2:1 im Spitzenspiel vor vollem Haus

Der Sprung ins Glück: Nach seinem Treffer zum letztlich entscheidenden 2:1 ließ sich Ahmet Talha Kilinc von den FSV-Fans feiern. Mit dabei; Spielmacher Bora Karadag.
Der Sprung ins Glück: Nach seinem Treffer zum letztlich entscheidenden 2:1 ließ sich Ahmet Talha Kilinc von den FSV-Fans feiern. Mit dabei; Spielmacher Bora Karadag.
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
FSV Duisburg schließt durch den Sieg im direkten Duell zu Landesliga-Spitzenreiter SV Schonnebeck auf. Mehr als 1500 Zuschauer an der Warbruckstraße.

Duisburg..  So richtig trauten sie dem Braten nicht. Gut 80 Minuten war es an der Warbruckstraße eher still. Nicht so still, wie es beim Amateurfußball dieser Tage normal ist. Vielmehr ungewöhnlich still angesichts von einer Kulisse von mehr als 1500 Zuschauern, die zum Spitzenspiel der Fußball-Landesliga zwischen dem FSV Duisburg und der SV Schonnebeck gekommen waren. „Sie waren angespannt, weil sie es nicht richtig glauben wollten“, mutmaßte FSV-Coach Heiko Heinlein nachher. Mit dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Florian Heien war es dann aber Realität: Die Gastgeber setzten sich mit 2:1 (1:1) durch und haben damit nach Punkten zum Spitzenreiter aus Essen aufgeschlossen.

Es war fast unwirklich, wie viele Menschen sich rund um den Kunstrasenplatz versammelt hatten. Die Verlegung auf den Samstagnachmittag hatte sich bezahlt gemacht, weil nahezu alle Vereine der Umgebung die Chance nutzten, Duisburgs Team der Stunde unter die Lupe zu nehmen. Wie viele Zuschauer es am Ende genau waren? FSV-Chef Mustafa Zeycan konnte es kurz nach dem Abpfiff nur grob schätzen: „Zwischen 1500 und 2000.“

Doch Masse ist nicht zwingend gleich Lautstärke. In der 27. Minute wurde es sogar richtig ruhig, denn da kamen die Gäste zum Führungstreffer durch Stephan Jasberg. „Da habe ich mich geärgert, denn in dieser Situation wurden zum einzigen Mal die Vorgaben in der Abwehr nicht eingehalten“, so Heiko Heinlein. Nicht zufrieden war er in der ersten Hälfte auch mit Osman Ardic, der als einzige Spitze auflief, dabei aber die ihm gestellten Aufgaben nach hinten vernachlässigte. Er musste zur Pause Ivan Prce Platz machen; den Platz ganz vorn nahm dafür Ali Basaran ein.

Da stand es schon 1:1 – etwas glücklich, versteht sich: Einen Freistoß von Musa Celik verlängerte Timo Welky im Strafraum per Kopf, ehe Schonnebecks Marcel Kirchmayer beim Klärungsversuch die Kugel ins eigene Tor drosch (36.).

Das waren die einzigen Höhepunkte einer erwartungsgemäß sehr taktisch geprägten Partie vor dem Seitenwechsel. Die Gäste richteten sich zunehmend auf ein Unentschieden ein und stellten die Offensivaktionen weitgehend ein. Der FSV hatte nun mehr Zug in den Aktionen und wurde dafür dann nach 65 Minuten auch belohnt: Ahmet Talha Kilinc zog aus der Drehung vom rechten Strafraumeck ab und traf flach links unten zum 2:1. Damit unterstrich der 20-Jährige seine zuletzt steile Aufwärtsentwicklung. „Schön, dass jetzt seit der Winterpause sein Zwillingsbruder für uns spielt“, meinte Heiko Heinlein nachher augenzwinkernd.

Danach verpasste es seine Elf, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Mehr als ein wenig Gewusel in einigen Strafraumszenen bekam Schonnebeck allerdings nicht mehr hin. Zur Freude der Zuschauer, die danach noch etwas Ungewöhnliches erlebten: einen minutenlangen Stau auf dem Parkplatz.