Der Ball ist rund – aber gelb

Der Ball rollt auch beim Futsal – er stolzt nur weniger. Wer bisher in Duisburg noch keine Gelegenheit hatte, die in Deutschland wenig verbreitete und zuletzt heftig diskutierte Hallenfußballvariante persönlich in Augenschein zu nehmen, konnte dies nun beim Länderpokalturnier in der Sportschule Wedau nachholen. Drei Tage lang wurde ohne Bande, dafür mit Teamfouls gekickt – so, wie es sich der Weltverband FIFA und inzwischen auch der DFB spätestens ab 2016 ausschließlich unter dem Hallendach vorstellen. Noch ist Deutschland im Futsal ein Entwicklungsland, das aktuell nicht einmal eine Nationalmannschaft vorweisen kann. Auch auf Vereinsebene ist der Abstand zu anderen Ländern riesig: Die Hamburg Panthers, Deutscher Meister der Jahre 2012 und 2013, nahmen in der vergangenen Saison am UEFA Futsal Cup, dem Gegenstück zur Champions League, teil und schieden nach der Gruppenphase ohne Punktgewinn aus – unter anderem nach einer 1:14-Niederlage gegen den slowakischen Vertreter Slov-Matic Bratislava. Jene Hansestädter stellten nun in Wedau das Gerüst des Turniersiegers: Die Auswahl des Hamburger Fußballverbandes setzte sich mit 13 Punkten aus fünf Spielen vor Südwest und Berlin durch. Die Vertretung des Fußballverbandes Niederrhein landete mit zwei Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen auf Platz elf der 22 angetretenen Teams. Ihr prominentester Akteur ist der frühere Hachinger Profi Timo Heinze, der nun in der 1. WFLV-Liga für Bayer Uerdingen spielt. Duisburger sucht man im Aufgebot vergeblich: Kein hiesiges Team nimmt aktuell an einem Ligaspielbetrieb teil. Foto: Dahlke