Aufstiegsparty nonstop - MSV feiert mit 8000 Fans bei Wehen

MSV-Stürmer Kingsley Onuegbu genoss nach dem Spiel beim SV Wehen Wiesbaden das Bad in der Menge.
MSV-Stürmer Kingsley Onuegbu genoss nach dem Spiel beim SV Wehen Wiesbaden das Bad in der Menge.
Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
Die Aufstiegsparty des MSV Duisburg ging beim Spiel beim SV Wehen Wiesbaden in die nächste Runde. 8000 Zebra-Fans waren dabei.

Wiesbaden.. Die Zebras orderten nach der 0:1 (0:1)-Niederlage im letzten Drittliga-Kick beim SV Wehen Wiesbaden das Pizzataxi und ließen sich das Essen in die Kabine liefern. Der Pizza-Bote posierte mit Sportdirektor Ivica Grlic zum Handyfoto. „Viel Glück in der 2. Liga“, wünschte der Mann. Und auch der Pizzabäcker zeigte ein Herz für die Duisburger: Er hatte in jeden einzelnen Karton mit Filzstift seine Aufstiegsglückwünsche geschrieben.

MSV II Die Spielzeit endete für die Meidericher mit Schmerzen. „Ab der 60. Minute hatten wir Krämpfe“, meinte etwa Außenverteidiger Kevin Wolze, der diese schmerzhafte Muskelanspannung aber nicht auf dem Rasen, sondern nur als Zuschauer erlebte. Coach Gino Lettieri hatte seine Profis nach der Rückkehr vom kraftraubenden Mallorca-Trip vor der Abreise nach Wiesbaden gefragt, wer sich denn überhaupt in der Lage fühle, noch einmal aufzulaufen.

MSV-Verteidiger Schorch mit Krämpfen

Viele Finger gingen hoch, einige blieben unten. Rolf Feltscher und Pierre De Wit waren nach Absprache gar nicht erst dabei. Kapitän Steffen Bohl, Thomas Meißner, Martin Dausch und Michael Gardawski wechselten von der Startelf auf die Bank. Stammkeeper Michael Ratajczak überließ Marcel Lenz den Platz zwischen den Pfosten.

Wie hart die finalen 90 Minuten der Spielzeit 2014/15 für die Duisburger Spieler, die sich für das Spiel die Haare und – wenn vorhanden – die Bärte blau-weiß gefärbt hatten, waren, zeigte der langsame Gang von Verteidiger Christopher Schorch Richtung Umkleide. Zweimal war „Schorchi“, dem das unglückliche Eigentor zum 1:0 unterlief (12.), mit Krämpfen auf dem Rasen liegen geblieben.

8000 MSV-Fans feiern friedlich auf dem Rasen

Da Gino Lettieri nicht mehr auswechseln konnte, quälte sich Schorch über die Ziellinie. „Ich habe auf die Zähne gebissen. Nur schade, dass wir nicht noch das 1:1 geschafft haben. Trotzdem war es auch in Wehen eine Riesenparty. Da sind 8000 Duisburger Fans mitgefahren und haben nach Abpfiff friedlich auf dem Rasen mit uns gefeiert. Ich habe so etwas noch nie erlebt.“

MSV Der Ex-Madrilene befindet sich mit dem MSV im Gespräch. Schorchs Vertrag endet zum 30. Juni. „Das ist so eine geile Truppe. Natürlich würde ich unheimlich gerne hierbleiben, aber das liegt in der Hand von Manager Ivo Grlic und Trainer Gino Lettieri“, sagt der 26-Jährige, der die Begeisterungsstürme der letzten Tage für immer gespeichert hat: „Das sind Eindrücke, die für ein ganzes Leben im Kopf bleiben.“

Duisburger "trainierten" schon mal das Feiern

Eine Woche nach der ersten Party in der eigenen Arena ließen die Duisburger Fans im Wiesbadener Stadion die nächste Feier folgen. Sie stürmten auch nach diesem Spiel den Rasen – diesmal gab es keine negativen Begleiterscheinungen wie Bengalos – und feierten ihre Mannschaft.

Das Team präsentierte sich den Duisburger Anhängern auf der Haupttribüne und „trainierte“ dabei schon einmal für die Aufstiegsparty am Montag am Duisburger Burgplatz.

Da Arminia Bielefeld zeitgleich in Großaspach siegte, hätten sich die Meidericher selbst bei einem Sieg nicht mehr die Drittliga-Meisterschaft sichern können. Nebensächlich war die Niederlage nach zuvor sechs Siegen in Folge aber doch nicht. „Ich hätte hier gerne gewonnen. Das Ergebnis wurmt mich“, so Mittelfeldspieler Martin Dausch.