ASCD startet in die Finalserie gegen Spandau

Die Siegerfaust will ASCD-Kapitän Julian Real auch nach dem ersten Finalspiel gegen die Wasserfreunde Spandau wieder in die Luft recken.
Die Siegerfaust will ASCD-Kapitän Julian Real auch nach dem ersten Finalspiel gegen die Wasserfreunde Spandau wieder in die Luft recken.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Zum neunten Mal in Folge stehen sich die Duisburger und die Berliner in den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft gegenüber,

Duisburg..  Als der ASC Duisburg vor zwei Jahren den großen Wurf schaffte und den deutschen Wasserball-Dauermeister Wasserfreunde Spandau im Play-off-Finale auf Platz zwei verwies, stand dieser große Erfolg im Schatten der MSV-Pleite: Während die Amateure den ersehnten Titel feierten, ließen ein paar Meter weiter die Fans der Zebras ihrem Unmut über die verweigerte Zweitliga-Lizenz freien Lauf. Die Gefahr für eine Wiederholung dieses Szenarios besteht nicht – vor allem, weil die MSV-Kicker ihre Zulassung schon in der Tasche haben. Der ASCD könnte hingegen den erneuten Coup schaffen, wenngleich Trainer Arno Troost vor dem ersten Spiel, das am Mittwoch um 20 Uhr an der Kruppstraße beginnt, den Ball gepflegt unter Wasser hält.

Andere Erwartungshaltung

„Die Erwartungshaltung ist eine andere als vor zwei Jahren“, stellt Troost fest. Schon damals war seine Mannschaft naturgemäß nicht als Favorit in die Finalserie gestartet, aber die beiden deutschen Topteams begegneten sich doch halbwegs auf Augenhöhe. In der aktuellen Spielzeit hingegen stapelten die Duisburger tief. „Ich wäre vor der Saison mit einer Medaille zufrieden gewesen“, so Troost. Als dann das Halbfinale gegen den enorm verstärkten Rivalen Waspo Hannover anstand, kalkulierte der Coach damit, am heutigen Abend zum ersten Spiel um Platz drei nach Esslingen reisen zu müssen. „Ich hatte meine privaten Planungen schon darauf abgestellt“, meint er augenzwinkernd. Die Mannschaft belehrte ihn eines besseren und schickte die Niedersachsen mit einem 3:0-„Sweep“ ins kleine Finale.

Also doch wieder das altbekannte Duell: Spandau gegen Duisburg, zum neunten Mal in Folge. Und natürlich würden sie gern wieder den Titel an den Barbarasee holen, klar. „Das erste Spiel ist für uns sicherlich das wichtigste. Zu Hause und vor allem mit unseren Fans im Rücken werden wir noch einmal stärker“, sagt ASCD-Spieler Nils Illinger. Das wissen die Gäste aus Berlin nur zu gut: Seit mittlerweile drei Jahren haben sie weder in der Punktrunde noch in den Play-offs einen Sieg in Duisburg landen können. Klar, dass sich Arno Troost auf eine solche Statistik nicht verlassen will: „Das ist schön, aber jede Serie reißt einmal.“

Harte Arbeit ist gefragt, vor allem defensiv. „Wir müssen aus einer sicheren Abwehr heraus spielen. Dort wird es wichtig sein, dass wir alle füreinander arbeiten und zeigen, was wir als Team leisten können“, betont Keeper Moritz Schenkel. Das gelang zuletzt beim 5:3 in Hannover bravourös. „Gegen Waspo haben wir in drei Begegnungen 17 Tore kassiert, also weniger als sechs pro Spiel. Wenn wir diesen Schnitt auch gegen Spandau halten, ist alles möglich“, so Arno Troost. Er weiß: Kommt die Angriffsmaschinerie des Rekordmeisters schnell in Fahrt, wird es für seine Truppe schwierig, da mitzuhalten.

Personell hat er die Qual der Wahl: „Alle sind fit, alle sind willig.“ Was natürlich auch bedeutet, dass dem Coach die Aufgabe zufällt, einigen Akteuren einen wenig erfreulichen Sitzplatz in Zivil am Beckenrand zuzuweisen. „Da kann ich halt vor allem bei den jüngeren Spielern nur an deren Geduld appellieren, wobei die immer geringer wird. Aber wenn das nicht so wäre, hätten wir vermutlich auch die falschen Spieler.“

Gute Wünsche gibt es übrigens auch von MSV-Manager Ivo Grlic: „Dass der ASCD die Finals erreicht hat, ist ein toller Erfolg für den Club und eine tolle Sache für uns in Duisburg. Ich wünsche mir, dass auch viele unserer Fans das würdigen und den ASCD in den Playoffs unterstützen. Wir Zebras drücken die Daumen!“