„Wir sind überschätzt worden!”
28.12.2009 | 18:26 Uhr 2009-12-28T18:26:00+0100Düsseldorf. Bei Spitzenreiter Turu stimmt bei 13 Spielen ohne Gegentreffer vor allem das Defensivverhalten.
30:8 Tore und 34 Punkte sind in der amtlichen Niederrheinliga-Tabelle für Turus Fußballer aufgeführt. 36:9 Treffer und 37 Zähler hatte der Spitzenreiter allerdings real erzielt. Auf den ersten Blick eine beeindruckende Bilanz, die Turus gegenüber dem Vorjahr vollkommen neu formierte Kicker-Gilde unter dem neuen Trainergespann um Chefcoach Frank Zilles nach 19 Spielen in der sechsthöchsten Fußball-Spielklasse „hingelegt” hat.
6:1-Sieg bei TuRa 88 in Duisburg nicht gewertet
Neun Siege, sieben Unentschieden und nur zwei Niederlagen (0:1 in Wülfrath, 2:3 gegen den Rangdritten VfB Homberg) stehen in der Bilanz der nach dem finanzbedingten Rückzug von TuRa 88 Duisburg nur 18 gewerteten Spiele. Gegen die Neudorfer hatte die Zilles-Elf auswärts mit 6:1 gewonnen. Was letztlich aber aus der Wertung fiel.
Gleich acht „Zu-Null”-Siege und fünf Treffen ohne Treffer sprechen für die Oberbilker Defensive. Dennoch ist der Feststellung, die Frank Zilles nach dem erfolgreichen Saisonstart (2:0 über SV Hönnepel-Niedermörmter) traf („Wir müssen uns spielerisch steigern”) nichts hinzuzufügen. Die meist kritischen Fans bestätigen, dass eine starke Defensivabteilung gepaart mit Ordnung, Disziplin und Einsatz für den Erfolg verantwortlich sind. Doch spielerische Glanzpunkte vermissen diese Fußballfreunde.
Was Zilles ebenso wie seine Co-Trainer Marc Schweiger, Harry Janke und Oscar Bizarro wissen. Aber auch etwas ärgert. „Wir sind überschätzt worden!” lautet die Antwort, die das Trainer-Quartett gibt. Jeder für sich, wie auswendig gelernt. Aber eben stimmig. Und immer wiederholt, wenn davon die Rede ist.
„Eine Entwicklung braucht Zeit, vor allem eine spielerische”, hatte Cheftrainer Zilles vor Beginn der Saison gesagt. Deshalb Geduld gefordert. Geduld im Kampf um Stammplätze hatten Farid Loukil (Turu II), Hassan Nounouh (ohne Verein), Dimitrij Steininger (1. FC Wülfrath), Samuel Sibilski und Patrick Scheulen (beide Wersten) nicht und verließen das Oberbilker Team.
Dafür verstärkte der französische Ex-Profi Bruno Custos, in der vergangenen Saison noch im Aufgebot des Drittligisten Fortuna, im Laufe der Saison das durch viele Verletzungen gebeutelte Team deutlich. Und feierte am 18. Oktober beim später nicht gewerteten Auswärtsspiel gegen TuRa 88 Duisburg einen Klasse-Einstand.
„Das ist mehr, als wir erwarten konnten”
Turu-Chef Heinz Schneider, dessen deutlich billigeres Vorjahresteam als Zwölfter ins neue Jahr ging, ist positiv überrascht: „Bei unserer Bilanz ist es doch kein Wunder, dass ich zufrieden bin. Einen Platz unter den ersten sechs wollten wir, Tabellenerster sind wir. Das ist mehr, als wir erwarten konnten”, sagt Schneider allen Kritikern.
Neun Heimspiele wurden von rund 3000 Zuschauern besucht. Wobei Zuschauermagnet KFC Uerdingen mit dem ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönig Ailton, dem ehemaligen türkischen U-21-Nationalspieler Erhan Albayrak und dem Ex-DFB-U-21-Akteur Ersan Tekkan am 21. Februar an der Feuerbachstraße sicher für eine gute Kulisse sorgen dürfte.
Insgesamt 21 Spieler setzten die Oberbilker ein. Torwart Dennis Prostka, Daniel Rey-Alonso und Markus Weiß fehlten in keiner Minute der 19 gespielten Begegnungen. Fatih Duran, Sebastian Schweers, Engin Kizilaslan und Miguel Lopez-Torres wurden in allen 19 Spielen eingesetzt.
Bester Torschütze (mit dem nicht gewerteten TuRa-Spiel) war Heimkehrer Lopez-Torres mit zehn Treffern gefolgt von Sebastian Schweers und Engin Kizilaslan (je 5) und Nachwuchsmann Aykut Ceker (4). Die jüngsten eingesetzten Akteure waren neben Ceker Daniel Theisen, Patrick Scheulen (alle 19) und A-Junior Mats Köster (18).
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