Der EV Duisburg trifft im Finale auf den Freiburger Zwilling

Leos Sulak trainiert den Duisburger Finalgegner EHC Freiburg.
Leos Sulak trainiert den Duisburger Finalgegner EHC Freiburg.
Foto: imago/osnapix NRZ
Was wir bereits wissen
2012 schien das Duell zwischen dem EVD und Bad Tölz das logische Finale zu sein. Das ist nun gegen Freiburg nicht anders. Beide wollen in die DEL2.

Duisburg.. Als sich im April 2012 die Tölzer Löwen und der EV Duisburg im Finale der Eishockey-Oberliga gegenüberstanden, schien dies das „natürliche“ Finale zu sein. Zwei äußerst junge Mannschaften, von denen ihre jeweiligen Gegner vornehmlich die Kufen von hinten sahen, schnell, gut ausgebildet – die besten der Liga. Nun, drei Jahre später, stehen die Füchse erneut in den Finalspielen der Oberliga. Der Gegner heißt EHC Freiburg – und erneut könnte der EVD-Kontrahent so etwas wie der „Zwilling“ des Duisburger Teams sein.

„Unsere Ziele“, sagt Leos Sulak, der Trainer des EHC Freiburg, „sind ganz ähnlich wie die der Duisburger. Wenn es geht, wollen wir hoch in die 2. Liga.“ Wie auf Duisburger Seite kann auch der Coach der Breisgauer mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein. In der Oberliga wurden die Wölfe mit 99 Punkten aus 44 Spielen Erster – und in den Play-offs kennen die Freiburger Niederlagen nur vom Hörensagen. Sowohl in der ersten süd-internen Runde, als auch im Viertel- und Halbfinale hieß der Sieger stets EHC Freiburg. Im Halbfinale gewann der Süd-Meister mit 11:1, 4:1 und 8:3 überdeutlich gegen Leipzig.

19 Freiburger im Team

Die jeweilige Dominanz der Duisburger und Freiburger Mannschaft ist allerdings nicht das einzige, das die Teams auf ihrem Weg ins Finale verbindet. „Wir haben 19 Freiburger Jungs im Team“, sagt Sulak nicht ohne Stolz – reicht die Lorbeeren aber weiter. „Jeder dieser Spieler ist durch die Hände von Thomas Dolak gegangen. Wir ernten nun die Früchte seiner Arbeit“, stellt Sulak die Verdienste des Mannes heraus, der nicht nur sein Vorgänger ist. Der im Jahr 2013 verstorbene Dolak ist in Freiburg der „Mr Eishockey“, ein Mann, der diesen Verein als Spieler wie als Trainer geprägt hat wie kein Zweiter.

„Wir haben großen Respekt vor den Duisburgern“, sagt Sulak. „Wir wissen, dass bei den Füchsen durch die Kooperationen mit den Nachbarvereinen eine ganz ähnliche Arbeit geleistet wird. Duisburg hat eine läuferisch sehr gute und zweikampfstarke Mannschaft.“ Im Durchschnittsalter sind die Freiburg mit etwas über 25 rund drei Jahre älter als die Duisburger, aber weit davon entfernt, alte Hassen zu sein. Die Spielweisen beider Mannschaften dürften sich ausgesprochen ähneln – ganz wie beim 2012er Finale zwischen Duisburg und Bad Tölz.

Können, Glück und Verletzungen

Auch der Topscorer der Freiburger in der Süd-Hauptrunde ist ein Sohn seiner Stadt: Tobias Kunz kam in 42 Spielen auf 26 Tore und 40 Vorlagen. In den Play-offs punkten aktuell Nikolas Linsenmaier (neun Tore, acht Vorlagen) und der Tscheche Petr Haluza (vier Tore, zwölf Vorlagen) am fleißigsten.

Klar, dass sich die Freiburger ein genaues Bild von ihrem Gegner machen. „Natürlich haben wir Videos von EVD-Spielen – so wie das jeder Club macht“, sagt Sulak. „Ich denke aber, dass ich mir das Video vom Viertelfinale gegen Hannover nicht anschauen muss. Das war viel zu eindeutig“, sagt er nicht ohne Respekt. „Aber wir werden uns genau ansehen, wie die Spiele gegen Regensburg gelaufen sind.“

Altehrwürdiges Stadion

Das Stadion des EHC dürfte sich den Zusatz „altehrwürdig“ erarbeitet haben – dennoch freuen sich die Freiburger, dass ein Neubau für die aktuelle Franz-Siegel-Halle kommen wird. Die Kapazität wurde inzwischen auf 3500 begrenzt. „Wenn es mit dem Freiburger Eishockey weiter vorwärts gehen soll, geht nichts an einer modernen Halle vorbei“, so der Wölfe-Coach.

Bleibt die Frage nach einem Tipp. Oder wenigstens nach der Länge der Serie? Sulak lächelt mit der Erfahrung vieler Trainerjahre. „Das habe ich mir abgewöhnt. In so einem Finale geht es um die Leistung der Teams, aber Verletzungen und auch Glück spielen ebenfalls eine große Rolle.“