Altweiber liegt Neuwied schwer im Magen

Jubeln konnte die Füchse – wie hier in einer Archivszene im Heimspiel – gegen den EHC Neuwied. Doch es dauerte lange, bis der Sieg unter Dach und Fach war.
Jubeln konnte die Füchse – wie hier in einer Archivszene im Heimspiel – gegen den EHC Neuwied. Doch es dauerte lange, bis der Sieg unter Dach und Fach war.
Foto: WAZ-Fotopool
Was wir bereits wissen
Am „Schwerdonnerstag“, wie es rund um Koblenz heißt, gewannen die Füchse bei den Bären mit 6:4. Allerdings wurde es trotz 3:0-Führung noch einmal spannend. Am Sonntag kommt Erfurt.

Duisburg..  Schwerdonnerstag? Da dieser Begriff nur in der Koblenzer Region verbreitet ist, haben es die Füchse den Bären diesmal besonders schwer gemacht – und feierten an „Altweiber“ den nächsten Sieg in der Endrunde der Eishockey-Oberliga Mitte. Beim EHC Neuwied setzte sich der EV Duisburg in einem vorgezogenen Spiel allerdings denkbar knapp mit 6:4 (2:0, 1:2, 3:2) durch.

Zunächst waren es die Neuwieder, die dem Namen dieses Donnerstags in ihrer Region zunächst alle Ehre machen wollten. Denn vom Eröffnungsbully an, machten die Hausherren richtig Dampf, setzten immer wieder das von Felix Bick gehütete Duisburger Tor unter Druck. Zwar hatten auch die Füchse in der Anfangsphase ihre Chancen, doch die Schwarz-Roten mussten auch schon einmal auf Kosten eines Icings klären. Hinten sollte die Null stehen – und sie stand, auch wenn der Puck in der sechsten Minute nur knapp am EVD-Tor vorbeistrich. Doch nachdem die Gäste zwei Unterzahlsituationen überstanden hatten, sammelten sie sich und übernahmen nach und nach das Kommando auf dem Eis. Als Dominik Lascheit in der elften Minuten zum 1:0 für Duisburg erfolgreich war, landete er einen Wirkungstreffer; Neuwied wirkte geschockt. Das nutzten die Füchse aus: Fabio Pfohl legte für André Hueb­scher auf – 2:0 (15.). Und beinahe wäre es noch ärger für Neuwied gekommen. Kevin Orendorz’ Schuss in der 17. Minute konnte EHC-Goalie Björn Linda, ein früherer Fuchs, zwar abwehren, aber nicht festhalten. Für den Rebound kam Dennis Fischbuch einen Schritt zu spät.

Was nicht ist, kann ja noch werden – so holte Orendorz sein Tor einfach nach. 61 Sekunden waren im zweiten Drittel gespielt, als er die Scheibe von Christoph Ziolkowski bekam und auf 3:0 erhöhte. In den Jubel mischten sich kurz Sorgen, weil Fabio Pfohl kurz zuvor verletzt das Eis verlassen hatte. Noch nach wenigen Minuten war der junge Angreifer wieder zurück. Auch danach deckten die Füchse das Neuwieder Tor mit Schüssen ein, kamen aber zu keinen weiteren Erfolgen. Diesmal waren es die Neuwieder, die etwa zur Spielhälfte, das 0:3 ein 0:3 sein ließen und sich auf ihre Spielweise der Anfangsphase besannen. Die Bären spielten härter und bissen sich so ins Spiel zurück. Und es wurde spannend. Denn erst holte sich Josh Myers die Scheibe nach einem Fehler im Duisburger Aufbauspiel und traf zum 1:3 (34.), ehe er in der 37. Minute den 2:3-Anschluss herstellte. Plötzlich war alles wieder offen. Zwei Sekunden vor der Pause ging es noch einmal rund: Duisburgs Raphael Joly schnappte sich seinen Gegenspieler Sven Schlicht – nachdem sich beide ihrer gegenseitigen Antipathie versichert hatten, kassierten beide eine Spieldauerstrafe. Unklug von Joly, der damit am Sonntag (18.30 Uhr, Scania-Arena) im Heimspiel gegen die Black Dragons Erfurt fehlen wird.

Zu Beginn des Schlussabschnitts wurde es dann richtig brenzlig: Cornelius Krämer musste auf die Strafbank (46.). Doch die Füchse überstanden nicht nur diese Unterzahlsituation. Gerade waren die Gäste komplett, da erkämpfte sich Noureddine Bettahar die Scheibe, passte sie zu Dominik Lascheit, der auf 4:2 erhöhte (48.). Dennoch blieb es spannend – weil nicht einmal eine Minute später Myers zum dritten Mal für Neuwied erfolgreich war. Und dann war es passiert: Wieder Strafzeit, diesmal scheppert’s, wieder Myers – 4:4 (54.). Doch Pascal Zerressen rettete den Sieg mit dem 5:4 (58.). Ein Wermutstropfen: Pfohl musste nach einem Foul in die Kabine; für Neuwieds Christian Köllner gab es Spieldauerstrafe. Orendorz legte das 6:4 sechs Sekunden vor Ende ins leere Tor nach.

EHC Neuwied –
EV Duisburg 4:6

Drittel: 0:2, 2:1, 2:3
Tore: 0:1 (10:01) Lascheit (Busch, Meisinger), 0:2 (14:56) Huebscher (Pfohl), 0:3 (21:01) Orendorz (Ziolkowski), 1:3 (33:03) Myers (4-4), 2:3 (36:40) Myers (Schmitz, Tegkaev), 2:4 (47:48) Lascheit (Bettahar), 3:4 (48:34) Myers (Linda, Köllner), 4:4 (53:47) Myers (Tegkaev/5-4), 4:5 (58:08) Zerressen (Orendorz), 4:6 (59:54) Orendorz (ENG). Strafen: Neuwied 6 + 10 (Schlicht) + 5 + Spieldauer (Schlicht) + 5 + Spieldauer (Köllner), Duisburg 10 + 5 + Spieldauer (Joly). Zuschauer: 1071.