedergefunden. Wie es sich anfühlt, den Club Raffelberg in die 2. Bundesliga geschossen zu haben? Das Strahlen wurde noch heller: „Schön!“ Die Aufstiegsparty konnte losgehen.