Der Homberger Stabilisator aus Norwegen

Albert Gashi (re.) meldet sich nach seiner Kreuzbandverletzung beim VfB Homberg zurück.
Albert Gashi (re.) meldet sich nach seiner Kreuzbandverletzung beim VfB Homberg zurück.
Foto: Lars Fröhlich
Was wir bereits wissen
Oberligist VfB setzt in der Rückrunde nicht nur auf Neuzugang Sebastian Schweers, sondern auch auf Verteidiger Albert Gashi, der nach seinem Kreuzbandriss wieder fit ist.

Für Günter Abel, der gestern seinen 49. Geburtstag feierte, gab es die „Geschenke“ schon vorab. Der Trainer des Fußball-Oberligisten VfB Homberg bekam mit Sebastian Schweers einen externen Neuzugang für den Offensivbereich und mit Defensivmann Albert Gashi einen Spieler aus dem eigenen Lazarett. „Ihn“, sagt der Coach, „kann man im Grunde ebenfalls wie eine Neuverpflichtung bewerten. Albert hat sich hier zum Trainingsstart in richtig guter Verfassung präsentiert. Wir planen ihn zum Start der Restrunde im Februar voll ein.“

Schon zwei Kreuzbandrisse

Albert Gashi hat in dieser Spielzeit noch kein Mal auf dem Platz gestanden. Sein letzter Einsatz datiert vom 13. April 2014. Beim 1:0 über den PSV Wesel-Lackhausen spielte der gebürtige Norweger 90 Minuten als rechter Verteidiger durch. Danch schlug das Verletzungspech gnadenlos zu. Gashi zog sich im Abschlusstraining vor dem Duell mit den Sportfreunden Baumberg einen Kreuzbandriss im linken Knie zu.

Die gleiche Verletzung hatte Ga­shi bereits als 18-Jähriger. „Damals allerdings auf der rechten Seite. Die Rehabilitation hat seinerzeit neun Monate gedauert. Ich habe sie in meiner Heimat Norwegen bei einem Physiotherapeuten gemacht, der mich auch jetzt bei der zweiten schweren Verletzung wieder betreut hat“, erklärt Gashi.

Mit dem VfB Homberg war der für Amateur-Verhältnisse eher ungewöhnliche medizinische Weg abgesprochen und abgesegnet. Gashi: „Da meine Familie in Norwegen wohnt, passte das ganz gut. Mit Trainer Günter Abel habe ich während des letzten Halbjahrs immer Kontakt per Whatsapp oder SMS gehalten. Via Internet habe ich mich zudem über die Homberger Meisterschaftsspiele informiert.“ Und dabei nur wenig Erbauliches gelesen. Der VfB verlor zwölf seiner 17 Punktspiele und steht mit neun Punkten Rückstand auf das rettende Ufer am Tabellenende. Zum Zeitpunkt, als Gashi noch mitwirken konnte, befand sich der VfB im vorderen Mittelfeld.

Von der brisanten Gesamtsituation lässt sich der wiedergenesene Verteidiger nicht beeindrucken. „Wir müssen nach vorne schauen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir es mit unserer Mannschaft schaffen können.“ Wie das gehen soll, darauf hat Albert Gashi eine Antwort. „In der Rückrunde müssen wir acht bis neun Siege einfahren. Bevor wir damit anfangen, stehen uns harte Vorbereitungswochen bevor. Wir werden intensiv arbeiten, um Ende Februar gegen Velbert topfit zu sein.“

Trainer Abel schätzt Gashi wegen seiner ruhigen Art, dem geschickten Zweikampfverhalten und der Präsenz im Abwehrblock. Wichtige Elemente, die den Hombergern im vergangenen Halbjahr ziemlich abhanden kamen. „Die Kompaktheit“, betont Abel nimmermüde, „ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Dazu muss der VfB attackieren, um mehr als nur Teilerfolge einzufahren.

Seit dem 31. Januar 2014 steht Gashi beim VfB unter Vertrag, zuvor spielte er in Wülfrath. Gashi: „Mein Traum ist es, irgendwann Profi zu werden. Das ist der Grund, warum ich nach Deutschland gekommen bin.“ Die hiesige Sprache lernte Ga­shi im „Oldschool-Verfahren“ nahezu perfekt: „Ohne Lehrer, sondern beim Reden mit den Teamkollegen. Das hat ganz gut geklappt.“ Mit diesem Ehrgeiz will er auch zur VfB-Rettung beitragen.