Weltmeisterliches im Arena-Sportpark

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Was wir bereits wissen
Beim 10. Leichtathletik-Hallenmeeting sind am Donnerstag in fast allen Disziplinen Weltstars am Start.

Düsseldorf. Die Erwartungen sind hoch an das heutige Leichtathletik-Meeting. „Das Ziel ist es, im Ranking des Internationalen Leichtathletikverbandes IAAF wieder unter die Top fünf der Hallenmeetings zu kommen. Ich rechne mit einigen Weltjahresbestleistungen und ein bis zwei Veranstaltungs-Rekorden. Dazu hat Arne Gabius ja die Jagd auf den deutschen 5000-Meter-Rekord angekündigt“, erläutert Meeting-Direktor Marc Osenberg.

Jagd auf Bestzeit

Diese Jagd auf die 13:30:15 Minuten von Stephane Franke aus dem Jahr 1995 dürfte aber nicht das einzige Highlight des Abends in der Arena-Leichtathletikhalle werden. So könnte es im 60-Meter-Hürdensprint eine WM-Revanche geben. Der amtierende Weltmeister Omoghan „Omo“ Osanghea (USA) ist gemeinsam mit dem Vizeweltmeister Pascal Marinot-Lagarde (Frankreich) am Start.

Vor Jahresfrist hatte „Omo“ mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung gewonnen. Mit dabei sind auch der 110-Meter-Hürden-Olympiasieger des Jahres 2008, Dayron Robles aus Kuba, und der WM-Sechste Erik Balnuweit (LAZ Leipzig). „Das werden harte Rennen. Ich kenne Dayron, Pascal und Eric gut. Sie sind alles Klassewettkämpfer und lassen einem keinen Raum für Fehler“, sagt Osanghea.

Doch nicht nur der schnelle Lauf über die 106,68 Zentimeter hohe Hürden ist erstklassig besetzt. Ein paar der 60-Meter-Sprinter im Feld haben in diesem Jahr schon Zeiten unter 6,60 Sekunden hingelegt. Starkes Personal nimmt auch die 800, 1500 und 3000 Meter in Angriff. Im Stabhochsprung kommt es zum Duell zwischen dem amtierenden Freiluftweltmeister Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) und Hallen-Weltmeister Kostas Filipides. Bei den starken Jungs, die eine 7,25 Kilo schwere Kugel mit ihrer Körperkraft über 20 Meter weit katapultieren, sind der amtierende Hallen-Weltmeister Ryan Whiting und der dreimalige Hallenweltmeister Christian Cantwell (beide USA) dabei. „Das Kugelstoßen ist so was wie eine Wundertüte. Für die meisten ist das Meeting der erste Wettkampf in der Hallensaison. Mal sehen, ob es über die 21-Meter-Marke geht“, sagt Osenberg.

Im Dreisprung der Frauen soll vor allem Vize-Weltmeisterin Olga Saladucha für die ganz großen Weiten sorgen. Größte Konkurrenz für die Ukrainerin dürfte die WM-Vierte Patricia Mamona aus Portugal sein.

Dreispringerin Lena Saathoff (ART) ist die einzige Düsseldorferin im Hauptfeld. Insgesamt ist es heute wieder ein Treffpunkt von 140 Top-Leichtathleten aus 40 Nationen. „Das Leichtathletik-Meeting in Düsseldorf hat sich in der Szene einen sehr guten Namen gemacht, ist in den vergangenen Jahren zu einem echten Markenzeichen geworden. Da fällt es leicht, namhafte und leistungsstarke Athleten zu verpflichten. Oft kommen Manager oder Athleten auch auf mich zu und fragen, ob es einen Startplatz für sie gibt“, erläutert der Meeting-Direktor. So wie es „Omo“ Osanghea getan hat. „Wenn ein Hallenweltmeister nachfragt, muss man einfach ‘ja’ sagen“, meint Osenberg. Und so kommt das Düsseldorfer Leichtathletik-Publikum eventuell in den Genuss der WM-Revanche.