Über Rang zehn war Verena glücklich
17.02.2008 | 18:47 Uhr 2008-02-17T18:47:00+010017-jährige Stabhochspringerin schaffte bei Deutschen Jugendmeisterschaften in Stockum erstmals 3,70 Meter.
Zwei Tage lang erlebte Düsseldorf endlich mal wieder Nachwuchs-Leichtathletik vom Feinsten bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Jugend, die in der Halle im Arena-Sportpark über 1000 Teilnehmer im Kampf um Medaillen und Bestleistungen mit jeweils über 2000 Zuschauern auf die Beine brachten.
Selbst bei den auf den Außenanlagen durchgeführten Deutschen Winter-Wurf-Meisterschaften sah man bis zu 200 Beobachter, die die weiten Würfe und die Sonne genossen.
In drei Jahren könnte es wieder so weit sein
Und weil Düsseldorf nach 21 Jahren Abstinenz diese Titelkämpfe nahezu mustergültig durchgeführt hatte, soll man in der Landeshauptstadt nicht wieder so lange warten müssen, um Deutschlands beste Nachwuchsathleten erneut im Arena-Sportpark zu haben. In drei Jahren könnte es nach Aussage des Präsidenten des Leichtathletik Verbandes Nordrhein, Franz-Josef Probst, wieder so weit sein - dann aber mit hoffentlich besseren Düsseldorfer Ergebnissen. Denn mit der perfekten Gastgeberrolle allein kann man sich nicht zufrieden geben.
„Ich wusste, dass ich nicht so weit bin, um bei der Medaillenvergabe wieder mitzurennen”, bekannte die 17-jährige ART-Sprinterin Carolyn Moll, im Vorjahr Dritte über 60 Meter, die gestern nach ihrer schweren Verletzung im Oberschenkel vor vier Wochen in Leverkusen immerhin bis in den Zwischenlauf kam, wo sie in 7,79 Sekunden aber ausschied. Damit belegte die Deutsche B-Jugendmeisterin des Vorjahrs über 100 Meter diesmal nur Rang 16.
Eine Steigerung um zehn Zentimeter bot dagegen die inzwischen 17-jährige Verena Jansen (ASC), die sich beim Stabhochsprung erstmals über die Höhe von 3,70 Meter schwang und damit selbst in einem Feld mit Gegnerinnen, die um zwei Jahre älter waren, sich den zehnten Rang sicherte. „Damit bin ich glücklich”, meinte Verena, die in diesem Winter bis zum Samstag sämtliche Meistertitel gewonnen hatte, angefangen von dem Sieg bei den Westdeutschen bis zur Kreismeisterschaft.
Für den 15-jährigen Niclas Becker (ART) reichte es beim Speerwerfen mit der Weite von 51,66 Meter zum elften Rang. Niclas war bei weitem der jüngste Werfer im großen Feld.
Dem 3000 Meter-Läufer Julian Ziob (SFD 75) reichten die Kräfte nur bis zur 2,4 km-Marke. Dann musste er noch drei Konkurrenten vorbeilassen und fiel in 9:01 Minuten auf Rang 15 zurück.
ASC-Staffel verlor den Stab
Das Staffelteam des ASC (Adrian Wehr, Philipp Mayer, Alexander Kreis und Jannik Schulz) kam nach Stabverlust erst gar nicht ins Ziel des Vorlaufes. Für den ART-Zehnkämpfer Jan Patrick Tezins gab es im Diskuswerfen Rang 17 mit 42,68 Meter und im Speerwerfen mit 47,40 m Rang 22.
Kimberly Jess im Hochsprung auf den Spuren von Ulrike Meyfarth
Die besten Leistungen zeigten der Zweibrückener Stabhochspringer Raffael Holzedeppe, der nach übersprungenen 5,55 Meter die Junioren-Weltrekordhöhe (5,70 m) attackierte aber noch knapp scheiterte.
Die 15-jährige Hochspringern Kimberly Jess aus Rendsburg siegte mit der Höhe von 1,88 Meter hoch überlegen und will offensichtlich der Olympiasiegerin von 1972, Ulrike Meyfarth, nacheifern, die sich als 16-Jährige mit der Höhe von 1,92 Meter in München Gold geholt hatte und diesen Erfolg acht Jahre später noch einmal wiederholt hatte.
Vizemeister im Stabhochsprung wurde ein 17-jähriger württembergischer Junge mit dem Namen Leo Lohre, der die Höhe von 4,90 Meter meisterte und dabei einen so tollen Sprung hinlegte, dass seinem Vater Günther Lohre das Staunen nicht aus dem Gesicht wollte. Der frühere mehrmalige deutsche Stabhochsprungmeister hatte sich völlig unbemerkt in der Nähe des Stabhochsprungkissens aufgehalten und sich um seinen Sohn gekümmert.
Ebenfalls hoch überlegen war der Erfurter Jugendrekordmann auf den Mittelstrecken Sebastian Keiner, der im 800 Meter-Lauf dem Feld gleich um fünf Sekunden davon rannte (1:48,47 Minuten).
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