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Deutsche Eishockey-Liga

Weil der DEG das Geld fehlt, geht Sulzer nach Ingolstadt

17.10.2012 | 22:00 Uhr
Weil der DEG das Geld fehlt, geht Sulzer nach Ingolstadt

Düsseldorf.  Am Mittwoch trainierte NHL-Crack und Ex-DEG-Verteidiger Alexander Sulzer noch an der Brehmstraße, am Wochenende geht er für DEL-Konkurrent ERC Ingolstadt an den Start. Dafür kann Trainer Christian Brittig am Freitag in Straubing wohl erstmals in der Saison auf vier Sturmreihen zurückgreifen.

Mit diesem Mini-Gastspiel hatte Alexander Sulzer wohl selbst nicht gerechnet. Am Dienstag und Mittwoch drehte NHL-Verteidiger von den Buffalo Sabres noch seine Runden auf der Brehmstraße-Eisbahn. Dort, wo er bis 2007 noch für Rot-Gelb aktiv war. Am Wochenende läuft der Nationalspieler nun tatsächlich wieder in der DEL auf. Allerdings für DEG-Konkurrent ERC Ingolstadt.

Ausgerechnet bei jenen Donau-Panthern, wo Trainer Rich Chermomaz vor fast genau zwei Wochen auf der Pressekonferenz nach dem DEG-Gastspiel für einen Eklat gesorgt hatte. Nach seinen Schauspiel-Unterstellungen gegenüber Defender Thomas Gödtel und der anschließenden Mikrofon-Flucht wurde gar ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Jeden Cent zweimal umdrehen

Sulzer selbst wäre gern wieder in Rot-Gelb aufgelaufen. Doch der DEG fehlen dafür die finanziellen Mittel. Während die Sponsoring-Anfragen bei Fußball-Bundesliga-Aufsteiger Fortuna nahezu täglich ins Haus flattern, müssen die Verantwortlichen beim achtmaligen Deutschen Eishockey-Meister seit dem (finanziellen) Neustart dieser Saison jeden Cent zweimal umdrehen. Ein externer Gönner konnte ebenfalls nicht gefunden werden.

Nun sind der NHL-Verteidiger und der insgeheime DEG-Wunsch seiner kurzzeitigen Verpflichtung Vergangenheit. „Ohnehin haben die Puckjäger aus der NHL ihren DEL-Teams bisher nicht zu mehr sportlichem Erfolg verholfen“, befindet Trainer Christian Brittig gar. Mit einer Ausnahme: Claude Giroux und Daniel Brière (beide Philadelphia Flyers) bei den Eisbären Berlin. Zwar sprang am Wochenende auch für den amtierenden Meister nur ein Sieg heraus. Das Duo brannte jedoch mit vier Toren und neun Vorlagen in zwei Spielen ein Offensiv-Feuerwerk ab.

Wie lange noch, ist derzeit allerdings fraglich. In den NHL-Streik-Verhandlungen gehen die Klub-Eigner auf die Spielergewerkschaft zu. „Vielleicht sind die alle nächste Woche schon wieder drüben“, spekuliert Brittig. Gibt es die Einigung, beginnt die NHL, um einen Monat verspätet, am 2. November mit allen 82 Spieltagen der Vorrunde.

Spiel gegen Straubing wird der Härtetest

Darum muss man sich jedoch bei der DEG keine Sorgen machen. Ohnehin wartet auf die „jungen Wilden“ mit den Duellen in Straubing (morgen, 19.30 Uhr) und gegen Hamburg (So., 16.30 Uhr, Dome) die nächsten Herausforderungen. „Das Spiel bei den Tigers wird ein Härtetest für uns. Wenn sie so agieren wie in den Play offs des Vorjahres, ist es die stärkste Heimmannschaft der Liga. Sie gehen jeder Scheibe nach und fahren Checks gnadenlos zu Ende“, so Brittig. Der jedoch wohl erstmals in dieser Saison auf vier Angriffsreihen zurückgreifen kann. Dem (genesenen) Nachwuchs um Hofland, Strodel, Fischbuch und Woidtke sei Dank.

Die Rückkehr von Center Michael Catenacci, der nach seiner Gehirnerschütterung unter Belastung beschwerdefrei ist und das Trainingspensum steigert, nimmt zwar Formen an. Vor der Länderspielpause in der zweiten November-Woche ist mit ihm jedoch ebenso wenig zu rechnen wie mit Tino Boos (Adduktorenprobleme). Colin Long stand nach zuvor zurückgekehrten Beschwerden nach seinen Gehirnerschütterungen gestern ebenfalls wieder auf dem Eis. An einen Saison-Einsatz ist jedoch eher nicht zu denken.

Mareike Scheer


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