Bundesliga adé

Nach einem Jahr Bundesliga ist Schluss für die Wölfe. Toptalent Nico Biermann spielt nun für die OSC Löwen.
Nach einem Jahr Bundesliga ist Schluss für die Wölfe. Toptalent Nico Biermann spielt nun für die OSC Löwen.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Mit 99-prozentiger Sicherheit werden sich die Wölfe nicht mehr um die Top-Spielklasse bemühen. Gründe: Trainingsbedingungen und mangelnde Konkurrenzfähigkeit.

Duisburg..  Wenn die A-Junioren des HC Wölfe Nordrhein am Samstag (16 Uhr, Krefelder Straße) gegen GWD Minden in der Handball-Bundesliga auflaufen, ist das der Beginn einer Abschiedstour. Denn wie Vereinschef Klaus Schuppert bestätigt, werden sich die Duisburger mit 99-prozentiger Sicherheit nicht mehr um eine erneute Bundesliga-Teilnahme bemühen.

Der Grund ist eine Gemengelage verschiedener Aspekte, hat aber viel mit der aktuellen Trainingssituation zu tun. „Die Bundesliga“, erklärt Schuppert, „ist eine teure Veranstaltung. Wenn die Infrastruktur es aber nicht hergibt, ausreichend trainieren zu können, um in der Bundesliga konkurrenzfähig zu sein, muss man sich fragen, ob es sinnvoll ist, pro Jahr 20 000 Euro auszugeben.“ Tatsächlich ist es in der laufenden Saison so, dass es schwierig war, eine weitere Trainingseinheit für das Bundesliga-Team zu bekommen – und zu einem sinnvollen Zeitpunkt zu trainieren. „Auf die aktuelle Saison bezogen stimmt das, allerdings ist die Stadt Duisburg zusammen mit Duisburg-Sport bemüht, eine Lösung zu finden“, betonte Markus Ottersbach, der sportliche Leiter der Wölfe. „Es gibt Gespräche, in die auch andere Vereine involviert sind, die mit Haftmitteln spielen.“ Eine Konzentration wäre hier sinnvoll, um nicht mehrfach Hallenreinigungen bezahlen zu müssen. „Die Stadt ist für dieses Thema sensibilisiert. Allerdings sollte es auch eine Lösung geben, denn auch in der Jugend-Nordrheinliga sind Haftmittel erlaubt.“

Auch Schuppert betont die Wichtigkeit dieses Aspekts: „Es ist etwas völlig anderes, ob man mit oder ohne Harz auf das Tor wirft. Da kann der gleiche Bewegungsablauf dafür sorgen, dass der Ball mal rein und im anderen Fall weit vorbeigeht.“

Der nächste Punkt, der eine Teilnahmen an der Bundesliga-Qualifikation wackelig werden lässt: Aktuell fällt ein Team, das scheitert, laut Spielordnung in die Oberliga zurück. Allerdings wird zur neuen Saison zwischen Bundes- und Oberliga die Nordrheinliga eingeführt, die die Wölfe nun mit der A- und der B-Jugend anstreben. „Es heißt zwar, dass das noch geändert wird und zwei Teams in die Nordrheinliga zurückfallen können, aber so lange das nicht schriftlich ist, heißt das nichts“, so Schuppert. Sollte der Modus geändert werden, könnte sich Schuppert eine Teilnahme an der Bundesliga-Quali vorstellen. „Und sollte es das Team dann doch schaffen, die Bundesliga zu erreichen, werden wir unsere Entscheidung auch noch einmal überdenken.“

Der nächste Punkt ist die sportliche Konkurrenzfähigkeit: „Mit Nico Biermann, der in unsere erste Mannschaft wechselt, und Torhüter René Krouß, der zur Fachhochschule Gummersbach geht und dann auch für den VfL spielen wird, verlieren wir wichtige Spieler. Zudem bräuchten wir mindestens drei Neuzugänge, um konkurrenzfähig zu sein“, sagt Ottersbach. Dazu werden viele Jungs des 97er-Jahrgangs ihr Abi machen, sodass nicht klar ist, welche Spieler letztlich vollumfänglich zur Verfügung stehen werden. Und da es zudem auch denkbar wäre, eine Bundesliga-Staffel mit weiten Fahrten bis in den Osten zu erwischen, summieren sich die Bedenken hin zur Entscheidung, die Top-Spielklasse eben nicht mehr anzustreben. Ottersbach: „Unsere zweite Herren-Mannschaft dient ja auch der Ausbildung.“ Dass einige Jungs den HC Wölfe im Falle der Nicht-Teilnahme an der Bundesliga allerdings verlassen werden, ist klar. „Davon gehen wir aus“, sagt Schuppert.