Das böse Ende war absehbar

Abseits der Drittliga-Kicker des MSV Duisburg, die nun am Samstag in einem ausverkauften Stadion gegen Holstein Kiel den Traum vom Zweitliga-Aufstieg perfekt machen können, war es ein tiefschwarzes Wochenende für den Duisburger Sport. Es hagelte Abstiege: Es erwischte die Bundesliga-Kickerinnen des MSV Duisburg, die Drittliga-Handballer der OSC Löwen, die Oberliga-Fußballer des VfB Homberg und auch die U-17-Bundesliga-Fußballerinnen des MSV. Nehmen wir noch den kürzlich verpassten Aufstieg der Eishockey-Cracks des EVD in die DEL2 hinzu, kommen wir zur bitteren Erkenntnis: Da ist im Bereich des Leistungssports unterhalb der MSV-Fußballer in dieser Stadt sehr viel weggebrochen.

Die Abstiege der (einstigen?) Aushängeschilder im Frauenfußball und im Handball kamen indes nicht überraschend. Der Prozess des Scheiterns zog sich über Monate hin, das böse Ende war absehbar. Trotzdem müssen sich beide Vereine bei der Aufarbeitung des Absturzes selbstkritisch hinterfragen, ob sie wirklich alles unternommen haben, um die Entwicklung zu stoppen. Bei den Fußballerinnen waren es falsche Personalentscheidungen aus dem vergangenen Sommer, die sie im Saisonverlauf hätten korrigieren können. Bei den Handballern war es unter anderem die Tatsache, dass die Verantwortlichen nicht nahe genug an der Mannschaft waren, um die Entwicklung zu erkennen und entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

MSV-Frauen und OSC Löwen weisen eine weitere Gemeinsamkeit auf. Es heißt eben nicht mehr FCR 2001 und OSC Rheinhausen. Beide Klubs gingen – notgedrungen – neue Wege, da sie ansonsten nicht mehr überlebensfähig geblieben wären. Der Übertritt des FCR zum MSV und die Gründung der Handball-Spielgemeinschaft hatten weniger mit Synergien zu tun, vielmehr ging es um den Fortbestand des Sports. Die aktuellen Abstiege könnten das kleinere Übel im Vergleich zu dem sein, was Fußballerinnen und Handballern erspart blieb.