Christian zum Trotz

Matsch und Wind konnten die Starter beim Angerlauf nicht ausbremsen.
Matsch und Wind konnten die Starter beim Angerlauf nicht ausbremsen.
Foto: Lars Fröhlich
Was wir bereits wissen
Das Sturmtief Christian kann das zweitbeste Ergebnis der letzten acht Jahre mit 323 Startern beim Angerlauf des TuSpo Huckingen nicht verhindern.

Duisburg..  Ralf Rump war kaum zu verstehen. Wenn der Moderator des Angerlaufs Zwischenberichte von der 10 000-Meter-Strecke durchgab, wurde seine Stimme von einem lauten Rauschen übertönt. Die Tontechnik funktionierte einwandfrei – aber die Sturmböen, die am Samstag auch Huckingen nicht verschonten, waren durch die Lautsprecher ebenso deutlich zu vernehmen wie durch ihre direkte Kraft auf der Strecke an der Anger selbst. In die Knie zwang Sturmtief Christian aber weder die Organisatoren von TuSpo Huckingen, noch die Teilnehmer. 323 Starter trotzten dem heftigen Gegenwind und sorgten bei der 29. Ausgabe der Veranstaltung für das zweitbeste Ergebnis in den letzten acht Jahren.

„Damit gewinnen wir zwar keine Rekorde, aber wir halten uns gut und die Läufer sind zufrieden. Das ist uns wichtig“, freute sich Roman Roßmann vom Organisationsteam über die gute Resonanz. „Und es zeigt auch unser relativ großes Stammpublikum, das immer wieder zu unseren Veranstaltungen kommt.“

„Erster Huckinger Crosslauf“

Als der Sturm am Freitagabend begann, den Duisburger Süden einzunehmen, mussten sich die Huckinger schon fragen, ob der Lauf sicher durchzuführen sei. Zumal nicht wenige Bäume die Strecke säumen. „Aber als wir die Strecke am Samstagmorgen begutachtet haben, war sie bis auf ein paar kleine Zweige auf dem Boden nicht beeinträchtigt. Und zumal es keine Unwetterwarnung gab, haben wir entschieden, den Lauf durchzuziehen“, berichtet Roßmann. Beim 5000-Meter-Lauf, den der Essener Lars Flemming in 16:59 und Christin Wilken (Ayyo-Team Essen) mit 18:33 Minuten gewannen, überzeugte sich Roßmann selbst davon, dass die Strecke ungefährlich war.

Für den Mann, der beim Hauptlauf über die doppelte Distanz siegte, ließen Regen und Sturm die Veranstaltung sogar fast zu einem Heimspiel werden. Der seit acht Jahren in Deutschland lebende Schotte Nikki Johnstone gewann auf 10 000 Metern in 33:16 Minuten souverän vor seinem Teamkollegen vom ART Düsseldorf, Fabian Dichans (34:02). „Ich mag solche Bedingungen. Als Schotte liegt einem nur die Sonne nicht“, zwinkerte Johnstone, als er im von Matschflecken übersäten ursprünglich gelben Dress das Ziel passiert hatte. „Die Strecke war vollkommen in Ordnung“, so der Sieger, „es war sehr matschig, aber ich nehme gerne an Crossläufen teil und finde es super, auf verschiedenen Bodenbeschaffenheiten zu laufen. Das macht es abwechslungsreich.“

Huckinger Talent überzeugt

Als schnellste Frau absolvierte Felicitas Vielhaber (TuSEM Essen) in 38:06 Minuten den von Johnstone erwähnten „Ersten Huckinger Crosslauf“ mit deutlichem Abstand auf die Zweitplatzierte Nina Koopmann vom ASV Duisburg (41:10).

Ein Heimspiel war der Angerlauf für Maximilian Jakob. Trotz der widrigen Bedingungen legte der 16-Jährige aus dem Talentschuppen von TuSpo Huckingen eine starke Zeit von 35:19 Minuten hin, mit der er Gesamtfünfter wurde. „Das ist mit Abstand meine Bestzeit. Bislang habe ich mindestens 36:26 Minuten gebraucht“, strahlte Max. Bei seinem persönlichen Rekord konnte er jedoch nicht auf den Rückenwind beim Rundkurs um die Anger bauen: „Der Gegenwind war heftiger“, sagte Max, „das habe ich durch gutes Training geschafft.“