Düsseldorf
Kommentar

Warum das deutsche Eishockey ein Schiedsrichter-Problem hat

Die Entscheidungen der Schiedsrichter in den Playoff-Spielen der DEG sorgten immer wieder für Diskussionen.
Die Entscheidungen der Schiedsrichter in den Playoff-Spielen der DEG sorgten immer wieder für Diskussionen.
Foto: imago

Drei Profi-Schiedsrichter, zig Fehlentscheidungen und 64 Prozent der Spieler, die die Leistung negativ bewerten. In der DEL läuft etwas schief. Ein Kommentar.

Düsseldorf. Eigentlich heißt es so schön, das Team, das sich in einer Best-of-Seven-Serie in den Play-offs durchsetzt, zieht verdient in die nächste Runde ein. Noch ist die DEG im Spiel, noch kann das Team von Cheftrainer Christof Kreutzer zurückschlagen. Wenn jedoch drei irreguläre Tore in die Entscheidung miteinfließen, bekommt eine Saison einen faden Beigeschmack. Die für die Düsseldorfer, vom Tabellenletzten der vergangenen zwei Jahre hin zum Halbfinalisten, eigentlich wie ein Märchen verläuft.

Bereits nach der Hauptrunde kassierten die Referees ein niederschmetterndes „Zeugnis“ der Eishockeyprofis. 158 Spieler, somit 64 Prozent, bewerteten deren Leistung negativ. Abseitstore, die nicht gesehen werden. Ein Videobeweis, der nicht korrekt ausgewertet wird und viele, viele nachträgliche Strafen. Die Liste ließe sich endlos forstsetzen.

Mehr in das Schiedsrichterwesen investieren

Schiedsrichter-Entscheidung Die Deutsche Eishockey-Liga ist ein Profigeschäft – von den Vereinen bis hin zur Ligaleitung. Doch im Schiedsrichterwesen gibt’s derlei nur drei Profis. Dass zwei von ihnen an den irregulären Toren beteiligt waren – geschenkt. Der Rest pfeift nebenberuflich.

100 Millionen Euro Umsatz im Jahr, mit dieser Zahl brüstete sich unlängst die Liga. Es wird Zeit, dass diese Summe besser verteilt und das Schiedsrichterwesen einem Profi-Sport angepasst wird. Mit hauptamtlichen Referees und entsprechenden Schulungen.

Seite
Mehr lesen