Zum Dome ist es noch ein weiter Weg
16.06.2008 | 22:00 Uhr 2008-06-16T22:00:00+0200Das neue Team der Giants will sich erstmal in Düsseldorf etablieren. Vision von Partien in Rath.
Seit Montag sind sie also in Düsseldorf wirklich präsent. Jene Giants – auf Deutsch schlicht: Giganten –, die exakt vier Jahrzehnte lang in Leverkusen unter monetärer Hilfe der allgegenwärtigen Bayer AG eine der populärsten und bekanntesten Basketball-Marken in Deutschland kreiert haben.
Die lockere Vorstellung des neuen Profisport-Produkts und -Projekts in Düsseldorf geriet optisch schlicht. Im Presseraum der 3670 Plätze fassenden neuen Heimspielstätte an der Karl-Hohmann-Straße in Reisholz saßen die vier Protagonisten vor einer kalkweißen Wand. Die im Profisport übliche bunte Wand fotogen aufdringlicher Werber fehlte. Was man als Hinweis darauf werten könnte, dass der für die Sponsorensuche hauptverantwortliche neue Geschäftsführer Claudio Di Padova nicht über Arbeitsmangel zu klagen hat.
„Eine große Herausforderung”
Der 31-jährige studierte Betriebswirt ließ nicht nur sein Herz sprechen, als er das Angebot von „Mr. Bayer Basketball” Otto Reintjes annahm, sein Nachfolger bei den Giants zu werden. „Es ist eine große Herausforderung, das Produkt erfolgreich in Düsseldorf zu platzieren. Die Voraussetzungen stimmen”, sagt Di Padova mit Blick aufs zu beackernde Sponsorenfeld. Der einstige Spieler und Trainer bringt berufliches und sportfachliches Wissen mit. Keine schlechte Kombination.
Hinarbeiten auf die zweite Million
Nicht nur Di Padova arbeitet daran, die im Vergleich mit Leverkusen deutlich vielfältigere Sponsorenwelt der Landeshauptstadt für gigantischen Basketball zu begeistern. Ob Di Padovas Noch-Arbeitgeber Vodafone eine tragende Rolle im Etat spielen wird? Antworten soll es Mitte Juli geben.
Der Mindestetat von einer Million Euro ist gesichert. Auf eine zweite Million arbeiten die Giants hin. In Leverkusen hatte man zuletzt 2,5 Millionen zur Verfügung. Und war schon damit „nur” in der unteren Hälfte der Basketball-Bundesliga, kurz BBL, zu finden.
Dass der gemeine Düsseldorfer Sportinteressent für klein(er)e Brötchen eher wenig Geschmack entwickelt, wissen sie bei den Giants natürlich. Man vertraut darauf, dass Cheftrainer Achim Kuczmann und sein „Co”, Ex-Nationalspieler Hansi Gnad, wieder eine Besetzung finden, die trotzdem um die ersten acht Play-off-Plätze mitmischen kann.
. . . gibt es noch nicht zu kaufen.
Die Leverkusener wollen die Eintrittspreise allerdings so gestalten wie in der letzten Saison in der Dopatka-Halle: von acht bis 25 Euro plus Familienangebote. Die Giants hoffen, dass 600 bis 800 Bayer-Fans den Weg nach Reisholz mitgehen werden.
Die Trikotbrust bleibt nicht blank. Ein Gönner hat sich dort schon eingebucht. Beim derzeitigen Namenstitel Giants Düsseldorf wird es sicher nicht bleiben. Am Logo und an den Klubfarben wird, sicher in Absprache mit dem neuen Titelsponsor, gearbeitet. „Aus Leverkusen wollen wir die Stimmung mit nach Reisholz tragen”, sagt Di Padova. Und verrät, dass sich auch die treuen Bayer-Fans an eine neue Marke werden gewöhnen müssen. Wenn sie denn den Wechsel in die 20 Autominuten entfernte Halle mitmachen wollen.
2700 kamen im Schnitt in die Wilhelm-Dopatka-Halle. Etwas mehr Fans will man an der Karl-Hohmann-Straße begeistern. Mit der Aussicht, vielleicht auch mal den Dome zu füllen. Ob das Startderby gegen die Köln 99ers am 21. September gleich in einen zuschauerträchtigen Knallerstart in Rath mündet? „Der Dome ist sicher eine Vision. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg”, sagt Di Padova. Und meint damit sicherlich auch, dass in Düsseldorf bisher kaum einer mitbekommen hat, dass es demnächst Erstliga-Basketball zu sehen gibt.
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