Beim ersten Mal fast gleich zum Titel

Das Spektrum der Fähigkeiten von Michael Werzinger ist überschaubar – jedenfalls, wenn man dem 54-Jährigen Glauben schenkt. „Ich kann nur Polizei und Volleyball“, sagt er augenzwinkernd. Diese Kombination scheint sich zumindest für das Polizeipräsidium Duisburg als ideal zu erweisen, denn als Trainer der hiesigen Frauen-Auswahl führte der Beamte von der Citywache sein Team gleich beim erstmaligen Antritt zum zweiten Platz bei den Polizei-Landesmeisterschaften.

Handball und Fußball genießen schon lange einen hohen Stellenwert in der Behörde an der Düsseldorfer Straße. Werzinger hätte gern auch schon früher seine Herzenssportart stärker eingebracht: „Ich bin ja in meinen 35 Dienstjahren zigmal gefragt worden, ob ich mich engagiere. Aber es ist nie richtig etwas daraus geworden.“ Und auf halben Kram hat der Mann, der 20 Jahre lang in oberen Ligen als Trainer tätig war und zuletzt 2009 die RWE Volleys Bottrop in die Bundesliga führte, keine große Lust.

Erst war ein Mixed-Team geplant

Auch das aktuelle Projekt ließ sich zunächst nicht sehr erfolgversprechend an: Geplant war eine Mixed-Mannschaft mit je sechs Beamten beiderlei Geschlechts. Das Problem: Die Männer waren zu schlecht – die Frauen zu gut. Flugs wurden die Teams getrennt, woraufhin die Frauen um die Dingdener Drittliga-Spielerin Mareen Terwege schnell zu einer Einheit wuchsen. Nicht einfach – schließlich setzt sich die Auswahl aus den verschiedensten Zweigen zusammen: Terwege arbeitet auf der Wache Meiderich, Katharina Pohl direkt am Präsidium, drei weitere – darunter Simone Eichholz von Bezirksliga-Spitzenreiter Union Hamborn – gehören der Einsatzhundertschaft an. Vier Teammitglieder schließlich besuchen aktuell die Fachhochschule.

Richtig einschätzen konnten Michael Werzinger und Betreuer Ralf Bänsch das Leistungsvermögen nicht – das stellten ihre Schützlinge bei den Spielen in Selm aber flott unter Beweis. 2:0-Siege über Aachen und Recklinghausen/Gelsenkirchen ebneten den Weg in die Endrunde, in der eine knappe 0:2-Niederlage gegen Düsseldorf der Titelhoffnung ein Ende setzte. Mit dem 2:0 über die favorisierten Münsteranerinnen wurde aber dann Platz zwei gesichert.

Die Polizeipräsidentin freut sich über das gute Abschneiden ihrer Untergebenen – und die neue Begeisterung für den Volleyball: „Das ist eine sehr gute Sportart, vor allem, wenn ich sehe, wie verletzungsintensiv Fußball ist. Da ist dann hinterher einer immer mit einem Hinkefuß dabei.“