Fortuna

Warum Meier bei Fortuna Düsseldorf nie wirklich echt war

Musste am Montag seinen Stuhl bei der Fortuna räumen: Norbert Meier.
Musste am Montag seinen Stuhl bei der Fortuna räumen: Norbert Meier.
Foto: dpa

Die Verfehlungen von Trainer Norbert Meier geraten nach seiner Entlassung bei Fortuna Düsseldorf ans Licht. Erstaunlicherweise hatte sich lange Zeit kaum jemand getraut, ihn für seine Entgleisungen mal öffentlich zu kritisieren. Das wirft auch kein gutes Licht auf den Vorstand. Ein Kommentar.

Düsseldorf.. Fünfeinhalb Jahre saß Norbert Meier bei der Fortuna so fest im Sattel wie kaum einer seiner Vorgänger. Dabei übertünchte die erfolgreiche Trainer-Arbeit mit zwei Aufstiegen 2009 und 2012 nach außen das schwierige Innenverhältnis. Meier, der gern die Rolle des „Straßenköters“ spielte, war unberechenbar und launisch, überraschend und unterhaltsam. Aber nie wirklich echt.

Obwohl große Teile der Medien auf der Seite des Trainers standen, hat Meier sie wenig geschätzt. Das gab er nie zu. Ließ aber selbst Vertraute gern grußlos links liegen. Meier flippte – oft ohne erkennbaren Grund – mehr als einmal aus. Gern bis unter die Gürtellinie. Es wirft in diesem Zusammenhang kein gutes Licht auf den Vorstand, Meier auch in der Phase der Erfolge nie ernsthaft in die Schranken gewiesen zu haben.

Jetzt geraten jene Verfehlungen, die wir an dieser Stelle in der Vergangenheit mehr als einmal zu bedenken gegeben hatten, in voller Breitseite ans Licht. Ausgerechnet über die zu Kronzeugen erklärten, aber gescheiterten (!) Stars Nando Rafael und Andrey Voronin. Via „Bild“ transportiert. Motto: Wenn man aus der Kirche kommt, ist man immer schlauer.

Erstaunlich war’s zu beobachten, dass sich bis vor wenigen Wochen kaum jemand traute, den Trainer für verbale Entgleisungen mal öffentlich zu kritisieren. Zumal jedem Beobachter hätte klar sein müssen, dass sich Meier gegenüber Kickern, Trainer- oder Betreuerstab sicher nicht grundsätzlich anders verhalten würde. Fortuna Düsseldorf

Einem aus den Führungsgremien Vorstand und Aufsichtsrat ging die Demontage des einstigen Erfolgstrainers zu langsam. „Mister X“, so glaubt man bei Fortuna, lancierte Donnerstag über den „Express“ Fakten, die zu diesem Zeitpunkt noch gar keine waren. Dass seriöse und Möchtegern-Medien ungeprüft da schon die Entlassung als Fakt verbreiteten, spricht für eine peinliche Internet-Hysterie. Fortuna jedenfalls sucht einen neuen Trainer und – schlimmer – die vermeintlich undichte Stelle, der man nicht mehr vertrauen kann.

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