Der Hoffnungsträger Eine "sonnige" Laufbahn
13.06.2007 | 08:16 Uhr 2007-06-13T08:16:09+0200Für "Siggi" Sonntag wird es auch eine Herzensangelegenheit, wenn er am 2. Juli zu Hamborn 07 zurückkehrt.Er will den "Löwen" den richtigen Weg weisen - mit SystemDer neue "Löwen"-Coach kann auf eine lange Fußballerkarriere zurückblicken. 1974 bis 76 beim
FUSSBALL TRAINERVORSTELLUNG"Siggi" Sonntag sprudelt nur so voller Ideen und Tatendrang. Der Trainerfuchs, der just den GSV Moers in die Verbandsliga führte, freut sich auf sein Engagement beim Landesligisten Hamborn 07, das er am 2. Juli mit Co-Trainer Wolfgang Kronen angehen wird.
"Mein Ziel ist es, den Verein zusammen mit Wolfgang Kronen und Frank Golomb (Sportlicher Leiter, Anm. d. Red.) wieder dahin zu bringen, wo er einmal gestanden hat", sagt Sonntag. Im Klartext: Im Holtkamp soll über kurz oder lang wieder erfolgreicher Fußball gespielt werden. Mit Christian Küsters, Michel Hilgert, Patrick Schneider, Senol Ibisi und Mike Sauer konnten wichtige Eckpfeiler gehalten werden, gerade diese Spieler sollen das Schiff lenken. "Ich bin nicht nach Hamborn gekommen, um wieder gegen den Absteig zu spielen, will die junge Mannschaft aber nicht unter Druck setzen und sagen: wir müssen aufsteigen", sagt Sonntag. Dafür hat der Verein einige Hebel in Bewegung gesetzt, zwölf Zugänge stehen bis heute fest.
Für Siggi Sonntag wird es eine schwere Mission und Herzensangelegenheit zugleich. Denn der 51-Jährige kehrt heim. Er arbeitete, erst unter Hartmut Scholz als Co-Trainer, dann selbst als Chef an der Linie, in den 90er Jahren lange bei den Löwen, wohnt auch jetzt unweit des Holtkamps.
Frank Golomb (43), der die Löwen als Interimstrainer nicht vor dem Gang in die Landesliga bewahren konnte, kennt den neuen Mann aus gemeinsamen Tagen im Holtkamp. "Siggi arbeitet akribisch und professionell und hat eine sehr positive Ausstrahlung", sagt Frank Golomb. Und erklärt, warum er offensichtlich genau der Richtige für den Neuaufbau ist: "Siggi hat eine eigene Denkweise, kann vor allem mit jungen Spielern umgehen. Er ist Hamborner durch und durch und mit Herzblut dabei." Über die Jahre sei man ständig in Kontakt geblieben, nun kommt Sonntag als die "optimale Person für uns als Trainer" (Golomb) zurück.
Siggi Sonntag sieht sich dabei nicht als Feuerwehrmann. Schon gar nicht als Wunderheiler. Er will helfen, Stabilität rein zu bringen in das wankende Schiff. "Die Zuschauer in Hamborn sollen wieder zufrieden nach Hause gehen können", sagt Siggi Sonntag. "In den letzten drei, vier, fünf Jahren war das nicht mehr der Fall, immer ging es gegen den Abstieg."
So auch diesmal. Nach einem brillanten Start endete die Turbotalfahrt der "Löwen" schließlich mit dem Abstieg in die Landesliga. "Ich habe mein Kommen aber völlig unabhängig von der Ligazugehörigkeit gemacht", betont Familienvater Siggi Sonntag. "Denn Hamborn 07 ist immer eine gute Adresse." Worte eines echten Löwen.
Selbst bezeichnet sich Siggi Sonntag auch als "Computerfreak", denn er liest gern im Internet. Nur zu gern würde er dort in ein paar Wochen und Monaten auch schöne Schlagzeilen über "07" lesen. Dann mit ihm als Trainer der Hamborner "Löwen.""Hamborn 07 ist immer eine gute Adresse"
Siegfried "Siggi" Sonntag war von 1974 bis 1976 Profi beim MSV. Über den 1. FC Bocholt (76-77) kam der Duisburger 1978 zu Hamborn 07, wo er bis 1984 in Ober- und Verbandsliga kickte. Bis 1987 rackerte Sonntag dann für den Landesligisten Dinslaken 09, wo er seine Spielerkarriere beendete.
Seine erste Trainerstation war der damaliga A-Kreisligist Post Siegfried Hamborn (1989-1991). Hartmut Scholz holte ihn dann als Co-Trainer zu Hamborn 07 (1991-1992). Als Scholz gefeuert wurde übernahm Sonntag 1993 als Cheftrainer. Von 1994 bis 1997 betreute Sonntag Olympia Bocholt in der Landesliga, ehe er von 1998 bis 2002 eine lange "und schöne Zeit" (Sonntag) beim VfB Lohberg hatte. Dort schaffte er in der Spielzeit 2000/2001 ebenso den Landesliga-Aufstieg wie in der ersten Saison bei Jahn Hiesfeld, die Siggi Sonntag von 2002 bis 2004 coachte. Von 2004 bis 2006 trainierte er Olympia Bocholt. Die Mannschaft also, die, anstelle der Löwen, im Herzschlagfinale abstieg. Dem Jahr in Moers (2006-2007) folgen nun also wieder die Löwen. Doch das runde Leder ist nicht alles im Leben von Sonntag. "Die Familie ist mir ganz wichtig", sagt der Duisburger, der als KFZ-Mechaniker der Werksfeuerwehr von Thyssen arbeitet. Mit seiner Frau Dagmar lebt er in Hamborn. Die Kinder Linda (20) und Sebastian (23) sind der große Stolz der Eltern.
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