Der FCR kämpft – der RTV steht bereit
21.05.2012 | 17:38 Uhr 2012-05-21T17:38:00+0200
Duisburg. Dirk Kuhn hat ein anstrengendes Wochenende hinter sich. Der Vorsitzende des FC Rumeln-Kaldenhausen will mit seinen Mitstreitern seinen Verein retten. Wie berichtet, droht dem Verein die Pleite. 160 000 Euro fehlen dem Klub im Duisburger Westen. Ursprünglich wollten die Rumelner am Dienstag Insolvenz anmelden und ihren Verein beerdigen. Doch der FCR 55 kämpft weiter. Kuhn: „Wir haben innerhalb von drei Tagen Spenden und Bürgschaften in Höhe von 100 000 Euro zusammen bekommen. Wir geben nicht auf.“
Weil die Finanzierung des Kunstrasenplatzes auf der Anlage an den Wieen geplatzt war, geriet der FCR in die Schieflage. Vor vier Wochen gab der alte Vorstand um Marlies Hollingshausen auf, die Mitglieder wählten Dirk Kuhn zum Nachfolger.
Kuhn hofft nun, dass Banken, Gläubiger und die Stadt der neuen Vereinsführung noch Zeit geben. Die Stadt drängt indes auf eine Lösung. „Wir haben dem Verein schon viel Zeit gegeben, ohne dass es Fortschritte gab“, hatte Marc Rüdesheim, Bereichsleiter beim Eigenbetrieb Duisburg-Sport am Freitag gesagt. Von der neuen Entwicklung, so Rüdesheim am Montag, sei die Stadt noch nicht offiziell informiert worden, er habe aber davon gehört. Ob der FCR noch einen Aufschub erhält, wollte er gestern nicht beurteilen. Rüdesheim: „Natürlich werden wir mit dem Verein Kontakt halten.“
Gespräche unter Nachbarn
Bereits am Freitagabend hatte es ein Spitzengespräch zwischen Vertretern des FCR 55 und dem benachbarten Rumelner TV gegeben. Sollte der FCR im Zuge des Insolvenzverfahrens von der Bildfläche verschwinden, könnte der RTV die Platzanlage an den Wieen pachten und den Mannschaften des FCR eine neue Heimat bieten. „Wir haben mit den Vertretern des FCR einen Weg abgestimmt, der FCR ist nun am Zug, dies auch umzusetzen“, erklärt Paolo Sabella, stellvertretender Vorsitzender des Rumelner TV.
Mädchenteams geplant
Der Nachbar steht bereit, Dirk Kuhn berichtet von „sehr guten Gesprächen“, will aber trotzdem noch die letzten Chancen ausloten, den FC Rumeln-Kaldenhausen zu retten. Die Bürgschaften und Spenden der letzten Tage kamen überwiegend aus dem Mitglieder-Bereich. Dass das jetzt so schnell ging, macht dem neuen Vorsitzenden Mut. Ohne externe Geldgeber wird’s aber wohl nicht funktionieren. „Einem Großsponsor würden wir hier ein Denkmal setzen“, fleht Kühn um Hilfe.
Der Trainingsbetrieb wird beim FCR in dieser Woche – wahrscheinlich – normal weiterlaufen. Dabei wollen die Rumelner sogar noch expandieren. Und nach dem Abschied der Fußballerinnen vor elf Jahren könnte es im Westen sogar eine Renaissance geben. Dirk Kuhn: „20 Mädchen stehen bereit. Wir könnten sofort zwei Mädchen-Teams aufmachen. Wenn man uns lässt.“
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