Beim MSV brodelt es nach der zweiten Saisonpleite

Auusagen über Trainer Oliver sorgten beim MSV Duisburg für Missstimmung.
Auusagen über Trainer Oliver sorgten beim MSV Duisburg für Missstimmung.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Nach der zweiten Pleite gegen einen Aufsteiger ärgerte sich Sportmanager Ivo Grlic über Andreas Rüttgers. Der MSV-Boss hatte mit Aussagen über Trainer Oliver Reck für Unruhe gesorgt. Bei der Niederlage gegen Regensburg kassieren Adli Lachheb und Kevin Wolze Platzverweise.

Regensburg.. Die Anzeige-Tafel im Stadion des SSV Jahn Regensburg hat den Charme der Siebziger und den technischen Standard der Bayern-Liga. „Esst mehr Senf“, steht da drauf. Ob das das Erfolgsrezept der Regensburger war, um den MSV Duisburg in der 2.Fußball-Bundesliga mit 2:0 (1:0) zu besiegen?

Der Senf, für den die Regensburger ihre Trikotbrust hergeben, ist nicht einmal scharf, er ist süß. MSV-Manager Ivica Grlic hingegen war nach dem Spiel in Regensburg sauer. Auf die Mannschaft, auf Vereinschef Andreas Rüttgers. Und auf den Trainer? „So etwas gehört nicht in die Öffentlichkeit, das haben wir immer intern gelöst“, so der 37-Jährige, der einen verbalen Frontalangriff auf MSV-Chef Rüttgers fuhr. Die Bild-Zeitung hatte Rüttgers am Samstag mit den Sätzen „Ein Trainer steht immer zur Disposition, ich rede doch keine Sülze und sage, wir stehen bis Saisonende hinter dem Trainer“ zitiert. Grlic schimpfte: „Er weiß doch gar nicht, was er mit solchen Aussagen anrichtet.“

Grilic will Tacheles reden

Ivica Grlic sieht trotzdem dringenden Gesprächsbedarf und erinnerte an die Vorgabe, besser als im Vorjahr in die Saison starten zu wollen. „Fakt ist, dass wir gegen zwei Aufsteiger verloren haben.“ In den nächsten zwei Tagen will Grlic nun Tacheles reden. „Wir werden alle Fehler gnadenlos aufarbeiten. Das Pokalspiel in Halle kann auch eine Chance sein“, blickte der Bosnier schon auf die nächste Hürde. Ein Pokal-Aus beim Drittligisten am nächsten Samstag würde die Situation weiter verschärfen.

MSV Oliver Reck hatte die Mannschaft in Regensburg auf fünf Positionen verändert. Für den verletzten Dzemal Berberovic hatte es nicht mehr gereicht. Dustin Bomheuer erhielt hinten rechts den Vorzug vor Benjamin Kern, der – wieder einmal – außen vor blieb. In der Innenverteidigung spielte Adli Lachheb für Andre Hoffmann. Der Ex-Auer war maßgeblich an der entscheidenden Situation des Spiels beteiligt. Nach einer verunglückten Kopfball-Abwehr von Tanju Öztürk konnte er den Regensburger Francky Sembolo nur mit einem Foul stoppen. Der Schiedsrichter gab Elfmeter und zeigte Lachheb die Rote Karte. Christian Rahn donnerte das Leder in den Winkel des Duisburger Tores. „Das war die entscheidende Situation“, so Oliver Reck später. Dass der MSV bis dahin hinten sicher stand – es war nur noch Makulatur.

Recks flammende Rede bringt nichts ein

In der Halbzeitpause richtete Oliver Reck eine flammende Rede an seine Mannschaft. Doch der MSV schaffte es nicht mehr, Druck auf die Gastgeber aufzubauen. In der 60. Minute profitierten die Regensburger von einer Unordnung in der Duisburger Abwehr, Sembolo erzielte nach einer Hereingabe von links aus kurzer Distanz das 2:0. Duisburg war geschlagen, ließ aber noch einen weiteren Tiefpunkt folgen. Kevin Wolze kassierte in der 73.Minute die gelb-rote Karte.

Den Zebras steht nun eine unruhige Woche ins Haus. „Wir werden nun noch enger zusammen rücken. So sind wir auch im Frühjahr aus der Krise gekommen“, sagte Reck gestern unmittelbar nach dem Spiel. Der Trainer hofft dabei, dass die Situation an der Westender Straße nicht eskalieren wird. Reck: „In der letzten Woche wurden Autos zerkratzt, es gab anonyme Drohanrufe. Das geht zu weit.“ Der Fanclub „For­ever“ legte gestern schon einmal einen Kranz am Stadion nieder.