Wenn das Teufelchen ins Ohr flüstert
03.02.2009 | 23:00 Uhr 2009-02-03T23:00:00+0100Panther-Spieler Christian Poschmann ist nach schwerer Knieverletzung wieder genesen und brütet über ein Comeback. Bei einem erneuten Vorfall bliebe das rechte Knie steif.
Herz oder Verstand? Christian Poschmann kämpft derzeit mit sich selbst. „Auf meinen Schultern sitzen ein Engelchen und ein Teufelchen”, berichtet der Footballer von Zweitligist Panther: „Auf wen soll ich hören?” Am 3. Mai verletzte sich der 29-Jährige am Knie: Innenbandriss, Kreuzbandriss, Meniskusriss, Knorpel beschädigt.
„Das Knie war völlig kaputt. Alle Ärzte sagten, ich dürfte nie wieder Football spielen. Und meiner Frau Sandra wäre das auch lieber.” Und trotzdem schlägt das Herz für die Karriere. „Football bei den Panthern bedeutet mir einfach zu viel”, betont Poschmann, „ich will noch nicht aufhören.”
Eine schwierige Entscheidung. Für ein gesundes Knie, den Partyservice, den er mit seiner Frau Sandra betreibt, und gegen die Schmerzen. Oder für das Risiko, die Leidenschaft und die Panther.
Den Spielerpass für die neue Saison hat der Ex-Nationalspieler bereits unterschrieben. Vorsorglich, wie er sagt: „Der Wille ist riesig. Football ist der beste Sport der Welt.”
Sehne ersetzte das Kreuzband
Und das Knie spielt derzeit auch mit. Am Panther-Training nimmt Poschmann seit Dezember teil. „Ich habe keine Schmerzen”, berichtet der Running Back. Mit einem Teil einer Sehne aus dem Oberschenkelmuskel wurde das Kreuzband ersetzt. Das Knie lässt sich ohne Einschränkung bewegen.
Im Training läuft Poschmann zwar noch etwas langsamer als früher, aber die Verletzung ist endgültig überstanden.
„Das einzige Problem ist im Kopf”, weiß er, „deshalb kann ich noch keine 100 Prozent geben.” Denn eine erneute Verletzung hält das rechte Knie nicht mehr aus. Reißt das Kreuzband erneut, bleibt das Knie steif. „Ich will nicht mit 30 am Stock gehen”, sagt Poschmann, „und ich will irgendwann mal mit meinem Nachwuchs Fußball spielen.”
Der Footballer aus Leidenschaft weiß sehr genau, dass die Fortsetzung seiner Karriere riskant wird. „Es braucht ja nur ein Mitspieler im Training unglücklich auf mein Knie fallen”, beschreibt er, „schon ist alles vorbei.”
Und trotzdem flüstert ihm das Teufelchen von der Schulter Geschichten vom Football ins Ohr. „Die Panther bedeuten mir einfach zu viel”, sagt Poschmann, „ich habe unglaubliche Lust, obwohl ich weiß, dass ich mit Football kein Geld mehr verdienen werde.”
Die Entscheidung soll bald fallen. „Ich werde noch ein paar Wochen trainieren und dann sehen wie es geht. Wenn ich Schmerzen habe, dann höre ich auf.” Es sei denn, das Herz gewinnt gegen die Vernunft.
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