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Torghelle will einen Neustart bei Fortuna

06.01.2011 | 20:51 Uhr
Torghelle will einen Neustart bei Fortuna
Ein Tor in elf Spielen - so liest sich der Arbeitsnachweis von Fortuna-Stürmer Sandor Torghelle in der Hinrunde. Foto: Uwe Schaffmeister/WAZFotoPool

Düsseldorf.Im vorigen Sommer kam er als Hoffnungsträger für den Sturm nach Düsseldorf, doch Sandor Torghelle konnte bei der Fortuna bislang nicht überzeugen. Der Ungar hat sich für die Rückrunde viel vorgenommen.

Den Neujahrsstart hat Sandor Torghelle bei der Familie in Budapest verlebt. Einen guten Vorsatz für 2011 zu finden, das fiel dem 28-jährigen Ungarn in der Heimat nicht schwer. „Nach vorn schauen, nicht zurückblicken!“ betont der Fortuna-Angreifer in der Lobby des Trainingslagerhotels Oliva Nova. Hörbar energisch. Und verspricht: „Ich kann mehr als bisher gezeigt. Das ist hundert Prozent sicher.“ Worauf nicht nur Cheftrainer Norbert Meier, sondern wohl alle Fortuna-Fans beim im Sommer vom FC Augsburg transferierten Torjäger hoffen.

Lange hat Torghelle nicht mehr öffentlich gesprochen. Der schnelle Verlust des Angriffsstartplatzes bei Fortuna, die unerwartet grobe Schelte, gerade in den Boulevardzeitungen, der verbale Unmut der Anhänger, das vorläufige Ende des sechs Jahre lang gut laufenden Kapitels Nationalmannschaft machen aus der Hinrunde kein Vorzeigezeugnis. Die Diskussionen um eine Fortuna-Winterverstärkung für den Angriff heben die Laune auch nicht gerade.

Das Schweigen beenden

Offenbar ist es aber an der Zeit, das Schweigen zu beenden. „Nach meiner guten Vorbereitung lief plötzlich alles gegen mich. Ich möchte nicht länger unten sein“, sagt, nein, ärgert sich Torghelle. Nicht nur, aber auch über sich selbst. Blickt damit nun doch zurück. Geht nicht anders.

Das Saisoneröffnungsspiel bei Energie Cottbus war, neben dem vergebenen 2:2 gegen 1860 München aus zwei Metern Torliniendistanz, der Knackpunkt. „Ich war in Cottbus relativ gut, habe aber zwei Fehler gemacht.“ Ein nicht verwerteter Alleingang und ein Abspielpatzer im Konter – statt 2:0 zur Pause hieß es 0:2 am Ende.

Die Mannschaft fiel ins Punkteloch, Torghelle ins Leistungstief. Eine Situation, die der Ungar aus seinem England-Gastspiel kannte. 2004/2005 wollte es im Londoner Selhurst Park mit Crystal Palace in der Premier League bei nur zwölf (von 38 möglichen) Einsätzen und keinem Treffer auch nicht laufen. „Aber das war eine andere Liga und ist nicht vergleichbar“, betont er im Nachhinein.

Imaginäre Ausbootung

Die imaginäre, nie ausgesprochene Ausbootung aus der Nationalmannschaft schmerzte obendrein. „Ich habe nicht geweint, hätte mir aber gewünscht, dass der Trainer mich wenigstens darüber informiert, warum ich nicht mehr dabei bin.“ Man muss von schlechtem Stil schreiben. Wenn man weiß, dass Ungarns neuer Nationaltrainer Sandor Egervari (für Ronald Koeman) seinen Ex-Angriffsführer Torghelle genau kennt. Beide haben in der Saison 2003/2004 beim Budapester Eisenbahnklub MTK Hungaria in der ersten Liga zusammengearbeitet. Ehe Torghelles Europareise über England und Griechenland bis nach Deutschland begann.

Das Leistungsloch bei Fortuna schrumpfte erst im November. Als, endlich, der erste (und bisher einzige) Treffer gelang. Beim 3:0 gegen Rot-Weiß Oberhausen. Eine starke Testhalbzeit gegen den 1. FC Köln (1:2) ließen die Einsatzaktien zudem steigen. Beim 2:0 in Bielefeld gab es das 90-Minuten-Comeback. „Bewusst, um Sandor nach vorn zu bringen“, wie Cheftrainer Meier damals betonte.

Das mutmachende Zwischenhoch beendete der Winter. Beim Training auf eisigem Boden renkte sich Torghelle die Hüfte aus, zerrte sich ein dickes Band, das bis in den Oberschenkel reicht. „Die Physiotherapeuten haben mit mir gut gearbeitet. Ich fühle mich jetzt wieder zu hundert Prozent fit. Aber ein Monat Pause war nicht wenig.“

„Ich will spielen“

Das sportliche Ziel für die Rückrunde steckt er bewusst kurz. „Gegen Energie Cottbus übernächsten Samstag will ich spielen“, sagt Torghelle.

Es muss übrigens nicht im Angriff sein. Beim griechischen Erstligisten PAOK Saloniki war Torghelle in der Spielzeit 2006/2007 auf der rechten Mittelfeldseite unterwegs. „Das war eine gute Saison mit vielen Torvorlagen von mir“, blickt er zurück. Und schmunzelt. Neues Jahr, neuer Optimismus. Wie das Testspieltor gegen die Aachener Alemannia (3:0) am Mittwoch in Oliva Nova andeutete.

Michael Ryberg aus Oliva Nova/Spanien

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