ASCD steht im Finale

Jan Obschernikat (rechts) war am Samstag mit zwei Treffern am 9:8-Sieg des ASCD beteiligt.
Jan Obschernikat (rechts) war am Samstag mit zwei Treffern am 9:8-Sieg des ASCD beteiligt.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Duisburger gewinnen beide Auswärtsspiele gegen Waspo Hannover. Jetzt wartet der Erzrivale Wasserfreunde Spandau auf das Troost-Team.

Duisburg..  Die Flut von Glückwunsch-Mails und Kurznachrichten wollte gar nicht mehr abebben. Halb Wasserball-Deutschland, so schien es, gratulierte dem ASC Duisburg zum Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft. Glatt in drei Spielen hatten die Amateure gegen Waspo 98 Hannover das ersehnte Ticket gelöst. Auf den Heimerfolg am Mittwoch ließ das Team von Arno Troost nun in der niedersächsischen Landeshauptstadt zwei weitere Siege folgen. In der Finalserie trifft der ASCD auf die Wasserfreunde Spandau 04, die erwartungsgemäß souverän den SSV Esslingen ausschalteten.

Etwas überraschend kam dieser klare Erfolg dann doch. „Dass wir zuhause gewinnen, das hatte ich schon gedacht. Auch dass wir in Hannover eine Partie entscheiden können. Dass wir da zwei Siege holen, das hätte ich so auch nicht unterschrieben“, gestand Kapitän Julian Real. Immerhin hatten die Duisburger die beiden Hauptrundenspiele, wenn auch knapp, verloren. Dazu hatten die Hannoveraner vor der Saison die Geldschatulle weit geöffnet und sich namhaft verstärkt, während der ASCD mit Tobias Kreuzmann, Till Rohe und Sven Roeßing drei Leistungsträger verloren hatte. „Wir haben nicht umsonst immer gesagt, dass wir kleinere Brötchen backen müssen. Aber wir haben gezeigt, was man mit harter Arbeit und viel Herzblut leisten kann. Meine Jungs geben immer Gas, trainieren wie die Bescheuerten und so eine Mannschaft tritt dann auch wie eine Mannschaft auf. Es reicht eben nicht, sich nur die Spieler zu kaufen“, stellte Arno Troost seinem Team ein exzellentes Zeugnis aus, konnte sich aber auch eine kleine Spitze nicht verkneifen.

In Spiel zwei am Samstag bewies der ASCD unbändige Moral. Zweimal lag der Doublesieger von 2013 mit drei Treffern (0:3, 3:6) zurück. Zweimal holten die Duisburger den Rückstand wieder auf. 22 Sekunden vor Schluss setzte Dennis Eidner dann mit seinem Treffer zum 9:8 zum K.o.-Schlag an. Troost: „Wir haben ja nur ein Mal in diesem Spiel geführt – zum Schluss. Ich denke, das hat auch den Ausschlag für das dritte Spiel gegeben.“

Beton in der Defensive

Am Sonntag rührten die Amateure vor allem in der Defensive Beton an. Julian Real: „Wir haben um jeden Zentimeter gekämpft. Wir waren auf den Punkt fit. Ich denke, Hannover war nicht darauf gefasst, dass wir ihnen so einen Kampf anbieten.“ Nur drei Gegentore ließen die Schwarz-Gelben zu. Waspo-Toptorjäger Erik Bukowski war in der gesamten Serie abgemeldet, erzielte nur ein Tor. „Wir haben das über die Verteidigung gewonnen“, wusste auch Troost. „Die Jungs haben toll miteinander gearbeitet, sich stark eingesetzt. Da kam der Arm raus, die Löcher wurden zugemacht, der Block gestellt – vor allem auch in Unterzahl war das stark.“

Die Freude über den Finaleinzug war groß, die Feier fiel eher klein aus. „Auch wenn wir unser Ziel, das Finale zu erreichen, jetzt geschafft haben, geht es ja noch weiter. Wenn man im Finale ist, dann will man auch noch mehr. Wir werden uns in den nächsten zwei Wochen wieder den Hintern aufreißen. Soll Spandau ruhig mal herkommen“, gibt sich Julian Real kämpferisch. In ihren Postfächern haben die Amateure schließlich noch Platz für weitere Glückwünsche.

Die Spiele in der Statistik:

Waspo Hannover –
ASC Duisburg 8:9

Viertel: 3:1, 3:3, 1:3, 1:2
Tore: Dennis Eidner (4), Jan Obschernikat (2), Gilbert Schimanski, Julian Real, Paul Schüler.

Waspo Hannover –
ASC Duisburg 3:5

Viertel: 0:0, 1:2, 1:1, 1:2
Tore: Dennis Eidner, Philipp Kalberg (je 2), Julian Real.