Von Athen bis nach Warschau

Nahezu jeder aktive (Hobby-)Athlet kennt das unschöne Gefühl, bei einem sportiven Ereignis aufgrund einer Sperre, Verletzung oder Formschwäche nicht auf dem Spielfeld stehen zu können. Anderen Wettkämpfern zuzusehen, den Kollegen nicht helfen zu können, schlicht nicht mitspielen zu dürfen kommt oft einem unerträglichen Leiden gleich. Ähnlich fühlte sich zuletzt Fortunas Verteidiger Bruno Gabriel Soares. Die 2:3-Niederlage in der 2. Fußall-Bundesliga gegen FC Erzgebirge Aue musste der 26-Jährige wegen einer Gelbsperre von den Stadionränge verfolgen.

„Ganz ehrlich: Auf der Tribüne zu sitzen und zuzuschauen ist viel anstrengender, als auf dem Platz zu sein“, erklärte Soares. Demnach wartet mit der anstehenden Sonntagspartie in der heimischen Arena gegen den Bundesliga-Absteiger FC Nürnberg um 13.30 Uhr eine erholsame (Spiel-)Zeit auf den im brasilianischen Belo Horizonte geborenen Fortunen. Vorausgesetzt er spielt. Doch dies gilt, allen voran resultierend aus der desolaten Defensivleistung seiner Kollegen gegen Aue, als gewiss.

Zurück zur Dreierkette

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Fortunas Cheftrainer Oliver Reck wieder zur lieb gewonnenen Dreierkette im Abwehrverbund zurückkehren. Diese dürfte schließlich aus Soares, Adam Bodzek und Jonathan Tah bestehen. Letzterer wird nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre ebenfalls wieder in die Stammelf zurückkehren.

„Wenn der Trainer mich braucht, bin ich bereit“, tönte Soares wohlwissend, dass sein Coach Reck wohl wieder auf ihn setzen wird. Fast schon überflüssig kommt da die Eigenwerbung des gelernten Innenverteidigers einher: „Ich habe schon oft gezeigt, dass ich gut genug für Fortuna bin.“

Recht hat er. Seine Formschwankungen inklusive regelmäßiger Patzer, zumeist unter Ex-Trainer Michael Büskens, hat Soares abgestellt beziehungsweise auf ein Minimum reduziert. Längst wurden deshalb auch andere Vereine wie der griechische Erstligist Panathinaikos Athlitikos Omilos aus Athen oder der polnische Traditionsklub Legia Warschau auf den 1,94-Meter-Hünen aufmerksam.

Aus diesem Grund sollte sich Fortuna schnell bemühen, den im Sommer auslaufenden Kontrakt mit Soares zu verlängern. Ansonsten droht nach der Saison und dem Ende des Leivertrages von Tah (Rückkehr zum Hamburger SV) gleich ein zweiter Innenverteidiger mit Prädikat Stammspieler wegzubrechen.

Ob zudem Dustin Bomheuer über diese Spielzeit hinaus ein Flingerner bleibt, kann besonders nach seiner schwachen Vorstellung gegen Aue angezweifelt werden. Die Partie gegen Erzgebirge könnte seine letzte Chance gewesen sein, als Starter Eigenwerbung zu betreiben. Genutzt hat er sie nicht.

Kollegial reagiert mit Soares zuletzt ausgerechnet der Spieler, der Bomheuer seinen Platz in der Anfangself wieder wegnehmen wird. „Das Problem gegen Aue war nicht nur unsere Abwehr, sondern das gesamte Team“, meint Soares. Gegen Nürnberg wolle der Defensivkämpfer nun Wiedergutmachung betreiben.

„Es ist Feuer drin“, stellt Soares vehement klar. „Und dieses werden wir gegen die Nürnberger brauchen!“ Anstrengender als die zurückliegende Aue-Begegnung dürfte für den Abwehrrecken das Duell gegen die Mittelfranken nach seiner eingangs erwähnter Aussage allerdings nicht werden.