Der Abgang der Integrationsfigur
15.11.2011 | 19:40 Uhr 2011-11-15T19:40:00+0100
Der Handball-Drittligist muss sich nach dem Rücktritt seiner Integrationsfigur einen neuen Trainer suchen. Am Samstag sitzt gegen Lemgo das Duo Gangelhoff/Rahmel auf der Bank. Als Kandidaten für die Nachfolge werden Rymanow, Mast und Winter gehandelt.
Vor etwas mehr als einem Jahr war er auf dem Höhepunkt. Achim Schürmann, Duisburgs Trainer des Jahres. Der frühere Handball-Nationalspieler hatte seinen Stammverein in die 2. Bundesliga zurückgeführt. Danach ging es vom Höhepunkt steil abwärts. Fast nur noch Niederlagen, am Ende die Rückkehr in die Drittklassigkeit. Und auch dort waren die Positivmeldungen plötzlich in der Unterzahl, zuletzt gab es vier Niederlagen in Folge. Am Dienstag hat Achim Schürmann nun für sich persönlich die Reißleine gezogen und seinen Posten zur Verfügung gestellt.
Entscheidung fiel schwer
Eine vierjährige Ära nahm damit ein nun doch unerwartetes Ende. Tags zuvor hatte die Klubführung dem 37-Jährigen noch demonstrativ den Rücken gestärkt, ihn als „Integrationsfigur“ bezeichnet. Die Entscheidung sei ihm daher auch schwer gefallen, betont Schürmann: „Mein Herz hängt an diesem Verein und an dieser Mannschaft. Doch zuletzt hat sie meine Vorstellung von Handball nicht mehr umgesetzt.“ Das, so hofft er, solle mit einem Nachfolger und entsprechend frischem Wind wieder anders werden: „Ich bin fest überzeugt, dass in dieser Truppe mehr steckt als das, was sie zuletzt gezeigt hat.“
Die Entscheidungsträger beim OSC zeigten sich gestern bass erstaunt von der plötzlichen Wende. „Wir haben alles versucht, um ihn umzustimmen“, sagt Geschäftsführer Steffen Dauter. „Wir wollten uns nicht trennen und waren einhellig der Meinung, dass die Mannschaft auch hinter dem Trainer steht. Er hat das anders beurteilt und gemeint, dass er zu den Spielern nicht mehr richtig durchdringt.“
Zusammen mit dem Sportlichen Leiter Mirko Bernau begibt sich Dauter nun auf die Suche nach einem Nachfolger. Am Samstag werden Schürmanns Assistent Ralf Gangelhoff und Torwarttrainer Dirk Rahmel den OSC beim schweren Heimspiel gegen Tabellenführer HSG Lemgo II betreuen. Das Anforderungsprofil für den neuen Mann ist noch etwas unscharf: „Er muss zu uns passen“, so Dauter. Damit muss er auch in bekanntem Rahmen bezahlbar sein. Eine gewisse Affinität zum OSC wäre auch nicht das Schlechteste.
Da fallen dann gleich ein paar Namen ein. Natürlich mal wieder Aleksandr Rymanow: „Sascha“, als Spieler und Trainer eine Vereinslegende, ist derzeit in den Niederlanden tätig. Frei und auf Vereinssuche ist sein ehemaliger Teamkollege Olaf Mast, zuletzt bei Adler Königshof. Ein Außenseiterkandidat könnte mit Rüdiger Winter ein weiterer Ex-OSC-Spieler sein, der erst kürzlich seinen Trainerposten beim Verbandsligisten SV Neukirchen niederlegte.
0mitdiskutieren