Überraschungsteam DEG steht kurz vor dem Viertelfinaleinzug

Feiert mit der DEG in dieser Saison viele Erfolge: Daniel Kreutzer.
Feiert mit der DEG in dieser Saison viele Erfolge: Daniel Kreutzer.
Foto: imago
Die DEG glaubt nach zwei Jahren am Tabellenende wieder an sich. Gegen die Eisbären Berlin soll trotz der vielen Verletzten mindestens ein Punkt her.

Düsseldorf.. Mit strahlenden Gesichtern laufen und springen Daniel Kreutzer sowie Travis Turnbull über die Bandenumrandung – nicht jedoch auf dem Eis, sondern auf der neuen DEG-Bahn, die ab heute über die Düsseldorfer Straßen fährt. Der achtmalige Deutsche Meister erfährt noch mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit – woran jedoch vor allem auch das Team einen großen Anteil hat. Vor der Saison von vielen Experten erneut am Tabellenende einsortiert, überflügeln die Eishockeycracks derzeit zahlreich die Favoriten und benötigen nur noch einen einzigen Zähler, um gar direkt ins Viertelfinale einzuziehen.

„Unser eigentliches Ziel, die Pre-Play-offs, haben wir bereits zwei Spieltage vor dem Ende erreicht. Nun gilt unser Hauptaugenmerk diesem einen Punkt, den wir aus eigener Kraft holen wollen und müssen. Den Ehrgeiz haben wir an uns selbst“, betont Cheftrainer Christof Kreutzer. Wohl wissend, dass dies kein einfaches Unterfangen wird. An der personellen Lage wird sich nichts ändern – aus dem Lazarett wird für die Partie beim DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin (Freitag, 19.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) noch kein Spieler zurückkehren.

Rheinbahn widmet DEG eine eigene Straßenbahn

Heißt, es fehlen weiterhin acht Stammspieler. „Bernhard Ebner hat heute erstmals wieder mit auf dem Eis gestanden. Es sah nicht schlecht aus. Und auch bei Jakub Ficenec sieht es schon wesentlich besser aus als vorige Woche. Am Freitag werden sie aber beide noch fehlen“, erklärte Kreutzer am Mittwochmittag auf der wöchentlichen Pressekonferenz – an einem ungewöhnlichen Ort. Anstatt in den Räumlichkeiten über der zweiten Eisbahn an der Brehmstraße, ging es gestern stilecht in die neue DEG-Bahn, zum Probesitzen.

Deren Highlight ist übrigens der Entwerter: Rob Collins ziert das Gerät mit seinem Konterfei und stempelt die Fahrkarten zwischen seinen Zähnen ab. „Das wird für einigen Gesprächsstoff beim morgigen Training sorgen“, frohlockt Kreutzer, „ solche Sachen bringen noch mehr positive Stimmung. Das hilft uns.“

Prägender sind jedoch noch die zahlreichen Erfolge. Acht Siege aus den jüngsten neun Begegnungen feierte die DEG. „Das Selbstvertrauen ist in den vergangenen Wochen sehr gewachsen. Die Mannschaft glaubt daran, dass sie in jedem Spiel eine Chance hat. Und der Glaube an den Sieg ist die wichtigste Grundlage, um erfolgreich zu sein. Dann kann man auch Spiele drehen und Ausfälle kompensieren, wie wir es zuletzt getan haben“, bekräftigt Co-Trainer Tobias Abstreiter. Genau die gegenteilige Entwicklung hat der morgige Gegner genommen. Die Eisbären zählen jedes Jahr zu den Favoriten, dümpeln nun jedoch auf Platz neun.

Abschluss gegen den Tabellenletzten

„Die Berliner stehen unter enormem Druck – es geht für sie um Schadensbegrenzung. Ihnen fehlten auch immer mal wieder Leute, aber wenn es nicht läuft, ist es nicht so einfach das auszuschalten“, erklärt Coach Kreutzer. Der sich jedoch freut, dass seine Mannschaft noch einmal zwei schwere Gegner vor der Brust hat. Nach dem Gastspiel am Freitag in Berlin gastiert am Sonntag (14.30 Uhr) mit den Schwenninger Wild Wings zum Abschluss der Tabellenletzte im Rather Dome und wird sich nach einer verkorksten Spielzeit ordentlich verabschieden wollen.

„Es ist wichtig, dass wie fokussiert bleiben und uns nicht zurücklehnen. Das wäre tödlich vor den Play offs“, so Kreutzer. Das Team dürfte nach zwei Jahren am Tabellenende jedoch hungrig genug sein, jetzt erst so richtig loslegen zu wollen.

Am Rande der Bande

FINDERLOHN: Die DEG-Straßenbahn wird durch spannende Aktionen mit Leben gefüllt. Den Startschuss bilden „Finde den Puck“ und das „Winner-Ticket“. In der Play-off-Phase werden jeden Tag zahlreiche schwarze Hartgummischeiben in diesem rot-gelben Zug versteckt. Kunden, die einen davon finden, können ihn bei einem Play-off-Heimspiel der DEG am Rather Dome oder in der DEG-Geschäftsstelle an der Brehmstraße gegen zwei kostenlose Eintrittskarten eintauschen.

ZAHLENGLÜCK: Ein wenig Glück braucht man hingegen bei der „Winner-Ticket“-Aktion. Die 1935 gegründete Düsseldorfer Eislauf Gemeinschaft feiert 2015 ihren 80. Geburtstag. Daran lehnt sich das zweite Gewinnspiel an. Jedes in der DEG-Bahn verkaufte Ticket – unabhängig ob Einzel- oder Mehrfachfahrt – hat eine fortlaufende Seriennummer. Ab kommender Woche gilt: Jedes Ticket, dessen Nummer mit einer „19“ oder einer „35“ endet, gewinnt! Bahnfahrer und Fans, die ein solches Ticket aus dem Automaten in der DEG-Bahn ziehen, erhalten dafür ebenfalls zwei Eintrittskarten für ein Playoff-Heimspiel.

COMEBACK: Verteidiger Tim Conboy macht nur knapp drei Monate nach seinem Kreuzbandanriss jeden zweiten Tag wieder Gehversuche auf dem Eis. Eine Rückkehr in den Kader ist jedoch noch fern. „Er ist noch rund sechs Wochen vom Mannschaftstraining entfernt“, so Assistenzcoach Tobias Abstreiter.

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