Tigers krallen sich einen Punkt

Die Verfolger im Nacken, die 1:8-Klatsche aus Iserlohn im Gepäck – gegen Schlusslicht Straubing musste für die DEG-Eishockeycracks gestern Abend eine Wiedergutmachung her – mit durchwachsenem Erfolg. Die Tigers tragen zwar die Rote Laterne, haben jedoch sechs Siege aus jüngsten acht Partien unter Neu-Trainer Larry Mitchell geholt – und trotzten auch den Rot-Gelben einen Zähler ab. Schlussendlich avancierte Keeper Tyler Beskorowany beim glücklichen 3:2 (1:1, 0:1, 1:0, 0:0, 1:0)-Erfolg nach Penaltyschießen mit drei abgewehrten Versuchen zum Matchwinner, während Rob Collins den zweiten Punkt herausschoss.

„Nach der 1:8-Niederlage in Iserlohn wirkte meine Mannschaft gehemmt. Sie hat versucht, keine Fehler zu machen und hat nicht frei aufgespielt. Aber die Jungs haben nicht aufgegeben und um jeden Millimeter gekämpft. Wir sind zurück und können wieder punkten“, betonte Cheftrainer Christof Kreutzer nach der Partie erleichtert.

Dabei waren die Düsseldorfer mit viel Schwung in die Begegnung mit den Raubkatzen gestartet und belohnten sich in der 14. Spielminute mit dem 1:0. Rob Collins legte hinter dem Tor stehend für Alexei Dmitriev auf.

Die Freude über die Führung währte jedoch gerade einmal 188 Sekunden. In Überzahl vertändelte Collins den Puck, Straubing fuhr einen 2-1-Konter und Dylan Yeo vollendete zum Ausgleich. Es war das erste Gegentor, dass die Rot-Gelben in dieser Saison mit einem Mann mehr auf dem Eis kassierten – es war jedoch sogleich bezeichnend für die derzeitige Form.

Mit dem Mut der Verzweiflung stürmten die Hausherren im zweiten Drittel dann nach vorne und schnürten die Niederbayern zeitweise wie im Powerplay ein. Doch der letzte Biss vor dem Tor fehlte und verhinderte die erneute Führung. Vielmehr vernachlässigten die DEG-Cracks die Defensive und so kam, was kommen musste. Erneuter Konter der Gäste – 1:2.

„Kämpfen und Siegen!“ hallte es von der Tribüne. Die Unterstützung stimmte, angestachelt von der teils hart kritisierten Stimmung beim Winter Game hatten sich die Fans zusammengerauft und konnten von der Osttribüne ein Flämmchen der Atmosphäre vergangener Tage aufflackern lassen. Auf dem Eis wollte der Funke jedoch nicht gleich überspringen. Zwar erarbeiteten sich die Düsseldorfer im letzten Drittel ein Schussverhältnis von 13:3, aber der Ausgleich wollte jedoch nicht fallen – bis der große Auftritt von Verteidiger Bernhard Ebner kam.

137 Sekunden vor der Schlusssirene tankte sich der Defender über links durch und bediente den am langen Pfosten wartenden Travis Turnbull. Der US-Amerikaner brauchte nur noch ins offene Tor einschieben. Der Rather Dome verwandelte sich in ein Tollhaus und die Fans versuchten die DEG noch zum Drei-Punkte-Sieg zu tragen – vergebens. Und da auch die Verlängerung torlos blieb, musste einmal mehr im Penaltyschießen der Sieger ermittelt werden – mit dem glücklichen Ausgang für die Düsseldorfer.

„Es war harte Arbeit, aber auch so ein Spiel muss man erst einmal gewinnen. Gerade nach so einem Spiel wie in Iserlohn, wo nichts funktioniert hat. Da ist das Selbstbewusstsein im Keller und man muss sich da durchkämpfen“, betonte Kapitän Daniel Kreutzer, der gestern vor dem ersten Bully geehrt wurde. In einer Umfrage des Fachzeitung Eishockey News in Zusammenarbeit mit der Deutschen Eishockey-Liga war das Düsseldorfer Eigengewächs für seine vier Vorlagen sowie sieben Toren, mit denen der 35-Jährige sich zum DEL-Rekordtorschützen schoss, zum Spieler des Monats Dezember gewählt worden.