Abstieg mit der drittbesten Abwehr

Die OSC Löwen Duisburg lecken nach dem Abstieg aus der 3.Handball-Liga West ihre Wunden und planen nun für die Oberliga. Ein Rückblick auf die abgelaufene Saison zeigt, dass die Duisburger den Abstieg hätten vermeiden können. Knappe Ergebnisse und weitere Zahlen belegen dies. Ein Rückblick mit Namen und Zahlen.

Tore: Es klingt verrückt – die OSC Löwen stellten in der Abstiegssaison die drittbeste Abwehr. Nur 783 Gegentreffer mussten die Duisburger hinnehmen, Besser waren nur Meister Ferndorf (755) und Vizemeister Hagen (762). Auf der anderen Seite erzielten die OSC Löwen mit Abstand die wenigsten Treffer. Mit 740 Toren steht die SG am Tabellenende. Der VfL Gummersbach II (768) ist Vorletzter.

Schlüsselspiele: Den OSC Löwen fehlten vier Punkte zur Rettung. Diese Zähler sind leicht gefunden. Hätten die Duisburger in Soest gewonnen, hätte sogar dieser eine Sieg genügt, da die SG dann im direkten Vergleich vorne gelegen hätte. Zudem schlägt die 33:41-Niederlage bei Schlusslicht Wiesbaden ins Kontor. Auch viel Pech war für die OSC Löwen in dieser Saison im Spiel. Fünf Begegnungen verloren die Duisburger mit gerade einmal reinem Tor.

Top und Flop: Den höchsten Saisonsieg feierten die OSC Löwen beim 33:19 im Heimspiel gegen die HSG Wiesbaden. Die heftigste Schlappe setzte es auch in eigener Halle: beim 22:35 gegen den VfL Gummersbach II.

Verletzungen: Verletzungsbedingte Ausfälle gehören zum Geschäft, doch die OSC Löwen erwischte es besonders hart. Für Kevin-Christopher Brüren war die Saison im Dezember beendet, er zog sich im Spiel gegen Hagen eine schwere Armverletzung zu. Nico Biermann zog sich im Februar einen Kreuzbandriss zu. Robin Flemmig erwischte es zweifach: Er fiel aufgrund einer Steißbein-Operation mehrere Monate aus, dann zog auch er sich einen Kreuzbandriss zu.

Torjäger: Michael Heimansfeld führt die mannschaftsinterne Torjägerliste mit 148 Treffern an, es folgen Marcel Giesbert mit 97 Treffern und Dennis Backhaus mit 92 Toren. Vierter ist Kevin-Christopher Brüren mit 89 Toren – obwohl er fast die Hälfte der Saison verpasste.

Sünder: Dennis Backhaus steht mit 31 Zeitstrafen an der Spitze der Duisburger Sünderkartei, gefolgt von Michael Heimansfeld mit 21 Hinausstellungen.

Rückrunde: In der Rückrundentabelle belegten die OSC Löwen mit 7:23 Punkten den vorletzten Platz. Nur der VfL Gladbeck ist mit 6:24 Zählern schlechter.

Rekordabsteiger: Matthias Reckzeh, Torwart und zuletzt Interimstrainer, stieg in Rheinhausen zum dritten Mal ab. Der 41Jährige erlebte einst Konkurs und Bundesliga-Abstieg des OSC mit, er stieg vor vier Jahren mit dem OSC aus der 2. Bundesliga ab und verfehlte nun mit den OSC Löwen das Klassenziel in der 3. Liga. Kurios: Obwohl Reckzeh seit über zwei Jahrzehnten im Geschäft ist, erlebte er in seiner Laufbahn nur zwei Trainerwechsel mit. Vor dreieinhalb Jahren den Rücktritt von Achim Schürmann und nun den Rücktritt von Jörg Förderer.